Dax-Konzerne: Diese deutsche Schlüsselindustrie sollten Sie keineswegs abschreiben

Die Anleger-Welt spricht über Apple, Google, Tesla und Facebook. Doch die Dax-Familie sollte man nicht abschreiben – eine alte deutsche Schlüsselindustrie bietet enormes Potenzial.

Die Zukunft des automobilen Verkehrs besteht nicht mehr nur aus Tesla oder Google. Die alteingesessenen Autohersteller verfügen über riesige Ressourcen, sowohl in Forschung Entwicklung wie auch in Fertigung und Vertrieb.

Im Wettlauf um die automobile Zukunft geht es um Marktchancen und Potenziale in den Feldern Batteriemanagement, Entertainment, autonomes Fahren und Sicherheitstechnologie. Doch ohne die staatlichen Förderprogramme rund um die E-Mobilität würden derzeit viele Verbraucher ein Elektrofahrzeug gar nicht in Erwägung ziehen. Das wird sich ändern.

Der Schlüssel zum nicht subventionierten Massenmarkt sind die Batteriekosten. Sobald diese nachhaltig unter 100 US-Dollar pro Kilowattstunde (kWh) fallen (2011 lag der Preis noch bei über 900 Dollar) sollte es so weit sein. Chinesische Herstellen haben dies bereits bei einigen Fahrzeugen geschafft. Es wird erwartet, dass die Batteriekosten bis 2030 auf unter 60 Dollar sinken werden.

Dax-Giganten mit riesigen Ressourcen

Dann werden Elektrofahrzeuge für Konsumenten nicht nur durch ihren niedrigeren Verkaufspreis attraktiv sein. Typische batteriebetriebene Autos verursachen in der Regel deutlich niedrigere Wartungs- und Verbrauchskosten als Benziner und Diesel. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass einzelne Staaten wie die USA nach neuen Möglichkeiten der Besteuerung suchen, um die wegfallenden Einnahmen aus der Benzinsteuer auszugleichen.

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Etablierte Autobauer reagieren und kündigen die vollständige Umstellung der Fahrzeugproduktion in den kommenden Jahren an und investieren zudem kräftig in den Geschäftsbereich für autonomes Fahren. Die Großen der Branche haben dabei ein nicht zu unterschätzendes Pfund: Sie verfügen über riesige Ressourcen und weltweite Fertigungskapazitäten. Dazu zählen die deutschen Dax-Giganten Daimler (WKN: 710000), BMW (WKN:  519000) und VW (WKN: 766400)

Mehr noch: Die großen Autobauer könnten sich dahingehend entwickeln, dass sie nicht nur Geld mit dem Bau und Verkauf der Autos verdienen. Sie könnten Abo-Pakete anbieten, die Batteriemanagement, Insassenunterhaltung, verbesserte Sicherheit und Selbstfahrtechnologie umfassen. Das wahrscheinlich bedeutendste Software-Update für einige Modelle wird die Möglichkeit zum autonomen Fahren sein. Für Anleger ist es wichtig herauszufinden, wer damit am schnellsten vorankommt.

Experten erwarten, dass bereits 2030 Flotten autonomer Elektrofahrzeuge in den meisten größeren und vielen kleineren Städten auf der ganzen Welt verbreitet sein werden, insbesondere in Asien. Damit wird die Notwendigkeit schwinden, ein eigenes Fahrzeug zu besitzen und das Modell Auto-as-a-Service noch mehr an Bedeutung zunehmen.

Über den Autor: Gottfried Urban

Gottfried Urban ist Geschäftsführer der Urban & Kollegen GmbH Vermögensmanagement in Altötting.