Experte mahnt jetzt: Die Tech-Stars bekommen Gegenwind

Den Tech-Unternehmen stehen bewegte Zeiten bevor. Nicht wenige sprechen von neuen Realitäten und einem Paradigmenwechsel.

In der Technologiebranche ist das Thema Regulierung ein ganz kleines und zartes Pflänzchen. Dieser Zustand, gepaart mit der Möglichkeit, nahezu keine Steuern zahlen zu müssen, hat den Aktionären bisher viel Freude bereitet. Doch jetzt stehen den Tech-Unternehmen bewegte Zeiten bevor. Jüngst wurde von den G20 der Boden für die Einführung einer weltweiten Digitalsteuer bereitet.

Politik will Macht der Tech-Giganten brechen

In den USA stehen den Unternehmen sehr bald Steuererhöhungen ins Haus. Die Corona-Kosten und die enormen staatlichen Hilfsprogramme müssen schließlich bezahlt werden. Da ist es durchaus probat, die größten Profiteure in höherem Maß daran zu beteiligen. Interessant ist auch, wie die Politik die Macht der Tech-Giganten zu brechen versucht: In USA haben 40 Staaten Klage gegen Facebook wegen Machtmissbrauchs eingereicht. In China hat die Regierung den weltweit größten Börsengang aller Zeiten der Alibaba-Tochter Ant Group im November 2020 untersagt.

Mehr Regulierung bedeutet gerade für Technologieunternehmen Gefahren für die Unternehmenspolitik und wird Auswirkungen auf die Bilanzen und die Wachstumschancen haben.

Es stellt sich nun für den Anleger die Frage, ob die satten Gewinne in den Unternehmen auch weiterhin so sprudeln werden und die Aktienkurse wieder den steilen Weg nach oben einschlagen werden. Gut aufgestellte Unternehmen mit soliden Cashflows, zufriedenen Kunden und einer guten Balance zwischen betriebswirtschaftlich erfolgreichem und gesellschaftsbewusstem Handeln werden immer hervorragende Zukunftsaussichten haben. Die anderen Unternehmen nicht – Punkt.

Tipp der Redaktion: Bleiben Sie investiert und orientieren Sie sich bei der Geldanlage grundsätzlich an unseren Musterportfolios.

Gesellschaftlich ist diese Entwicklung zu begrüßen. Viele Unternehmen und Privathaushalte liegen wirtschaftlich am Boden und werden mit der Unterstützung durch staatliche Hilfen mehr oder weniger erfolgreich im wahrsten Sinne des Wortes „beatmet“. Ob dies dauerhaft zum Überleben aller reichen wird, wird die Zukunft zeigen. Die Profiteure der aktuellen Situation können und müssen einen Teil ihrer Mehrerlöse dazu nutzen, ihren Beitrag für unser gesellschaftliches Gleichgewicht zu leisten. Das wird die Gewinne der Technologieunternehmen schmälern, aber nicht vernichten. Die Verunsicherung und Neueinschätzung dieser geänderten Rahmenbedingungen vollziehen sich gerade an den Börsen.

Für die Aktiengesellschaften und die Aktionäre ist es gut, Bewertungen an der Börse zu haben, die der Realität entsprechen und die Zukunftsaussichten einbeziehen. Diese verändern sich gerade für eine Vielzahl der Technologieunternehmen und somit ist es die Aufgabe jedes Entscheiders genau zu analysieren, wo er das Kapital investiert. Gern weiter mit einem Teil des Depots im Technologiebereich, aber auch andere Mütter haben hübsche Töchter.

Über den Autor: Heiko Löschen

Heiko Löschen ist Vermögensverwalter der GSP Asset Management GmbH Münster.