Anleihen: Der schwarze Schwan namens High-Yield

Anleihen: Der schwarze Schwan namens High-Yield

Die Gelddruckorgie der Notenbanken hat unter anderem bewirkt, dass schlechte Bonitäten nicht mit einem angemessen hohen Zins ausgestattet sind. Diese sogenannten Zombie- oder Schrott-Anleihen existieren, weil sie sich durch einen unverschämt niedrigen Zins refinanzieren können. Zum Kernproblem dieser Anleihen könnte ein steigender Zins werden. Sie könnten die nächste Krise auslösen.

Unternehmensanleihen schwellen an

Die Bestände an Unternehmensanleihen sind in den vergangenen Jahren auf etwa zwei Billionen US-Dollar explodiert. Die Schuldenpapiere wurden von Hedgefonds, Pensionsfonds und Stiftungen erworben. Als Beimischung fanden sie dann den Weg in Dachfonds, Geldmarktfonds und in gemischte Fonds. Und natürlich in neue High-Yield-Fonds sowie dafür kreierte ETFs, die sich in der Euphorie wie Karnickel vermehrt haben. Das imminente Risiko dabei ist, dass etwa die Hälfte aller Investment-Grade-Anleihen nur ein BBB-Rating besitzen. Oft haben diese Schuldner kein Anlagerating. Viele andere Unternehmen mit Investment Rating arbeiten nur knapp an der Profitabilität.

Sollte es nun wegen Zinserhöhungen zu Zahlungsausfällen oder aufgrund einer Wirtschaftsschwäche zu einer Bonitätsherabstufung kommen, müssen Fonds und ETFs diese Bestände verkaufen, besonders dann, wenn Anleger aus Angst vor einem Totalverlust Fonds- und ETF-Anteile zurückgeben. Alle erkennen plötzlich, wie risikoreich ihr Geld angelegt ist und wollen ihre Schrottanlagen verkaufen.

Aber an wen? Wenn keine Probleme auftreten, funktioniert der Markt. Wird er zum Verkäufermarkt, implodieren die Kurse. Die Illusion, dass die Papiere jederzeit verkauft werden können, platzt. Wer kauft in diesem Szenario schon Anleihen, die morgen wertlos sein können? Es werden auch nicht mehr nur die Werte verkauft, die verkauft werden müssten (Bonitätsverschlechterung), sondern die Anleihen, die, wenn auch zu deutlich niedrigerem Preis, noch verkauft werden können (bessere Bonität).

Gefahr für High-Yield-Anleihen

Nicht auszudenken, welche Situation entsteht, wenn zusätzlich die Kreditgeber in Schwierigkeiten geraten, also Probleme des Marktes für High-Yield-Anleihen auf andere Märkte überspringen.

Wer heute Besitzer solcher Anlagen ist, sollte über eine Beendigung des Engagements nachdenken, zumal die Renditen des vergangenen Jahres meist in keinem Verhältnis zum Risiko standen. Aber auf alle Fälle muss auf eine erträgliche Größenordnung reduziert werden. Wer den Teufelskreis nicht erkennt, sollte die Geschichte vom Subprime-Hypothekenmarkt 2008 noch einmal nachlesen.

Über den Autor

Rolf Ehlhardt Rolf Ehlhardt, Vermögensverwalter, I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung Mannheim GmbH in Mannheim.

 

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Thomas Brummer

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