Ich lebe von meinem Vermögen – diese 7 Erkenntnisse verhalfen mir zur Unabhängigkeit

Lars Wrobbel hat die finanzielle Unabhängigkeit erreicht. In diesem Beitrag erläutert er seine wichtigsten Learnings auf dem Weg dorthin. Ein nützlicher Leitfaden mit vielen klugen Gedanken! 

Als ich vor einer halben Ewigkeit gelangweilt in der Berufsschule saß, dachte ich das allererste Mal: “Wie schön wäre es denn, sich keine Gedanken mehr über seinen Lebensunterhalt machen zu müssen?” Zu diesem Zeitpunkt war ich weder in ETFs, Aktien, P2P-Kredite, Kryptos oder sonstige Assets investiert, noch hatte ich irgendeine Ahnung davon. 

In meinen ersten Berufsjahren kristallisierte sich dann relativ schnell heraus, dass ich definitiv nicht allzu lang angestellt sein kann. Zwar war ich recht gut in dem was ich tat (ich bin übrigens gelernter Programmierer), jedoch hatte ich das Gefühl, meine Entwicklung verläuft im Schneckentempo, weil mich meine Umwelt so stark ausgebremst hat. In meiner Ausbildung setzte ich mir daher das Ziel, spätestens mit 40 Jahren nicht mehr auf Gelder eines Arbeitgebers angewiesen zu sein. Erreicht habe ich das Ziel dann schon mit 32…..

Ich bin Lars Wrobbel, Betreiber von Deutschlands größtem Privatanleger-Blog zum Thema P2P Kredite und seit 2015 in diese spannende Anlageklasse investiert. Jedoch macht sie nur einen kleinen Teil meines Portfolios aus, zum allergrößten Teil bin ich in ETFs & Einzelaktien investiert.

In meinem heutigen Beitrag auf extraETF gebe ich Ihnen einen Einblick darüber, wieso das Streben nach finanzieller Unabhängigkeit kein Traum bleiben muss und was ich auf der Reise dorthin gelernt habe. Sie erfahren die meiner Meinung nach 7 wichtigsten Erkenntnisse, die mich dieses Ziel erreichen ließen, aber auch, dass man in der Regel nichts geschenkt bekommt und das Thema nichts für Tagträumer ist. Viel Spaß!

Definition “Finanzielle Unabhängigkeit”

Bevor wir jedoch mit diesen Prinzipien anfangen, möchte ich kurz einmal darauf eingehen, was mit finanzieller Unabhängigkeit gemeint ist. Wenn Sie jetzt an Privatjets, Yachten und dicke Autos denken. DAS ist nicht die finanzielle Unabhängigkeit, von der ich spreche. Es geht hierbei im Prinzip um etwas ganz langweiliges am Ende.

Denn ich habe mir ein Investment-Portfolio aufgebaut, was sehr wahrscheinlich meine monatlichen Lebenshaltungskosten bis zu meinem theoretischen Lebensende ohne Kapitalverzehr decken wird. Und das ohne noch viel dafür tun zu müssen. Dieses Basis-Portfolio wird jedoch dennoch weiterhin Monat um Monat ausgebaut, um das Fundament stark zu halten.

Rechnen Sie sich aus, was Sie für Ihre monatliche finanzielle Unabhängigkeit benötigen. Und dann sorgen Sie dafür, dass Sie dieses Ziel Stück für Stück erreichen. Ein einziger Euro pro Tag für den Sie nicht mehr aktiv arbeiten müssen, kann und wird langfristig viel verändern.

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1. Ziele setzen und verfolgen

Es klang schon in der Einleitung durch. Am Anfang steht immer das Ziel! Ohne sich Ziele zu setzen und diese konsequent zu verfolgen, wird man auch keine Ziele erreichen. Meine Taktik hierbei war und ist immer:

  • 5 Ziele pro Jahr setzen (z.B. XX Prozent Vermögenssteigerung).
  • Ziele sichtbar machen (z.B. an einem Whiteboard im Büro).
  • Täglich ins Gedächtnis rufen, indem man sie nochmals in ein Notizheft schreibt.
  • Monatliche Überprüfung des Status um zu schauen, wo man steht.

Setzen Sie sich die Ziele jedoch nicht zu hoch! Lieber realistische Ziele mit einer reellen Chance sie zu erreichen als unrealistische Ziele, die man nicht erreichen kann und die einen vollständig demotivieren. Stück für Stück ans Ziel.

2. Geld sparen, Geld verdienen, Geld investieren

Eine Taktik die bei den meisten Menschen gerade anfangs gut funktioniert und die bei mir auch einen großen Unterschied gemacht hat, war es, alles einzusparen, was nur irgendwie möglich war. Dazu nervte ich meine Vorgesetzten ständig wegen Gehaltserhöhungen und erschloss mir nebenberuflich weitere Einkommensquellen. Beispielsweise schrieb ich 2012 mein allererstes Buch, was noch heute Geld verdient, ohne dass ich dafür einen Finger rühren muss und startete in der Folgezeit auch weitere Projekte. Manche erfolgreich, viele jedoch nicht.

Und dann gilt es anzufangen, ein Vermögen aufzubauen. Der einfachste Weg ist sicherlich mit ETFs. Hier müssen Sie sich wenig Gedanken machen und sind bei kluger Auswahl mit wenigen ETFs fertig, die dann automatisiert bespart werden. Ohnehin eignen sich in dieser Phase der Kapital-Akkumulierung weitgehend automatisierte Investmentprodukte am besten. So kam ich auch zu den P2P-Krediten und daher liebe ich Produkte wie Bondora Go & Grow. Denn in dieser Phase ist das Vermögen meist noch zu klein, um sich den ganzen Tag damit zu beschäftigen.

3. Die Jagd nach Rendite wird nicht den Ausschlag geben!

Wenn Sie jedoch anfangen Vermögen aufzubauen, dann bitte fallen Sie nicht auf hohe und unrealistische Renditen rein. Die Beschäftigung mit hochriskanten Modellen die Monatsrenditen von 10% versprechen, werden anfangs bei einem kleinen Vermögensstand nicht helfen und führen in vielen Fällen sogar zu Kapitalverlust.

Aus meiner Erfahrung: ob es nun am Ende 7, 8 oder 9 Prozent pro Jahr sind, wird in der Anfangsphase kaum einen Unterschied machen. Rechnen Sie sich das einfach durch und überlegen Sie, welcher Zeitaufwand für die Extra-Rendite berechtigt wäre. Ein Beispiel.

Investment Portfolio: 10.000 EUR

Jahres-Ertrag bei 7% Rendite: 700 EUR

Jahres-Ertrag bei 9% Rendite: 900 EUR

Rechtfertigen nun 200 EUR Mehrertrag vor Steuern pro Jahr eine ständige Beschäftigung mit einem Investment oder ein höheres Risiko? Vermutlich nicht.

Konzentrieren Sie sich auf die richtigen Dinge und automatisieren sie vorerst den Rest z.B. über ETF-Sparpläne. Und wenn wir über die richtigen Dinge sprechen, sind wir schnell beim sogenannten Humankapital.

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4. Humankapital ist und bleibt der größte Hebel!

Ab jetzt und für alle Zeit, sind Sie der größte Vermögenswert den Sie haben, wenn das vorher noch nicht der Fall war. Werden Sie besser in dem was Sie tun, erhöhen Sie ihren Wert. Als Angestellter ließ ich mir beispielsweise von meinen Vorgesetzten immer schwarz auf weiß geben, was genau ich erreichen musste, um die nächste Gehaltserhöhung zu erreichen. Und genau das verfolgte ich dann bis ich das Ziel erreichte.

Aber konzentrieren Sie sich nicht nur auf ihren Arbeitsplatz als Angestellter, denn dort liegt oftmals nicht mehr Ihre Zukunft, wenn Sie die finanzielle Unabhängigkeit anstreben. Werden Sie auch abseits dessen besser. Lernen Sie neue Dinge auf Online-Plattformen wie Udemy oder informieren Sie sich über Investment-Möglichkeiten. Lernen Sie beispielsweise Geschäftsberichte zu lesen und Unternehmenskennzahlen zu bewerten. Denn ihr Vermögen will später mit den richtigen Entscheidungen verwaltet werden und darauf sollten Sie sich vorbereiten.

5. Suchen Sie sich etwas, was sich nicht wie Arbeit anfühlt…

.. aber womit man trotzdem Geld verdienen kann. Dieser Prozess kann durchaus Jahre dauern. Auch bei mir war das so. Von der ersten Buchveröffentlichung bis zu dem Punkt an dem ich erkannt habe, dass man damit auch wirklich Geld verdienen kann, hat es ganze 5 Jahre gedauert. Und dazwischen probierte ich zig andere Dinge aus, die aber alle nur mäßig erfolgreich waren.

Wenn Sie jetzt denken: “Ich möchte aber gar kein Unternehmer werden”. Natürlich gibt es auch andere Wege. Machen Sie sich halt klar, dass kaum eine Chance auf finanzielle Unabhängigkeit besteht, wenn Sie ihr Einkommen nicht nachhaltig für eine gewisse Zeit signifikant erhöhen. Das kann man in Managementpositionen sicher auch schaffen, ich habe diesen Weg aufgrund meiner Selbstbestimmungs-Liebe jedoch niemals in Betracht gezogen, auch wenn die Option durchaus da gewesen wäre. 

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6. Gehen Sie Ihren eigenen Weg

Spätestens jetzt wird Ihr Umfeld merken, dass etwas mit Ihnen nicht stimmt. Auf einmal interessieren Sie sich für Investments wie ETFs oder für total verrückte Dinge, die Sie gerne lernen möchten. Und wenn Sie sich weiterentwickeln findet das der Großteil Ihres Umfeldes in der Regel ganz und gar nicht gut, erinnert es doch an die eigene Unzulänglichkeit & Faulheit. Einige werden sogar versuchen, Sie davon zu überzeugen, dass das alles ganz schlechte Ideen sind und sogar richtig böse werden.

Als die erste Auflage meines P2P-Ratgebers im Jahr 2014 erschien, sagte mir beispielsweise mein damaliger Abteilungsleiter, dass er einige der schlechten Rezensionen gelesen hat und dass ich wohl kein Autor werde. 7 Jahre später ist das Buch nun in der 5ten Auflage erhältlich, wurde in 2 weiteren Sprachen übersetzt und hat tausenden von Investoren dabei geholfen, ihr P2P-Investment zu starten oder zu verbessern. Gehen Sie Ihren eigenen Weg und lassen Sie sich nicht von Ihrem Ziel abbringen. Je besser Sie werden, desto mehr Kritiker werden sie bekommen. Damit müssen Sie einfach lernen umzugehen.

7. Bleiben Sie dran!

Bei allem was Sie am Ende tun. Machen Sie einfach weiter. Wenn etwas schief geht, dann machen Sie weiter! Wenn ein Jahr mal nicht so gut endet und Sie keine positive Bilanz vorzuweisen haben, dann machen Sie weiter! Wenn Ihre Freunde & Kollegen Ihnen Dinge ausreden wollen, dann machen Sie einfach weiter!

Die schiere Beharrlichkeit wird in den meisten Fällen am Ende zwangsläufig zu einem gewissen Erfolg führen, ob sie nun talentiert sind oder nicht. Auch wenn es in den ersten Jahren vielleicht gar nicht so aussieht. Auch ich hätte niemals gedacht als Autor oder Online-Unternehmer bestehen zu können. Nur die Jahre und die gesammelte Erfahrung aufgrund meines Durchhaltevermögens haben mir immer mehr und mehr Türen geöffnet. Diese wird man aber nicht erkennen, wenn man frühzeitig aufhört.

Fazit: Finanzielle Unabhängigkeit ist nicht für jeden erstrebenswert

Ich kann absolut jeden verstehen, der sagt: “Das ist mir viel zu stressig”. Aber das ist nunmal die Wahrheit. Die finanzielle Unabhängigkeit muss kein Traum bleiben, aber man muss einiges dafür tun und erreichen und das auch nicht nur ein paar Tage, sondern über Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte.

Die finanzielle Unabhängigkeit löst zudem auch keine wirklichen Probleme. Wer Probleme hat und denkt, diese seien mit Geld zu lösen, verläuft sich meist in einen Irrglauben. Wenn man dieses Ziel also verfolgen möchte, dann sollte man das aus den richtigen Gründen tun.

Würde ich es heute wieder tun? In meinen Hochphasen habe ich locker 80 Stunden pro Woche gearbeitet und Schlaf war eher Mangelware. Ich war zudem verdammt oft krank, habe aber dennoch weitergearbeitet. Dafür kann ich heute selbstbestimmt leben, habe Zeit für meine Familie. Und dafür hat es sich gelohnt hartnäckig zu bleiben….

Über den Autor: Lars Wrobbel

Lars Wrobbel ist selbst langjähriger Investor in diversen Anlageklasse. Wenn Sie Ihr Wissen zum Thema Vermögensaufbau erweitern möchten, dann können Sie seinen Blog besuchen und sich an seiner Strategie orientieren. Auf dem Blog können Sie Ihr Wissen aufstocken über die verschiedenen P2P Plattformen.