5 Finanz-Prinzipien: Eine Regel für jeden Anleger

Sicher haben Sie sich folgende Fragen auch schon gestellt: Wie hoch sollten Ihre Altersvorsorge oder die monatlichen Sparraten in Ihr ETF-Portfolio sein? Wie entwickelt sich Ihre Geldanlage in den kommenden Jahren? Wie können Sie Ihre Finanzen besser organisieren? Die Antworten dafür lassen sich nicht allgemeingültig beantworten. Dennoch gibt es ein paar Finanz-Regeln, die Ihnen dabei helfen, eine grobe Richtung zu finden. Welche Regel für Sie wichtig sein kann, lesen Sie im Beitrag.

4-Prozent-Regel

Bei der Planung der Altersvorsorge herrscht unter Deutschen große Unsicherheit. Das umlagefinanzierte Rentensystem stößt bereits seit geraumer Zeit an seine Grenzen und wird monatlich mit Steuergeldern subventioniert. Das Rentenniveau soll bis 2030 auf 43 Prozent sinken. Ohne private Altersvorsorge drohen Ihnen schwerwiegende finanzielle Engpässe im Alter – dabei möchten Sie im Ruhestand bestimmt nochmal das Leben genießen, nicht wahr?

Nutzen Sie unseren Rentenplaner und schätzen Sie die zu erwartende Rentenlücke, die Sie pro Monat haben werden. Auf Basis dieser Zahl können Sie mit der 4-Prozent-Regel berechnen, wie hoch Ihr Kapitalvermögen sein muss, damit Sie bei einer jährlichen Entnahme von vier Prozent über den gesamten Rentenzeitraum ausreichend Geld zur Verfügung haben.

Dabei gehen Sie wie folgt vor: Angenommen, Ihr monatlicher Finanzbedarf liegt um 700 Euro über Ihrer Nettorente, dann rechnen Sie 700 x 12 x 25 und Sie erhalten Ihren (geschätzten) Kapitalbedarf im Alter. Dieser liegt in diesem Fall bei 210.000 Euro. Die 4-Prozent-Regel beruht auf der sogenannten Trinity-Studie eines US-Amerikanischen Forscherteams in den 90er-Jahren. Die Studienergebnisse wurden mittlerweile aktualisiert und auf Basis neuer Marktdaten validiert und bestätigen weiterhin die Geltung der Regel.

Tipp: Sie möchten vorsorgen? Hier gelangen Sie zum neuen Vorsorgerechner von extraETF.com.

72er-Regel

Kennen Sie den Zinseszinseffekt? Der Zinseszins entsteht dann, wenn Sie Geld investieren oder sparen, Kapitalerträge erzielen und auf diese Kapitalerträge wiederum Kapitalerträge erzielen. Viele bezeichnen diesen Kreislauf auch als „Geld für sich arbeiten lassen“ – und es stimmt. Der Effekt führt langfristig zu einem exponentiellen Wachstum Ihres Gesamtkapitals.

Mit der 72er-Regel berechnen Sie, wie lange Sie brauchen, um Ihr angelegtes Kapital zu verdoppeln. Dafür teilen Sie einfach die 72 durch die von Ihnen erwartete Rendite. Bei sieben Prozent jährlicher Durchschnittsrendite würden Sie Ihr angelegtes Geld innerhalb von 11 Jahren verdoppeln. In der Tabelle unten finden Sie weitere Beispiele:

3 Prozent

5 Prozent

7 Prozent

10 Prozent

15 Prozent

24 Jahre

14,4 Jahre

11 Jahre

7,2 Jahre

4,8 Jahre

Denken Sie dran: Je höher die Rendite, desto höher ist (prinzipiell) auch das Risiko. Überrenditen stellen nämlich eine sogenannte Risikoprämie dar, bzw. Schmerzensgeld für hohe Schwankungen.

173-Regel

Wenn Sie Ihre monatlichen Ausgaben mit 173 multiplizieren, ermitteln Sie den Betrag, den Sie nach zehn Jahren hätten, wenn Sie das Geld mit einer durchschnittlichen Rendite von sieben Prozent p.a. investiert hätten. Diese Regel ist extrem wertvoll, da sie uns die langfristigen Auswirkungen von gegenwärtigen Sparpotenzialen verdeutlicht.

Unser Tipp: Notieren Sie sich einmal sämtliche Ausgaben, die jeden Monat bei Ihnen anfallen und prüfen Sie kritisch, ob diese notwendig sind. Große Sparpotenziale verstecken sich häufig hinter Abos, Verträgen (Versicherungen, Energie- und Gas etc) sowie hinter gelegentlichem Konsum (Snacks, Cappuccino-To-Go etc.). Die nachfolgende Tabelle verdeutlicht das finanzielle Potenzial, dass Sie realisieren können, wenn Sie monatlich folgende Kosten einsparen:

 

50 Euro

75 Euro

100 Euro

150 Euro

200 Euro

Vermögen nach 10 Jahren

8.650 Euro

12.975 Euro

17.300 Euro

25.950 Euro

34.600 Euro

50-30-20-Regel

Wie verteilen Sie Ihr monatliches Einkommen? Kennen Sie die Höhe Ihrer Fixkosten? Wissen Sie, wie viel Geld Sie für Freizeitaktivitäten ausgeben? Wahrscheinlich nicht. Mit der 50-30-20-Regel bringen Sie Struktur in Ihre Finanzplanung.

Entsprechend der Regel, fließen 50 Prozent Ihres Einkommens in die Deckung Ihrer fixen und variablen Kosten. Weitere 30 Prozent fließen in die Finanzierung von Freizeitaktivitäten und Reisen und die verbleibenden 20 Prozent parken Sie entweder auf einem Rücklagenkonto oder sie fließen auf Ihr Depot (z.B. ETF-Sparpläne). Das Modell kann flexibel an Ihre individuelle Finanzlage angepasst werden, verschafft Ihnen jedoch (mentale) Freiräume. Wer seine Budgets im Griff hat, lebt entspannter.

60-40-Regel

Die 60-40-Regel bezieht sich auf die Zusammensetzung Ihres Anlageportfolios. Sie gehört weltweit zu den am häufigsten genutzten Anlagestrategien bei Einsteigern. 60 Prozent des Vermögens wird in den globalen Aktienmarkt investiert und 40 Prozent des Vermögens in bonitätsstarke Staatsanleihen, um das allgemeine Portfoliorisiko zu glätten.

Das Modell ist aufgrund des niedrigen Zinsniveaus nicht mehr ganz zeitgemäß, erweist sich jedoch gerade in turbulenten Phasen als besonders effektiv. Anleger, die nur auf Aktien setzen, geraten schneller in die Situation, dass sie aufgrund der kurzfristig hohen Volatilität zu ungünstigen Zeitpunkten aus dem Markt aussteigen. Mit Anleihen ist die Schwankungsintensität geringer. Sie fungieren demnach nicht als Renditebaustein, sondern vielmehr als Dämpfer. In dieser Funktion gehören sie aus meiner Sicht weiterhin in jedes stabile Portfolio.

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