Silber bleibt eine klare Kaufempfehlung

Im April gab der rückläufige Silberpreis noch Anlass zur Sorge. Jetzt zeigen die aktuellen Tendenzen, dass die positive Entwicklung für Silber gerade erst begonnen hat.

Die Coronakrise hat vieles durcheinandergebracht, ob in der Gesellschaft, der Realwirtschaft oder an den Kapitalmärkten. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung des Silberpreises. Während der Goldpreis seit März unaufhörlich stieg und mittlerweile auf Rekordniveau notiert, entwickelte sich der Silberpreis nach seinem Absturz Mitte März auf rund zwölf Dollar eher bedächtig.

Das Verhältnis zwischen Gold und Silber

Dass Silber immer wieder deutlich schärfere Rückschläge hinnehmen muss als Gold, ist nicht ungewöhnlich. Diese starke Diskrepanz hatte jedoch ein bisher unbekanntes Ausmaß. Das Ergebnis dieser erratischen Bewegung war ein noch nie da gewesenes Gold-Silber-Ratio von über 126 Punkten! Die Gold-Silber-Ratio drückt aus, wie viele Silberunzen man für eine Goldunze bekommt. Legt man die Gold- und Silbervorkommen in der Erdkruste zugrunde, ergibt sich ein natürliches Verhältnis von 17,5:1.

Mittlerweile hat sich die Gold-Silber-Ratio bei einem eher gesunden Wert von 80 eingependelt. Seit seinem Absturz ist der Silberpreis um rund 60 Prozent (in US-Dollar) gestiegen und liegt derzeit bei mehr als 24 US-Dollar pro Unze. Diese Entwicklung ist nur schwer zu erklären.

Die starke Privatnachfrage im physischen Bereich wird sich meiner Meinung nach fortsetzen, da Gold inzwischen für viele Anleger zu teuer geworden ist. Ein Gramm Gold kostet inzwischen mehr als 53 Euro. Zwar sind die sehr günstigen Silber-Preise von 11 Euro pro Unze aus dem März schon längst vergessen. Jedoch scheinen selbst Preise von um die 20 Euro pro Unze noch immer interessant zu sein. Schließlich ist auch das Silber endlich.

Das Potenzial von Silber als Edelmetall

Noch gibt es so viel Silber in den Minen, das noch mindestens 20 Jahre lang gefördert werden kann. Etwa zwei Drittel der weltweiten Jahresförderung werden verbraucht. Sie stecken in Produkten und werden für die Produktion gebraucht, sind also weg vom Markt, solange Silber nicht stärker recycelt wird. Das andere Drittel wandert in Form von Münzen und Barren in die Schatullen und Safes von Privatpersonen.

Nach Corona wird die industrielle Nachfrage wieder steigen. Gleichzeitig dürften sich die Verknappungstendenzen bei Münzen und Barren mit ihren derzeit hohen Aufschlägen normalisieren. Die Aufgelder für die gängigen Ein-Unzen-Münzen waren wegen der massiven Nachfrage nach Silbermünzen, ausgelöst durch die Corona-Krise, explodiert. Die Münzprägeanstalten kamen mit ihren Lieferungen nicht nach. Silber hat damit eine große Zukunft und ist weiterhin eine klare Kaufempfehlung mit einer langfristig hochinteressanten Perspektive.

Über den Autor: Rainer Beckmann

Rainer Beckmann ist Geschäftsführer der ficon Vermögensmanagement GmbH in Düsseldorf

Tipp: Weitere nützliche Informationen zu Silber erhalten Sie in unserem Anlageleitfaden „Investieren in Silber“ .