Risikokapazität: Investieren Sie altersgerecht

Es schien so einfach – die Formel für das altersgerechte Anlegen: 100 – Alter = Aktienquote. Je älter man wurde, umso geringer wurde die Aktienquote. Diese sehr statische Formel schien im Zeitalter von Sparbuch, Tagesgeld und normalen Zinssatz von drei Prozent und höher zu funktionieren. Dennoch, auch damals wurde mit diesem Ansatz pauschal kalkuliert, ohne Berücksichtigung der höhe des Vermögens, der Kenntnisse und Erfahrungen der Anleger und per se wurden Aktien als Risiko eingestuft.

Damals wie heute, oder vielmehr erst recht heute muss sich die kluge Anlagestrategie selbstverständlich dem Älterwerden anpassen, aber auch Bedürfnisse berücksichtigen, denen die Geldanlage letztendlich Rechnung tragen muss.

Die Risikokapazität sollte stimmen

Es sollte daher unterschieden werden, ob ich als Schüler, Student oder Berufsanfänger für die Zukunft vorsorgen möchte, berufstätig bin oder die Pensionierung bereits erreicht habe. Als junger Mensch habe ich zwar Zeit Vermögen aufzubauen und Schwankungen auszusitzen, aber es mangelt in jungen Jahren doch eher am Vermögen. Hingegen, je älter man wird, umso mehr kann man davon ausgehen, dass das Vermögen anwächst und vermehrt werden kann.

Gerade in jungen Jahren spielt das Thema Liquidität eine große Rolle. Investitionen für Ausbildung oder Familiengründung müssen berücksichtigt werden; oft werden Kredite aufgenommen, die abgetragen werden müssen. Den Stress unvorhersehbare Ausgaben nicht stemmen zu können, sollte vermieden werden.

 

Tipp der Redaktion: Die Risikokapazität ist entscheidend bei der Geldanlage. Hier können Sie Ihre Risikokapazität ermitteln.

Grundsätzlich kann in jedem Alter mit Sparplänen investiert werden. Egal ob als Schüler mit einer monatlichen Sparrate von 25 Euro, als Auszubildender mit 100 Euro oder als Vermögender mit 1.000 Euro und mehr – das Modell eines kontinuierlichen Sparplans gewährt immer den günstigen Durchschnittskosteneffekt.

Und hat man erst einmal einen Grundstock gebildet, so kann man durchaus in unterschiedlichste Anlageformen anlegen. Hier bieten sich das Fondsdepot, der Robo-Adviser oder gar die aktive Vermögensverwaltung durch einen Experten an.

Die Risikobereitschaft ist mittlerweile sowohl eine persönliche Einstellung, als auch eine Chance auf Rendite. Das Anlageumfeld hat sich komplett geändert. Konnte man früher noch mit sicheren Staats- und Unternehmensanlage gute Renditen einfahren, so muss man heute eher mit einem Defizit in diesem Bereich rechnen, erst recht nach Einbeziehung der Inflation.

Und Aktien sind nicht gleich Aktien. Wir können nicht hochrisikoreiche und manipulierbare Wertpapiere mit den großen Evergreens, wie Nestlé, Johnson & Johnson, Procter & Gamble etc. vergleichen. Letztere bieten auch in hohem Alter die reale Chance auf Rendite, bei hoher Solidität. Einzige Einschränkung fürs Alter ist die breit gestreute Aufteilung der Anlagen auf unterschiedliche Anlageklassen, Länder und Branchen.

Eine ehrliche Analyse der eigenen Lebenssituation in jedem Alter ist zwingend erforderlich. Das Verständnis von Vermögen ist sehr individuell und sollte durch professionelle Unterstützung von Vermögensverwaltern und Anlageberatern analysiert werden. Denn DIE richtige Anlagestrategie für jeden und jedes Alter gibt es nun mal nicht.

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Über die Autorin: Petra Ahrens

Petra Ahrens, Vorstand der MAIESTAS Vermögensmanagement AG in Köln.