US-Nebenwerte: Eine Hausse, die ewig währt?

US-Nebenwerte: Eine Hausse, die ewig währt?

Die US-Aktienmärkte laufen und laufen. Aus Sicht von Experten dürfte die Hausse auch noch eine Weile weiterlaufen. Dabei sind besonders US-Nebenwerte einen näheren Blick wert.

Sogar die Befürchtungen eines traditionell schwachen Börsenmonats scheinen die Anleger am US-Finanzmarkt kaum zu scheren. Ein Kürzertreten der US-Marktakteure war im September bisher jedenfalls nicht zu erkennen. Die Anleger ignorieren auch die Warnsignale wie den Handelskonflikt zwischen den USA und vor allem China oder die steigenden Zinsen. Die Börsianer haben sich einen Tunnelblick angewöhnt: sie konzentrieren sich auf positive Nachrichten oder geben tendenziell negativen Entwicklungen eine positive Note. Dass die US-Regierung weitere Strafzölle von zunächst 10 Prozent für chinesische Importe im Wert von 200 Mrd. Dollar ankündigte und China mit harten Gegenmaßnahmen reagierte – geschenkt! Die Börsianer hatten dafür nicht einmal ein müdes Schulterzucken übrig. Sie fürchten zwar nach wie vor, dass ein weiter eskalierender Handelskonflikt die Weltwirtschaft lähmen und die Unternehmensgeschäfte womöglich beinträchtigen könnte. Doch aktuell reagierten die Anleger mit Erleichterung, weil Analysten im Vorfeld noch höhere Strafzölle des US-Administration von 25 Prozent befürchtet hatten.

Anleger blenden negative Entwicklungen aus

Auch steigende Zinsen gelten in der Regel als regelrecht toxisch für Aktien. Kredite für Unternehmen und Verbraucher verteuern sich dadurch, festverzinsliche Anlagen gewinnen gegenüber Risikopapieren wie Aktien an Attraktivität. Doch von dem Hintergrund einer boomenden Wirtschaft und eines starken Arbeitsmarktes stoppt auch der Straffungskurs der US-Notenbank den Lauf an den Aktienmärkten in den USA nicht. In diesem Jahr könnten die US-Leitzinsen noch um bis zu 0,5 Prozentpunkte steigen. Die Hausse am US-Aktienmarkt dürfte auch im kommenden Jahr weiterlaufen, sagt Grant Bowers, Portfoliomanager bei der Franklin Equity Group. Bullenmärkte sterben aber nicht an Altersschwäche, betont der Experte. Rezessionen versetzen ihnen den Todesstoß – und eine Rezession ist in den USA nicht in Sicht. „Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass die US-Wirtschaft stark ist und dass Aktien Potenzial für eine gute Entwicklung in den kommenden Jahren bieten“, so Bowers.

Nebenwerte profitieren von starker US-Wirtschaftslage

Laut Cormac Weldon vom Fondsanbieter Artemis sollten Anlegern den Nebenwerten in den USA mehr Beachtung schenken. Im bisherigen Jahresverlauf haben Small Caps aus den USA sich besser entwickelt als große Standardwerte. „Nebenwerte halten wir nach wie vor für die bessere Wahl“, sagt Weldon. So gerieten Small Caps eher aus dem Blickfeld von Analysten als Large Carps. „Dies sorgt für Preisineffizienzen und bietet neue Chancen für aktive Anlagestrategien“, erklärt der Fondsmanager. Doch auch im passiven Investmentbereich können Anleger am US-Nebenwerte-Markt mitmischen. Der Invesco Russell 2000 UCITS ETF (WKN: A0RGCT) bildet entsprechend die Wertentwicklung des Small Cap-Segments des US-Aktienuniversums ab. Die 2.000 Aktien mit der niedrigsten Marktkapitalisierung aus dem Russell 3000 Index, werden für den Russell 2000 Index ausgewählt. Der ETF legte in diesem Jahr um rund 15 Prozent an Wert zu, die Kosten der Fondshaltung liegen bei 0,45 Prozent im Jahr.

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