Spekulationen – oder von Dopamin-Ausschüttung und niedrigem Adrenalinspiegel

2020 war DAS Jahr der Spekulationen und der Zocker und Jeder konnte plötzlich Börse. Man wurde müde belächelt, wenn man langweilige Evergreens, wie Nestlé oder Johnson & Johnson in seinem Portfolio hatte. Die jungen Wilden protzten mit Bitcoin *, Tesla, Wasserstoff und Co. und konnten Gewinne von mehreren 100 Prozent einfahren. Soweit so gut!

Aber wie funktioniert Spekulation und was sind die Triggerpunkte die uns immer wieder zu risikoreichen Investments verführen? Interessant ist, dass Viele vom einfachen Gedanken an Spekulation und des – nennen wir es mal – „Beinahegewinns“ stimuliert werden. Auf der anderen Seite sind die Berichte aus Medien oder Gesprächen so überzeugend, dass sie die eigene Meinung prägen und letztendlich der eigene, erfolgreiche Trade den wohligen Zustand einer Belohnung erzeugt. Ein Gefühl, das Renditen von wenigen Prozentpunkten nicht schaffen.

Vorsicht bei Spekulationen

Ich kenne sie nur zu gut, die Depots mit solchen Werten. Der Wasserfonds, der vor Jahren gekauft wurde, weil Wasser ja knapp wird. Die Aktie des 3-D-Druckherstellers, weil es die Druckmethode der Zukunft ist oder das deutsche Vorzeigeunternehmen, welches den elektronischen Zahlungsverkehr revolutioniert. Depots, die kurzweilige hohe Renditen zeigen, die mit immer größerer Gier nach Profit nicht realisiert werden. Heute überwiegen in diesen Depots die Leichen der Pennystocks, zum Teil sogar Totalverluste.

Und wenn wir uns das Jahr nach 2020 anschauen, tritt auch wieder Normalität ein. Nestlé liegt im laufenden Jahr sieben Prozent im Gewinn, Johnson & Johnson mit zwölf Prozent.

Hingegen scheint es sich „ausgeTESLAt“ zu haben, der Kurs ist von 800 US-Dollar auf 600 US-Dollar in diesem Jahr eingebrochen. Die namhaften Wasserstoffaktien haben sich zum Teil halbiert und Bitcoin, dessen Kurs im April noch bei 65.000 US-Dollar notierte, fiel diese Woche auf 28.500 US-Dollar. Sicherlich halten sich hier die Ausschüttung der Glückshormone Dopamin & Co. in Grenzen bei den Aktionären.

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Paradox – ausgerechnet Elon Musk, der noch vor Wochen Bitcoin als Zahlungsmittel ankündigte, brachte diese Woche den Kurs durch seine Tweets zum Einbruch, weil er den hohen Energiebedarf kritisierte. Nun schickt der Milliardär die nächste Währung, den Dogecoin, zum Mond. Was er damit bezweckt, weiß man nicht, vielleicht spekuliert er selbst, aber wer ihm folgt, ist weit entfernt von einem sinnvollen Investment.

Daher – Augen auf beim Aktienkauf! Auch wenn es träge und langweilig erscheint, so liegen die wahren Gewinner in fundamental soliden Unternehmen mit robusten Geschäftsmodellen. Und auch wenn durchschnittliche Renditen von sieben Prozent jährlich keine Dopamin-Ausschüttung verursachen, so garantiert uns ein niedriger Adrenalinspiegel einen komfortablen ruhigen Schlaf.

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Über die Autorin: Petra Ahrens

Petra Ahrens ist Vorstand der MAIESTAS Vermögensmanagement AG in Köln.