US-Anleihen: Verlockendes Investment

Anleihen sind mit der langwährenden Aktien-Hausse in den Hintergrund gerückt. Doch der Wind hat sich gedreht.

Die Finanzmärkte sind verunsichert. Die Aktienkursverluste in den vergangenen Wochen sind wegen wachsender Unsicherheiten kein Einzelereignis, sondern zur Regel geworden. Das liegt nicht nur an den sich eintrübenden Wachstumsaussichten. Aus Sicht von William Davies, Global Head of Equities EMEA bei Columbia Threadneedle Investments, sorgten mehrere Faktoren für die Destabilisierung der Märkte und Kursverluste bei Aktien. Die Angst vor einem echten Handelskrieg, steigenden Renditen, einer Abschwächung in China und erhöhten geopolitischen Risiken, wie etwa die „verfahrene“ Debatte um den italienischen Haushalt oder der Brexit. Nach dem enttäuschenden Jahr 2018 richtet der Experte den Blick nun nach vorne. „Womit sollten wir 2019 rechnen?“, fragt William Davies. Er weist darauf hin, das Ende 2020 in den USA Präsidentschaftswahlen stattfinden. „Im Vorfeld des Wahlzyklus wird Trump kaum einen Konjunktureinbruch oder eine Rezession riskieren. Deshalb muss er den Handelskonflikt zwar nicht unmittelbar beilegen, aber vielleicht dafür sorgen, dass die Situation 2019 nicht aus dem Ruder läuft“, erwartet Davies.

Renditen von US-Anleihen dürften weiter steigen

Laut dem Columbia Threadneedle-Experten weisen in der gegenwärtigen Situation Aktien Risikoaufschläge auf, während US-Anleihen einen Aufwind verspüren. „Die Renditen von US-Anleihen stiegen im laufenden Jahr über drei Prozent und es ist zu befürchten, dass 2019 weitere Erhöhungen ein Thema sein werden“, so Davies. Die Steueranreize in den USA in einer Zyklusphase, in der keine zusätzlichen Impulse nötig gewesen wären, sprechen seiner Einschätzung nach für einen weiteren Aufwärtstrend der Renditen. Andere Marktexperten führen den Zinsanstieg in den USA vor allem auf die anhaltenden Zinserhöhungen der US-Notenbank zurück. Sollte der Rendite-Anstieg bei US-Anleihen moderat erfolgen, wären auch die Kursverluste begrenzt, was die Papiere für Investoren verlockend erscheinen lässt. Andererseits steigt das Risiko, dass wegen der Eskalation des Handelskriegs die Zinsen für richtungsweisende 10-jährige US-Anleihen deutlich stärker steigen könnten als viele Fachleute derzeit erwarten. Das würde den Inhabern der Papiere Kurseinbußen bescheren.

Stabilitätsanker im Depot

Möchten Sie als Anleger das Depot um eine Assetklasse erweitern, um beispielsweise etwaige Kursverluste bei Aktien abzusichern, bietet sich ein Anleihenfonds an. Anleihen weisen oft eine geringere Volatilität als Aktien auf und gelten deshalb als risikoärmere Anlageklasse. Auch wenn die Renditechancen geringer sein mögen, sichere Anleihen stabilisieren das Depot. Columbia Threadneedle Investments bietet eine umfangreiche Palette von Anleihen-Investmentfonds an. Taktisch geprägte Anleger können sich darüber hinaus im ETF-Spektrum umschauen. Beispielsweise wartet der ComStage CBK 10Y US-Treasury Future TR UCITS ETF (WKN: ETF570) mit einer im Vergleich zu den meisten Aktienindizes ordentlichen Rendite von knapp sechs Prozent für das laufende Jahr auf. Die Commerzbank (► Zum Testbericht) 10Y US-Treasury Future TR Strategie basiert auf der Wertentwicklung des 10-Year Treasury Note Future, wobei die Performance einer Anlage in den Future zuzüglich einer Verzinsung des nicht gebundenen Kapitals auf Basis der Federal Funds Effective Rate (Geldmarktzinssatz) abgebildet wird. Der 10-Year Treasury Note Future bezieht sich auf eine synthetische 10-jährige Anleihe der USA. Der Fonds kostet 0,20 Prozent Gebühren im Jahr.

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