Freihandelszone

Renditepotenzial mit der Entstehung der weltgrößten Freihandelszone

Während Donald Trump die Wirtschaft weiter mit Zöllen und dem Ausstieg aus althergebrachten Abkommen traktiert, entsteht auf der anderen Seite des Globus die weltgrößte Freihandelszone, die mit etwa 3,2 Milliarden Menschen gut 40 Prozent des Welthandels umfasst. Für Investoren eröffnet sich eine interessante Region.

Das RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership) vereinigt künftig die zehn südost-asiatischen ASEAN-Mitglieder: Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam mit den Ländern Indien, Japan China, Südkorea, Australien und Neuseeland. Noch scheitert der Abschluss an Indien. Das Land befürchtet unter anderem eine Flut billiger chinesischer Massengüter auf dem eigenen Binnenmarkt, die zulasten einheimischer Unternehmen gehen. Doch die Chinesen machen Druck und drängen auf eine zügige Einigung, notfalls ohne die Inder.

Das Potenzial des Marktes ist enorm. Wer sich die Wachstumsdynamik Chinas seit seiner Öffnungs- und Reformpolitik vor 20 Jahren vor Augen hält, ahnt, welche Möglichkeiten freie und faire Marktbedingungen in einer Region mit den bevölkerungsreichsten Ländern der Erde bieten kann. Hinzu kommt, dass die Menschen vorwiegend jung und aufgeschlossen für Neues sind. In Deutschland und Europa sind die zentralen Themen nach wie vor der amerikanisch chinesische Handelsstreit, Brexit oder Klimaschutz. Das alles lähmt die Wirtschaft und verunsichert die Börsen aus Angst vor einer nahenden Rezession.

Dabei wäre es sinnvoll, den Blick gen Osten zu wenden und sich an der Entwicklung in der Asien-Pazifik-Region zu beteiligen. Die EU und vor allem die deutsche Exportindustrie könnten von dem Potenzial der Region enorm profitieren. Zumal mit dem Rückzug der USA aus TTP, dem transpazifischen Handelsabkommen, eine Lücke entstanden ist, die gefüllt werden muss.

Für Investoren, die offen für Neues sind und über einen ausreichend langfristigen Anlagehorizont verfügen, kann es interessant sein, sich an einer zu erwartenden, zukünftig dynamischen Entwicklung in der Region Asien-Pazifik zu beteiligen. Aktiv gemanagte Aktienfonds sind hierbei besser geeignet als passive Investments, die ganze Indizes abdecken.

Über den Autor: Ralph Rickassel

Ralph Rickassel ist Vermögensberater bei der PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf.

Tipp: Weitere Informationen zu einer Anlage in die asiatische Region finden Sie in unserem Anlageleitfaden „Investieren in Asien“.