Dax-ETFs sind keine Erfolgsgaranten

Der Dax ist das Aushängeschild bei deutschen Anlegern. Doch konzentrieren Sie sich nicht auf ein Land. Streuung ist das A und O der der Geldanlage.

Große und mittelgroße deutsche Börsenwerte können ein gutes Investment sein. Wir empfehlen generell, sich nicht nur auf den Heimatmarkt zu beschränken. Um Risiken möglichst zu streuen und damit die Vermögensentwicklung zu stabilisieren, macht es Sinn, in voneinander unabhängige Märkte, Branchen und Anlageklassen zu investieren.

Dax-Streuung ist nicht genug

Durch die Dax-Erweiterung von 30 auf 40 Werte wird der deutsche Leitindex zwar breiter und damit voraussichtlich repräsentativer für die starke deutsche Wirtschaft. Bisher sind manche Branchen überproportional und andere gar nicht vertreten. Das dürfte sich durch die Aufsteiger zumindest etwas verbessern.

Tipp der Redaktion: Setzen Sie nicht ausschließlich auf Dax-ETFs. Achten Sie immer auf eine breite Streuung. Orientieren Sie sich grundsätzlich an unseren Musterportfolios.

Anleger sollten jedoch nicht nur auf den Unternehmenssitz in Deutschland achten, sondern globaler denken. Also etwa den weltweiten MSCI World, den europäischen EuroStoxx 50 oder auch Schwellenländer-Indizes mit in ein breit aufgestelltes Portfolio nehmen.

Einen breiten ETF wählen

Ein kostengünstiger ETF kann dabei ein gutes, transparentes Anlagevehikel sein. Aber nur weil Dax-ETF draufsteht, ist das noch keine Garantie für eine ausgewogene Gesamtstrategie. Anleger sollten sich bei ETFs bewusst sein, dass sie negative Marktbewegungen wie im März 2020 aushalten müssen, ohne dass jemand eingreift.

Das heißt nicht, dass aktiv gemanagte Produkte besser sind. Viele Fondsmanager schaffen es langfristig nicht, ihren Vergleichsindex zu schlagen und damit die höheren Kosten im Vergleich zu einem ETF zu rechtfertigen. Andere liefern seit Jahren bessere Ergebnisse und sind offensichtlich ihr Geld wert. Deswegen sollten Anleger regelmäßig – mindestens einmal pro Jahr – überprüfen, ob die Fonds ihre ursprünglichen Erwartungen erfüllt haben. Ein einzelnes Produkt, um das man sich gar nicht kümmern muss, gibt es leider bei keiner Geldanlage.

Wir setzen passive Indexfonds zum Beispiel ein, um kostengünstig die Gesamtentwicklung eines kompletten Marktes abzubilden. Aktive Fonds nutzen wir, um in eher unübersichtlichen Märkten wie in Asien zu investieren. Hier sind Wissen und Erfahrung des Managements besonders wertvoll.

Über den Autor: Burkhard Wagner

Burkhard Wagner ist Vorstand bei der PARTNERS VermögensManagement AG in München.