Altersvorsorge für Frauen: In 4 Schritten zum sorglosen Ruhestand

Viele Frauen fürchten sich vor ihrer finanziellen Zukunft. Geringere Einkommen, schlechtere Karriereaussichten und niedrige Rentenansprüche sind regelmäßig Bestandteile der öffentlichen Diskussion. Frauen haben ein erhöhtes Risiko später unter Altersarmut zu leiden. 

Auch ein ausgezeichneter Lebenslauf ist keine Garantie für bessere Aussichten. Das lässt sich aus diversen Studien und Statistiken herauslesen. Warum das so ist und wie Frauen Ihre Ruhestandsplanung angehen können, zeige ich Ihnen in diesem Beitrag.

Tücken in der Ruhestandsplanung für Frauen

Verschiedene Faktoren führen dazu, dass die Ruhestandsplanung für Frauen zu einer Herausforderung wird. Zunächst einmal leben Frauen im Durchschnitt knapp fünf Jahre länger als Männer. Das liegt meist am gesünderen Lebensstil (Sport und Ernährung) und an genetischen Faktoren.

Außerdem verdienen Frauen weniger als Männer – branchenübergreifend. Je geringer das Gehalt, je niedriger die Rentenbeiträge, desto geringer die zu erwartende Rente. Das führt wiederum zu größeren Rentenlücken bei Frauen. Gesellschaftlich betrachtet gelten Frauen zudem weiterhin als zentrale Bezugsperson für den Nachwuchs. Zwar übernehmen zunehmend mehr Männer Verantwortung für den Haushalt und Kinder, der Schwerpunkt liegt jedoch weiterhin bei den Frauen. Das hat erhebliche Einflüsse auf die Karriereplanung bzw. Möglichkeiten. Diese Einschnitte in der Erwerbsbiografie haben signifikante Einflüsse auf den zukünftigen Karrierepfad.

Die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern lässt sich statistisch mit der sogenannten Gender-Pension-Gap (GPG) ausdrücken. Die Kennzahl misst die relativen Unterschiede der Rentenansprüche. Laut OECD war das durchschnittliche Alterseinkommen von Frauen in 2016 um 46 niedriger als das der Männer. Um diese Unterschiede auszugleichen können Sie einerseits auf einen politischen Wandel warten oder Sie übernehmen heute Verantwortung.

Wie genau Sie die Ruhestandsplanung angehen, zeigen ich Ihnen jetzt.

Schritt 1: Finanzen organisieren

Bevor Sie ein Depot eröffnen und Wertpapiere kaufen, sollten Sie Ihre Finanzen organisieren. Verschaffen Sie sich eine Übersicht über Ihre Einnahmen, Ausgaben, Schulden, Versicherungen und Rücklagen. Achten Sie darauf, dass Sie die wichtigsten finanziellen Risiken abgesichert haben. Dazu gehört z.B. eine Haftpflichtversicherung sowie ein ausreichend großer Notgroschen für finanzielle Engpässe.

Reduzieren Sie zudem Ihre monatlichen Ausgaben, in dem Sie teuren Konsum vermeiden und sämtliche Energie- oder Versicherungsverträge optimieren. Dadurch verbessern Sie Ihre monatliche Sparquote, die Sie für den Vermögensaufbau nutzen können. Je größer diese ist, desto höher auch das zu erwartende Vermögen im Alter. Machen Sie außerdem regelmäßig Ihre Steuererklärung und werden Sie (falls es Ihnen nicht wichtig ist) Ihre Kirchensteuerpflicht los. Auch damit sparen Sie bares Geld.

Schritt 2: Sprechen Sie eine Sprache als Familie

Gerade dann, wenn Sie verheiratet sind oder sich in der Hochzeitsplanung befinden, sollte das Thema gemeinsame Finanzplanung eine wichtige Rolle spielen. Das mag im ersten Augenblick zwar unromantisch klingen – ist jedoch immens wichtig. In Einzelfällen kann sich sogar ein Ehevertrag lohnen, um für klare Verhältnisse zu sorgen.

Wichtiger Hinweis: Eine Kapitallebensversicherung macht als Geldanlage wenig Sinn, eine Risikolebensversicherung ist hingegen eine äußerst wichtige Absicherung, sollte ein Ehepartner früher sterben. Besonders Familien und Paare, die hauptsächlich vom Einkommen einer Person abhängig sind, sollten sich entsprechend absichern.

Setzen Sie sich zudem gemeinsame Ziele ohne auf individuelle Wünsche zu verzichten. Ein gemeinsames Konto bzw. Depot kann um eigene Konten ergänzt werden, die jeder für das Verfolgen eigener Sparziele nutzen kann. Diese Individualität zu erhalten ist wichtig, um eine nachhaltig erfüllte Beziehung aufzubauen. Kompromissbereitschaft ist wichtig, kann jedoch auch schaden. Sprechen Sie in jedem Fall offen über Finanzthemen und legen ein System fest, in dem jeder sich sicher und wohl fühlen kann.

Schritt 3: Börse verstehen und Risikoprofil bestimmen

Ein Fehler, den viele Anleger begehen ist, dass Sie sich von heute auf morgen auf die Börsen stürzen, ohne sie zu verstehen. Investieren Sie Zeit darin, zu verstehen, was eine Börse überhaupt ist. Lernen Sie die Basics kennen, z.B. bei uns im Wissensbereich und treffen Sie durchdachte und unabhängige Entscheidungen. Ein weiterer Punkt sollte sein, dass Sie Ihren Rentenbedarf schätzen. Dafür können Sie unseren Rentenrechner nutzen. Dieser zeigt Ihnen auf Basis statistischer Daten, mit welcher Rente Sie im Durchschnitt rechnen können. Damit haben Sie zumindest schon mal ein grobes Sparziel vor Augen.

Sie wissen, wie die Börse funktioniert, was ETFs sind und wie hoch Ihre Rente sein wird. Im nächsten Schritt müssen Sie Ihr Risikoprofil festlegen. Das heißt, dass Sie darüber entscheiden müssen, wie viel Risiko Sie ertragen können. Unterschätzen Sie diese Entscheidung nicht. Wer seine Risikotragfähigkeit überschätzt, trifft im schlimmsten Fall impulsive Anlageentscheidung und schadet seiner Rendite. Umgekehrt trifft jemand, der seine Risikoscheu überschätzt, „zu“ konservative Entscheidungen. Auch das hat langfristig negative Auswirkungen auf die Vermögensbildung. Das Risikoprofil hat einen erheblichen Einfluss auf den Aufbau des Anlageportfolios.

Tipp: Sie möchten vorsorgen? Hier gelangen Sie zum Vorsorgerechner von extraETF.

Schritt 4: Portfolio aufbauen und regelmäßig prüfen

Im letzten Schritt bauen Sie Ihr Portfolio auf. Zu den wichtigsten Anlageklassen gehören Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe. Aktien gehören zu den „riskantesten“ Assets – aber auch gleichzeitig zu den wachstumsstärksten Werten. Die Höhe des Aktienanteils in Ihrem Portfolio sollten Sie demnach von Ihrem Risikoprofil abhängig machen. Denken Sie dran, dass gerade in jungen Jahren eine hohe Aktienquote vertretbar ist. Marktturbulenzen können bei längeren Anlagezeiträumen besser kompensiert werden. In der ETF-Suche finden Sie die wichtigsten ETFs (ETCs) auf die oben genannten Anlageklassen. Wer möchte, darf auch in Einzelaktien investieren – hier nehmen Sie jedoch große Klumpenrisiken in Kauf, das sollte Ihnen bewusst sein.

Einmal im Jahr sollten Sie zudem einen Depot-Check vornehmen. Sie kontrollieren Ihre aktuelle Portfoliogewichtung und passen diese an die ursprüngliche Gewichtung an. Damit sorgen Sie dafür, dass Sie nie mehr (oder weniger) Risiken tragen, als Sie ertragen können. Das Prinzip nennt sich in der Finanzwelt auch Portfolio-Rebalancing.