James Patrick O’Shaughnessy – Nur die Fakten zählen

James Patrick O’Shaughnessy – Nur die Fakten zählen

Geboren im Jahr 1960 und aufgewachsen in Saint Paul im US-Bundesstaat Minnesota schloss O’Shaughnessy 1985 die University of Minnesota mit einem Bachelorabschluss in Volkswirtschaften ab. Diesem folgte ein steiler Aufstieg hin zum CEO seiner eigenen Fondsgesellschaft O’Shaughnessy’s Asset Management, LLC“.

Das Leben des James Patrick O’Shaughnessy

O’Shaughnessy ist schon früh den Zahlen verfallen. Diese Affinität wurde ihm bereits im Alter von 16 Jahren bewusst. Damals verfolgte er eine erhitzte Diskussion seiner Onkel über die Fähigkeiten eines CEOs eines amerikanischen Unternehmens. Während das Gespräch immer emotionaler wurde, beschloss O’Shaughnessy nach Investmentstrategien zu forschen, die es ermöglichen, von emotionalen Vorurteilen geleitete Entscheidungen durch wissenschaftlich quantifizierbare Methoden zu ersetzen. Zu diesem Zweck wälzte er zahlreiche Bücher, die Anlegern Hilfestellungen für einen möglichst schnellen Gewinn an Börsen geben sollen. Von diesen stellte ihn jedoch keines vollkommen zufrieden, da für ihn die meisten zu kurzfristig ausgelegt waren. Ab diesem Zeitpunkt fasste O’Shaughnessy den Beschluss, diese Literaturlücke zu füllen zu und ein eigenes Buch nach seinen Vorstellungen zu verfassen.

Der Urvater der quantitativen Analyse

Zu Beginn seines Studiums begann der heute als Urvater der quantitativen Analyse bezeichnete O’Shaughnessy, die relevanten Charakteristiken der 30 im Dow Jones Industrial Average Index enthaltenen Aktien abzubilden. Hierbei stellte er fest, dass Aktien mit einem geringen Kurs-Gewinn-Verhältnis im Vergleich zu Aktien mit einem hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis eine bessere Rendite erzielten. Das früh erlangte Wissen brachte er bereits nach Studienabschluss gewinnbringend in der im Familienbesitz befindlichen Venture Capital-Unternehmung ein. Ein Freund, den er aus der gemeinsamen Aufsichtsrat-Tätigkeit beim St. Paul Camber Orchester kannte, hörte von seinen Fähigkeiten im Bereich der quantitativen Studien und überzeugte O’Shaughnessy diese im Bereich der finanziellen Altersvorsorge, die in den USA vor allem durch Fonds betrieben wird, einzubringen.

„O’Shaughnessy’s Asset Management, LLC“

Aus dieser Idee heraus entstand schließlich im Jahr 1988 die „O’Shaughnessy’s Asset Management, LLC“, die sich vor allem auf den Vertrieb und das Verwalten von Fonds bestehend aus werte- bzw. wachstumsorientierten Aktien unter der Berücksichtigung von Rating, Dividendenrendite und Momentum konzentriert. Um näher an New York zu sein und somit effektiver arbeiten zu können, zog O’Shaughnessy gemeinsam mit seiner Familie nach Greenwich im US-Bundesstaat Connecticut. Drei Jahre später veröffentlichte er sein erstes Buch. Die positive Resonanz auf seine Publikation motivierte ihn noch weiter zu forschen, um in seinem vermutlich bekanntesten Buch von 1997 zu dem Schluss zu kommen, dass es mit bestimmten Strategien möglich ist, eine Rendite über der Rendite des Vergleichsindex zu erzielen. Diese Erkenntnis scheint zunächst nicht zu überraschen, bestätigt allerdings die Vermutung, dass aus historischen Daten eine Handelsstrategie entwickelt werden kann, die den Markt auch langfristig schlagen kann. Wie sieht eine Strategie die positive Überrendite im Vergleich zum relevanten Index erzielt, nun im Detail aus?

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  • Disziplin ist der Schlüssel zum Erfolg
  • Der werteorientierter Ansatz nach O’Shaughnessy
  • Relativen Stärke und Momentum

O’Shaughnessy: Erfolg resultiere aus Disziplin

Das Wichtigste vornweg: Laut O’Shaughnessy sollten Anleger sich niemals von Emotionen leiten lassen. Darunter fällt auch, nicht ständig den neuesten Trends hinterherzujagen, denn ständiger Umschlag eines Portfolios bringt laut O’Shaughnessy keinen Gewinn. Sein Erfolg resultiere vor allem aus seiner Disziplin. Viele seiner Kollegen fehle es an Durchhaltevermögen, eine als sinnvoll erkannte Strategie wirklich, auch in Zeiten von Verlusten oder profitabler erscheinender Alternativen, weiterhin zu verfolgen. Konkret speist sich O’Shaughnessys bekannteste Strategie aus den klassischen Kennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis. Er teilte die Aktien des S&P 500® in zwei Portfolios, mit jeweils den stärksten bzw. den schwächsten 50 Aktien gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis, auf. Anleger, die nun stets das „Gewinner“-Portfolio kauften, konnten in der Zeit zwischen dem Jahr 1954 und dem Jahr 1996 ein Investment von 10.000 US-Dollar zu einer Summe von 13 Millionen USDollar anwachsen lassen. Zum Vergleich: Ein reines Nachbilden des S&P 500® hätte zu diesem Zeitpunkt bei gleicher Anfangsinvestition „nur“ 972.000 US-Dollar eingebracht.

Der werteorientierter Ansatz

O’Shaughnessy schloss aus diesem und anderen beachtlichen Ergebnissen, dass Aktien mit einem Börsenwert von mehreren Milliarden US-Dollar und niedrigem Kurs-Gewinn- Verhältnis sowie Kurs-Cashflow-Verhältnis bei hoher Dividendenrendite langfristig höhere Performance erzielen als Leitindizes. Dieser Ansatz wird auch werteorientierter Ansatz genannt. Fällt die Wahl auf Aktien, die einen niedrigeren Börsenwert ausweisen, so bevorzugt O’Shaughnessy, basierend auf den eigens durchgeführten Analysen, Werte mit einem überdurchschnittlichen Kurs-Umsatz-Verhältnis zu erwerben, insofern sie in den letzten zehn Jahren einen ständig steigenden Gewinn ausweisen können. Diese Strategie ist hingegeben als Wachstums-Strategie bekannt. Füllt ein Investor sein Portfolio nun mit Aktien aus beiden Ansätzen, so behauptet der Börsenguru, dass dieses ein besseres Ergebnis als der Vergleichsindex erzielen wird und das sogar bei einem gleichbleibenden Risiko.

Weitere Sympathien hegt O’Shaughnessy gegenüber der Relativen Stärke und dem Momentum vereint. Bezogen auf die Relative Stärke behauptet O’Shaughnessy, es sei die einzige Wachstumsvariable, die den Markt beständig schlagen kann. Damit folgt er dem Motto der technischen Analyse „The trend is your friend, until the end when it bends“. James Patrick O’Shaughnessy kann große Erfolge aus Strategien ziehen, die „falsche“ Aktienpreise anhand von Kennzahlen erkennen und ausnutzen. Durch seinen beständigen Erfolg wird er auch als Urvater der quantitativen Analyse bezeichnet. Bei den daraus resultierenden Investmententscheidungen lässt er sich nicht von Gefühlen treiben, sondern vertraut den Computern und ihrem unendlichen Durchhaltevermögen. O’Shaughnessy lebt heute mit seiner Frau und ihren drei Kindern in Greenwich, Connecticut.

Die 22-teilige Serie „Börsengurus“ wird präsentiert von HSBC Trinkaus & Burkhardt AG. Hier finden Sie außerdem ein Portrait von Indexfonds-Pionier John Bogle und in den kommenden Wochen dürfen Sie sich über weitere Por­t­raits der größten Börsengurus der Welt freuen.

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Unser Buchtipp zum Thema:

James Patrick O’Shaughnessy: What Works on Wall Street
James Patrick O’Shaughnessy: What Works on Wall Street Der Schlüssel zum erfolgreichen Investieren heißt Disziplin, analysiert O’Shaughnessy. „What Works on Wall Street“ zeigt, dass an der Börse nur vernünftige Anlagestrategien ein überdurchschnittliches Abschneiden ermöglichen. Achtzig Prozent von Morningstars offenen Investmentfonds schneiden nicht besser ab als der S&P 500 weil die Fondsmanager nicht die Disziplin aufbringen, einer Strategie durch dick.

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