Der Mars hat Anlagefantasie

Auf dem Mars ist zum ersten Mal ein von Menschen geschickter Hubschrauber geflogen. Bedeutet das irdische Anlagefantasie?

War es das nun: ein kleiner Schritt für den Helikopter und ein riesiger für die Menschheit? In jedem Fall ist es eine Mission, die Anleger träumen lässt. Der Mars lässt das Herz von Utopisten höherschlagen. Werden bald Marskolonisten wertvolle Rohstoffe schürfen, die dann in Lastenshuttles zur Erde gebracht werden? Wir der Mars gar zur virenfreien Tourismus-Destination? Oder das Sprungbrett in andere Galaxien? Wohl kaum. Geträumt werden darf trotzdem. Jedoch mehr vom wesentlich irdischeren Streben nach Einfluss und Reichtum.

Mars weckt Anlagefantasie

Der Mars wird zum Symbol eines Wettlaufs zwischen staatlichen und privaten Raumfahrern. Die Nasa macht Hubschraubersprünge, Elon Musk will siedeln. Es steht ein Rennen bevor, vergleichbar mit dem Aufbruch der ersten Siedler nach Westen, um die neuen Vereinigten Staaten von Amerika zu entdecken. Es ist ein Treck epischen Ausmaßes, der Versuch der Landnahme, des Absteckens von Claims und natürlich auch der Run auf Rohstoffe. Ein neuer Goldrausch.

In den vergangenen Jahren hat die Technik gewaltige Sprünge gemacht, künstliche Intelligenz hilft, sich selbst zu verbessern. Gleichzeitig hat die Technologie für die gewaltige Ansammlung von Geld in den Händen weniger Konzerne und Menschen geführt. Geld ist in solchen Mengen vorhanden, dass staatliche Stellen nur neidische zuschauen können, wie Milliarden mehr oder weniger wie Spielgeld verbrannt werden, um dem Ehrgeiz Einzelner im All zu dienen.

Irdische Rendite

Milliarden – und jetzt wirds wieder irdisch, – die bereits heute ausgegeben werden. Die Investitionen ermöglichen neue Technologie- und Arbeitsfelder, die die Wirtschaft antreiben und für eine eigene Konjunktur sorgen. Ideen und Entwicklungen sorgen in den entsprechenden Branchen und Unternehmen bereits heute für reale Gewinne.

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Die Börse honoriert Umsatz und Gewinn, sie honoriert Patente in der Pipeline, sie honoriert neue Produkte und Dienstleistungen. Wenn an der Börse die Zukunft gehandelt wird, dann ist das Geschäft mit dem Mars eine große Zukunft. Eine Zukunft, die viele Erfindungen hervorbringen wird. Patente, die die Wirtschaft vorantreiben und Fantasien wecken. Eine Zukunft für Visionäre, die ihr irdisches Vermögen nutzen, um den Mars zu erreichen.

Als Anleger ist es nicht sinnvoll, sich bei Investitionsentscheidungen auf Visionen zu stützen. Es ist aber sinnvoll zu beobachten, in welche Richtung die Reise geht, ob Themen sich verstärken oder abschwächen. Das Thema Raumfahrt, der Aufbruch zum Mars erhält derzeit einen enormen Schwung. Investierbar ist es nur indirekt. Aber es ist hier wie beim Goldrausch: Reich wird auch, wer die Schaufeln und Siebe verkauft. Als Investor ist es also gut, auf der Erde zu bleiben und die Dividende der Profiteure einzustreichen.

Über den Autor: Uwe Zimmer

Uwe Zimmer ist Finanzexperte in Köln.