Setzen Sie den Staatsfonds doch einfach selbst um

Die gesetzliche Rente wird oft nicht reichen. Schaffen Sie selbst für sich Fakten und bauen Sie doch einfach den Staatsfonds nach.

„Die Rente ist sicher“, Dieser Satz ist untrennbar mit Norbert Blüm, dem ehemaligen Arbeits- und Sozialminister in der Ära Kohl verbunden. Sicher ist heute, dass die gesetzliche Rente bei den meisten Menschen nicht für einen sorgenfreien Ruhestand reicht. Private Vorsorge ist unumgänglich und damit kann man nicht früh genug anfangen.

Eine staatliche Starthilfe für den langfristigen Aufbau eines Wertpapierdepots ist auf den ersten Blick keine schlechte Idee. Die Generationenrente, wie sie etwa im Wahlprogramm der CDU steht, lässt zwar noch viele Fragen offen, die Überlegung ist aber auf jeden Fall lohnenswert. Angedacht ist, für jedes Neugeborene bis zu Vollendung des 18 Lebensjahres 100 Euro im Monat in Wertpapieren anzusparen. Würde man im Januar 2022 beginnen, addieren sich die Zahlungen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres auf 21.600 Euro.

Den eigenen Staatsfonds bauen

Diese Summe wird nicht reichen, um die zukünftige Rentenlücke zu füllen. Doch angenommen, die Ansparbeträge wurden nicht in festverzinslichen Wertpapieren, sondern in Aktien angelegt. Dann ergäbe sich bei einer durchschnittlichen Rendite von drei Prozent pro Jahr am Ende ein Kapital von rund 28.000 Euro. Bei einer Rendite von sechs Prozent wären es sogar rund 37.000 Euro.

Tipp der Redaktion: So können Sie den Norwegischen Staatsfonds nachbauen.

Unrealistisch ist dies nicht. Historisch betrachtet weist der MSCI World Index eine durchschnittliche Rendite von 7,7 Prozent jährlich aus. Weiter angenommen das nun volljährige Kind ist ab 2040 willens und wirtschaftlich in der Lage, den Sparplan bis zum Renteneintrittsalter von 67 Jahren, also bis Ende 2088 fortzuführen.

Bei einer durchschnittlichen Rendite von drei Prozent könnte sich der Sparer über ein Endkapital von rund 250.000 freuen. Die optimistischere Annahme von durchschnittlich sechs Prozent jährlich ergibt ein Endkapital von 972.000 Euro.

Nimmt man jetzt noch an, dass der Sparer zum Ausgleich der Inflation die Sparrate ab 2040 jährlich nur um zehn Euro anhebt, ergibt sich ein Endkapital von satten 1,45 Millionen Euro. Die Betrachtung ist natürlich sehr vereinfacht, da sie weder Kosten noch Steuern berücksichtigt. Auf der anderen Seite zeigt sie, welche Ergebnisse langfristiges und regelmäßiges Sparen mit überschaubaren Beträgen ermöglicht.

Ob die kreative Idee einer kapitalgedeckten Generationenrente tatsächlich in die Tat umgesetzt oder in Anbetracht der coronabedingten Steuerausfälle und Schuldenaufnahme schnellsten wieder im Mülleimer verschwindet, bleibt abzuwarten. Denn durchschnittlich 780.000 Neugeborene im Jahr würden den Haushalt mit anfänglich einer Milliarde Euro, später mit rund 17 Milliarden Euro belasten.

Die Idee der Generationenrente lässt sich aber auch ohne politisches Zutun umsetzen: Mit ETF-Aktiensparplänen können Sparer einfach und vor allem kostengünstig ein breit diversifiziertes Depot aufbauen. Es müssen ja nicht gleich 100 Euro im Monat sein. Sparpläne sind schon ab 25 Euro im Monat möglich.

Über den Autor: Ralph Rickassel

Ralph Rickassel ist Vermögensberater bei der PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf.