Der MDax ist 25 – Wachstum findet in der zweiten Reihe statt

Wachstum findet in Deutschland in der zweiten Reihe statt. Der deutsche Mittelstand ist das Rückgrat und der eigentliche Wachstumstreiber der deutschen Wirtschaft und fand bisher im MDax ein hervorragendes Nest. Hoffentlich macht die Dax-Reform das nicht zunichte.

Seit seiner Auflegung vor 25 Jahren am 19. Januar 1996 hat der MDax um mehr als 1100 Prozent zugelegt. Der acht Jahre ältere Dax brachte es seither „nur“ auf ein Plus von gut 500 Prozent.

Im Fokus steht der MDax mit seinen 60 mittelgroßen Unternehmen bei Investoren jedoch nicht. Der Dax mit seinen 30 Werten stiehlt ihm als Aushängeschild der deutschen Konzerne die Show. Die meisten Investoren – Institutionelle wie Privatanleger – schauen vor allem auf den Dax.

Wie sieht es im MDax aus?

Für das bessere Abschneiden gibt es viele Gründe. Die Unternehmen im MDax sind überwiegend kleiner als die Dickschiffe im Dax. Das macht sie flexibler, sie können schneller auf Veränderungen des Umfelds reagieren. Viele dieser Unternehmen zählen zu Weltmarktführern oder zu den führenden Anbietern ihrer jeweiligen Branche. Die Vielfalt der vertretenen Branchen und die Innovationskraft dieser mittelständisch geprägten Firmen zeichnen den MDax aus. Außerdem findet in kleineren Indizes typischerweise eine stärkere kontinuierliche Durchmischung mit wachstumsfrischen Unternehmen statt.

Und der kleine Bruder, der SDax?

Auch den ganz kleinen Bruder SDax mit 70 kleineren Unternehmen hat der Index der mittelgroßen Werte geschlagen. Der SDax wurde gut drei Jahre nach dem MDax aus der Taufe gehoben und hat seither rund 430 Prozent zugelegt. Die bessere Entwicklung des MDax im Vergleich zum SDax liegt vor allem daran, dass die besonders guten Firmen mit steigenden Kursen relativ schnell in den MDax aufsteigen. Der MDax profitiert damit längere Zeit von guten Unternehmen als der SDax – denn für den Aufstieg in die höchsten Weihen des Dax sind die Hürden deutlich höher.

Dem MDax steht im Jubiläumsjahr jedoch eine größere Veränderung bevor. Im Zuge der durch die Vorgänge um das Skandalunternehmen Wirecard angestoßenen Indexreform wird der Dax im September um zehn Werte auf dann 40 aufgestockt; der MDax der mittelgroßen Werte schrumpft im Gegenzug nur zwei Jahre nach seiner Erweiterung wieder auf 50 Unternehmen.

Damit verliert der Index seine größten Unternehmen und ein Drittel an Marktkapitalisierung. Viele Investoren befürchten, dass der Nebenwerte-Index drastisch an Bedeutung einbüßen könnte und als großer Verlierer aus der Reform hervorgeht.

Tipp der Redaktion: Nebenwerte können zur Beimischung dienen, da sie auf lange Sicht eine höhere Renditeerwartung aufweisen. Orientieren Sie sich grundsätzlich an unseren Musterportfolios.

Als sicherer Aufsteiger in den Dax gilt der Flugzeugbauer Airbus (ISIN: NL0000235190), der von der Marktkapitalisierung her schon lange in den Leitindex gehört. Bislang scheiterte er an dem vergleichsweisen geringen Handelsvolumen. Weitere sind die Siemens-Ausgründungen Siemens Healthineers (ISIN: DE000SHL1006) und Siemens Energy (ISIN: DE000ENER6Y0), der Duftstoffhersteller Symrise (ISIN: DE000SYM9999), der Onlinehändler Zalando (ISIN: DE000ZAL1111), der Labortechnikanbieter Sartorius (ISIN: DE0007165607), der Biotechkonzern Qiagen (ISIN: NL0012169213) oder der Chemiehändler Brenntag (ISIN: DE000A1DAHH0).

Über den Autor: Marc-Oliver Lux

Marc-Oliver Lux ist Geschäftsführer der Dr. Lux & Präuner GmbH in München.

iShares MDAX UCITS ETF (DE)

WKN: 593392 ISIN: DE0005933923
Kurs 274,35 €
Kosten (TER) 0,51 %
Fondsvolumen 1.700 Mio. €
Indexabbildung Physisch
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