Impfstoffe-Entwickler besser gering dosieren

Immer mehr Corona-Impfstoffe drängen auf den Markt. Wirtschaftlich ist das für die Unternehmen häufig nicht mehr interessant. Optional gibt es Biotech-ETFs. 

Bei den bekannten Impfstoffentwicklern Pfizer/Biontech, Moderna und Co. sind die Kurse mittlerweile zurückgekommen. Man konnte mit den Firmen gerade in jüngster Zeit gutes Geld verdienen. Eine solide Geldanlage sollte sich aber auf die Unternehmen als Ganzes statt auf einzelne Forschungsergebnisse konzentrieren.

Denn Investments in Gesundheitsaktien auf der Basis eines Covid-19-Impfstoffs sind spekulativ und nur für Anleger geeignet, die hohe Verluste ertragen können. Die Risiken bleiben hoch.

Weitere Impfstoffe dürften nicht sehr profitabel sein

Weltweit arbeiten 70 Unternehmen an mehr als 200 Coronavirus-Impfstoffen. Angesichts der hohen Investitionen ist es wahrscheinlich, dass noch viele weitere Impfstoffe auf den Markt kommen. Es besteht zwar eine immense Nachfrage, aufgrund des starken Wettbewerbs könnte es jedoch passieren, dass diese Impfstoffe nicht sehr profitabel sein werden.

Tipp der Redaktion: Hier finden Sie Biotech-ETFs. Achten Sie aber immer auf eine breite Streuung. Brachen- und Themen-ETFs sollten bestenfalls der Beimischung dienen. Orientieren Sie sich grundsätzlich an unseren Musterportfolios.

Auch sind Haftungsfragen bei auftretenden Langzeitschäden nie auszuschließen. Das könnte vor allem bei den kleineren Impfstoffentwicklern die Existenz bedrohen. Zudem redet der Staat bei der Preisfindung von Arzneimitteln gerne mit.

Ein Blick in die Historie zeigt: Von Tausenden Biotech-Unternehmen, die seit 1976 gegründet wurden, haben nur 59 mehr als ein zugelassenes Arzneimittel an den Markt gebracht und nur fünf Unternehmen verzeichnen mehr als vier Arzneimittelzulassungen.

Wer nachhaltig investieren und nicht spekulieren will, sollte sich auf Gesundheitsunternehmen konzentrieren, die über ein starkes und wenig preissensibles Geschäftsmodell verfügen. Hier kommen Unternehmen aus den Bereichen Medizintechnik, Digitalmedizin, menschliche Ersatzteilmedizin, Labor- und Krankenhausausrüstung in Betracht. Bei Investments in junge Impfstoffentwickler sollte man die Dosierung dagegen gering halten.

Über den Autor: Gottfried Urban

Gottfried Urban ist Geschäftsführer der Urban & Kollegen GmbH Vermögensmanagement in Altötting.