Asien: Im fernen Osten spielt die Börsenmusik

Das weltweit größte Handelsabkommen ist ein Zeichen dafür, dass die Musik in den kommenden Dekaden im Osten spielt. Genauer gesagt in Asien.

Chinas Technologieunternehmen bleiben die einzig ernst zu nehmende Konkurrenz für Google, Amazon, Facebook und Co. Selbst japanische Aktien scheinen aus dem Dornröschenschlaf erwacht zu sein. Anleger sollten mehr gen Osten schauen.

Mega-Abkommen in Asien

Es ist ein Handelsabkommen von historischem Ausmaß. Mehr als 2,2 Milliarden Menschen und 28 Prozent der Weltbevölkerung werden von diesem Abkommen direkt tangiert sein. Sie werden von wegfallenden Zöllen und weniger Handelshemmnissen profitieren. Dabei hat Indien mit seinen 1,4 Milliarden Menschen noch die Möglichkeit, dem asiatisch-pazifischen Handelsabkommen beizutreten. Die USA und Europa bleiben außen vor.

Dies wird direkte Auswirkungen haben, etwa auf die deutsche Autoindustrie. Wenn in Zukunft japanische Autobauer keine Zölle mehr abführen, Unternehmen hierzulande aber die Importe verzollen müssen, ist es für die Europäer sinnvoll, Teile der Produktion nach Asien zu verlagern. Immerhin soll im Jahr 2040 jedes zweite Automobil in Asien abgesetzt werden.

Europa mit Problemen

Für Europa ist dies mehrfach bitter. Denn sowohl der MERCOSUR-Handelspakt mit Südamerika stockt, der TTIP-Freihandelsdeal mit den USA ist Geschichte und selbst ein Freihandel mit Großbritannien wird wohl aufgrund verletzter Eitelkeiten beiderseits bis auf Weiteres auf Sparflamme kochen.

Anleger sollten da aufhorchen und bestehende Investitionen in europäische Aktien auf deren Zukunftsfähigkeit überprüfen. Eventuell frei werdende Gelder können in entsprechende Zukunftsmärkte im asiatisch-pazifischen Raum umgelenkt werden. Zu diesen Zukunftsmärkten gehören die chinesischen Technologieunternehmen von Alibaba über BYD bis Tencent.

Was macht Japan?

Japanische Aktien haben ebenfalls wichtige psychologische Charthürden nach oben durchbrochen. Sie präsentieren sich nicht zuletzt durch geringe Corona-Pandemie-Maßnahmen der Regierung als äußerst robust.

Wer es als Anleger etwas diversifizierter will, der sollte auf einen Fonds setzen, der im asiatischen Raum bevorzugt in mittlere und kleinere Unternehmen investiert. Der große Vorteil hierbei ist der deutlich geringere staatliche Einfluss, welcher oft darauf erpicht ist, den Bestand zu wahren und Innovationen zu versäumen.

Tipp: An der Börse scheinen sich die Aussichten wieder aufzuhellen. Nutzen Sie die Möglichkeit, einen ETF-Sparplan anzulegen. Achten Sie dabei auf weltweite Streuung.

Über den Autor: Michael Thaler

Michael Thaler ist Vorstand der TOP Vermögen AG in München.