Von Bernd Lammert19. Juli 2022
Welt-ETF: Ist die Erholung mittlerweile in den Startlöchern?

Welt-ETF: Ist die Erholung mittlerweile in den Startlöchern?

Nach dem denkbar schwachen ersten Halbjahr 2022 sind auch die Aussichten wenig rosig. Doch eine Erholung ist denkbar. Da bietet sich ein Welt-ETF an.

Die Aktienmärkte haben eines der schlechtesten Halbjahre seit Jahrzehnten hinter sich. Der US-Leitindex S&P500 ist zwischen Januar und Ende Juni um fast 20 Prozent eingebrochen, der Euro Stoxx 50 hat mehr als 17 Prozent verloren. Noch höher waren die die Verluste des technologielastigen Nasdaq-Index, der zum Halbjahresende ein Minus von fast 30 Prozent aufwies und sich damit schwer im Bärenmarkt befindet. Mit länderlaufenden Staatsanleihen haben Anleger in den USA, in Deutschland und in Frankreich im ersten Halbjahr gleichfalls keinen Stich gemacht.

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Auch Kryptowährungen und die meisten Rohstoffe verzeichneten Verluste. Allein die Energiepreise für Öl und Gas sowie als sicher geltende sichere Häfen wie der Dollar sind infolge des Ukraine-Krieges im Wert gestiegen. „Der bisherige Jahresverlauf an den globalen Aktienmärkten ist von zahlreichen Problemstellungen geprägt gewesen, die zu einer durchgängigen Belastung für die Anlegerstimmung und die Börsenkurse geführt haben“, schreibt Thomas Grüner, Gründer und Vice Chairman von Grüner Fisher Investments, in einem aktuellen Marktkommentar.

Welt-ETF: Mehrere Schockwellen

2022 war bis dato geprägt von mehreren Schocks: Zunächst hatten es die Anleger mit einem Angebotsschock zu tun. Man könnte das auch unter „Stagflation“ rubrizieren: Die Wirtschaftstätigkeit schwächt sich aber, während die Preise zugleich steigen. „Die Konsumenten haben aufgrund der gestiegenen Preise weniger Geld für zusätzliche Ausgaben zur Verfügung“, erklärt Jan Viebig, Chief Investment Officer von Oddo BHF. „Neben den Konsumausgaben werden auch die Investitionen sinken oder stagnieren, da die Zinsen steigen werden.“

Das Wachstum werde sich abschwächen und könnte temporär sogar fallen. Einen weiteren schweren Brocken, den die Marktteilnehmer verdauen mussten und müssen, ist der Fakt, dass die Zeit des billigen Geldes vorbei ist. Auch das liegt an der hochschießenden Inflation. Vor allem die US-Notenbank steht unter Druck, die Zinsen zu anzuheben, wenngleich das Risiko besteht, die Wirtschaft damit abzuwürgen. Die Europäische Notenbank ist noch zaghaft, doch auch in Frankfurt läuten die Alarmglocken. Als wäre das nicht genug, traten in der ersten Jahreshälfte auch noch „exogene Schocks“ (Oddo BHF) auf, wie der Ukraine-Krieg. Der Welt und besonders Europa droht daraus eine noch nie dagewesene Energiekrise, wie der Chef der Internationalen Energieagentur Fatih Birol befürchtet. 

Konzept der schwindenden Unsicherheit

Aus Sicht von Vermögensverwalter Grüner fehlt vielen Anlegern vor diesem Hintergrund die Fantasie, dass sich im zweiten Halbjahr überhaupt etwas zum Guten wenden könne. „Der Russland-Ukraine-Krieg tobt weiter, China kämpft weiterhin mit seiner Zero-Covid-Strategie, die Inflation bleibt ein hartnäckiges Phänomen und die Fed wird wohl auf ihren Zinserhöhungspfad beharren. Wo soll der Aufschwung also herkommen?“, fragt der Experte und schickt die Antwort gleich hinterher: Die Welt müsse nicht perfekt sein, um die globalen Aktienmärkte zu einem Anstieg zu bewegen.

„Um den Schmerz der Anleger zu lindern, ist es in der Regel nicht notwendig, ein Problem komplett zu lösen“, erläutert Grüner. Manchmal genüge es eben einfach, wenn die Realität nicht ganz so katastrophal ausfalle, wie es die Mehrheit der Anleger vermute, so der Vermögensverwalter. In einem extrem negativen Stimmungsumfeld stelle jegliche Form der Gewissheit eine Erleichterung dar. „Zukunftsorientierte Anleger sollten dieses recht einfache Konzept der schwindenden Unsicherheit jedoch bereits jetzt in den Fokus nehmen“, betont Grüner. Denn die Erholungsbewegung an den Aktienmärkten werde sich im Kern auf genau dieses Konzept stützen.

Diversifiziertes Portfolio mit einem Welt-ETF

Aus Sicht von Oddo BHF sollten sich langfristig investierende Anleger vor diesen bei all den geschilderten Risiken fragen, wann sie wieder das Risiko in ihren Portfolios erhöhen sollten. „Aktien bleiben langfristig eine der attraktivsten Anlageklassen und die Aktienmärkte sind bereits stark gefallen“, sagt CIO Viebig. Um die Risiken zu verteilen, könnten sich Anleger einem ETF zuwenden, der Unternehmen weltweit abbildet, beispielsweise der vergleichsweise günstige Xtrackers MSCI World UCITS ETF (Acc) (WKN: A1XB5U). Mit dem Welt-ETF können Anleger an der Wertentwicklung von derzeit über 1.600 großen und mittelgroßen Unternehmen aus 23 Industriestaaten (Developed Markets) partizipieren. In diesem Jahr ließ auch dieser breit angelegte ETF Federn, in der längerfristigen Schau von. Fünf Jahren erreichte er zweistellige jährliche Renditen.