Gewinnen, wo andere verlieren mit einer Depotabsicherung

Wer in der Krise mit seinen Wertpapieren kein Geld verlieren will, sollte das Depot absichern. Herkömmliche Strategien haben den Nachteil, dass sie lediglich Verluste begrenzen. Mit der richtigen Strategie sowie einer Depotabsicherung ist sogar bei stark fallenden Kursen in Krisenzeiten eine positive Performance möglich.

Die Coronakrise hat an den Börsen weltweit für massive Kursverluste gesorgt. Der Dax etwa stürzte von Mitte Februar bis Mitte März von fast 13.800 Punkten auf rund 8.400 Punkte ab Mittlerweile erholt sich das Börsenbarometer wieder. Doch viele Depots sind seitdem zweistellig im Minus.

Vorteile der Depotabsicherung

Absicherungsstrategien helfen, solche Kursverluste zu begrenzen. Klassische Methoden sind das Einziehen von Stopp-Loss-Marken oder der Kauf von Discount-Zertifikaten. Beide Methoden haben allerdings den Nachteil, dass sie Verluste lediglich begrenzen. Die Stopp-Loss-Strategie sorgt zudem dafür, dass Anleger beim Erreichen der Schwelle die betroffenen Aktien verkaufen. Dreht der Kurs, verpassen sie in der Regel den richtigen Zeitpunkt zum Wiedereinstieg und damit einen großen Teil der Erholung.

Ratsamer ist eine gestaffelte Strategie mit Put-Optionen. Diese Verkaufsoptionen erlauben es, von fallenden Kursen zu profitieren. Der Vorteil dabei: Während zum Beispiel Stopp-Loss-Absicherungen erst greifen, wenn die Aktien bereits an Wert verloren haben, sichert die Put-Strategie einen fallenden Markt ohne Verzögerung ab. Geht der Kurs nach unten, schnellt der Wert des Puts nach oben.

Statt aus dem Markt auszusteigen, werden zur Absicherung mehrfach Put-Optionen auf den DAX und den US-amerikanischen Marktindex S&P 500 gekauft. Die Absicherung gegenüber dem breiten Markt ist sinnvoll, da es das Roulettespiel vermeidet, Prognosen über die Entwicklung einzelner Unternehmen treffen zu müssen.

Bei jedem Rückschlag der Aktienindizes werden die Puts mit Gewinn verkauft. Diese Zusatzerträge sichern nicht nur das Depot ab. Sie erlauben es, parallel dazu eine Cash-Position aufzubauen. Mit dieser können Kursrückschläge zum Nachkaufen oder Neueinstieg genutzt werden.

Dass diese Absicherung in der Praxis funktioniert, zeigt unser Depot. Durch die gestaffelte Absicherung weist es seit Jahresanfang eine positive Performance von mehr als zehn Prozent auf, obwohl der Wert der Aktien im Depot um bis zu 25 Prozent gefallen ist. Betrachtet man nur den Zeitraum seit dem Höhepunkt der Krise Mitte März, ist der Depotwert nahezu unverändert geblieben, während der Markt etwa 30 Prozent an Wert verloren hat.

Eine kluge Absicherungsstrategie erlaubt es, auch in Krisenzeiten fast vollständig in Aktien investiert zu sein. Den richtigen Zeitpunkt für den Wiedereinstieg kann man somit nicht verpassen. Das Depot profitiert im gesamten Umfang von einer einsetzenden Erholung.

Über den Autor: Michel Schwarz

Michel Schwarz ist Chief Investment Officer der CORUM Vermögensverwaltung (Deutschland) GmbH in München.

Tipp: Neben Put-Optionen können auch Short-ETFs und ETF-Optionen zur Depotabsicherung genutzt werden. Aber auch Themen wie die allgemeine Asset Allocation oder auch die Diversifikation spielen eine enorm wichtige Rolle.