Börsenprofi: Darum sollten Sie Ihre Aktien jetzt auf keinen Fall verkaufen!

Viele Anleger haben mit der Erholung der Aktien nach dem Corona-Crash ordentliche Kursgewinne erzielt. Sie fragen sich, wie sie sich jetzt verhalten sollen: zukaufen, behalten oder verkaufen und Gewinne realisieren?

Es gibt mehrere Gründe, warum die Chancen für ein positives Jahr 2021 für Aktienanleger hoch sind. Die Corona-Pandemie wird aufgrund der Impfungen und einsetzender Herdenimmunität an Schrecken verlieren. Dies sollte in eine kräftige Erholung der Weltkonjunktur münden. Denn der tiefe ökonomische Schock im vergangenen Jahr resultierte aus kollabierenden Umsätzen, die zu heftigen Gewinneinbrüchen führten.

Die Gewinnmargen blieben im Gegensatz zur Finanzkrise 2008/2009 erstaunlich stabil. Steigen nun die Umsätze wieder in Richtung Vor-Coronaniveau, werden sich die Unternehmensgewinne rasch erholen. Eine anhaltend lockere Geldpolitik sowie staatliche Konjunkturhilfen werden den Aufschwung zusätzlich unterstützen.

Aktien nicht verkaufen

Vor diesem Hintergrund macht es keinen Sinn zu verkaufen. Zwar gibt es Risiken wie ein kurzfristiger Kontrollverlust über den Virus. Im schlechtesten Fall treten Mutationen des Virus auf, welche die Effizienz der Impfstoffe aushebeln und (gleichzeitig) ansteckender sind. Dann wäre ein schrittweiser Rückgang zur Normalität ebenso wie die Erholung der Unternehmensgewinne passé.

Tipp der Redaktion: Bei Aktien gilt es, breit gestreut zu investieren. Orientieren Sie sich dazu an unseren Musterportfolios.

Für die Beruhigung der Nerven sollte man sich daher bei Einzelinvestments gegen größere Kursverluste absichern. Eine Möglichkeit sind sogenannte Trailing-Stops. Hierbei wird der Stop-Preis an den Kurs gekoppelt. Steigt die Aktie, wird der Stop-Preis in einem festgelegten Abstand nach oben angepasst. Der Stop-Kurs wandert mit. Fällt die Aktie, bleibt der Stop-Preis unverändert. Trailing-Stops sind somit ein gutes Instrument, Gewinne laufen zu lassen und Kursverluste zu begrenzen.

Anleger, die noch nicht investiert sind, sollten sich schrittweise in den Markt wagen. Mit einem Sparplan können Anleger in regelmäßigen Raten Geld investieren. Diese Kontinuität allein ist schon ein Vorteil, da Anleger kein Timing-Risiko eingehen. Ein weiterer Vorteil ist der Durchschnittskurs, den man mit einem monatlichen Kauf erreicht.

Das bedeutet, dass Anleger bei niedrigen Kursen mehr Fondsanteile und bei höheren Kursen weniger Anteile erhalten. Mit diesem sogenannten Cost-Average-Effekt wird über die Zeit ein guter Durchschnittskaufpreis erzielt. Die Flexibilität ist ein weiterer Vorteil. Anleger können die Sparraten jederzeit anpassen oder bei Bedarf aussetzen.

Über den Autor: Adrian Roestel

Adrian Roestel ist Leiter Portfoliomanagement bei der Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung GmbH in München.