Stephen Schwarzman – Der Kapitalkönig

Stephen Schwarzman – Der Kapitalkönig

Stephen Schwarzman ist ein amerikanischer Unternehmer, Investmentbanker und Fondsmanager. Er ist Mitgründer und CEO der weltbekannten Investmentgesellschaft Blackstone Group, die sich auf Investmentstrategien, Private Equity und Mergers & Acquisitions spezialisiert hat. Als CEO macht er sich einen Namen durch das erfolgreiche Akquirieren von Firmen zu günstigen Konditionen und einem anschließenden profitablen
Verkauf. Des Weiteren gehören seine Private Equity Fonds zu den erfolgreichsten weltweit. Die dadurch erzielten Boni und Dividenden zuzüglich seines regulären Gehalts, verschafften ihm 2014 ein Rekordgehalt von rund 690 Millionen US-Dollar, welches das der 30 DAX®-CEOs zusammengerechnet um ein Vielfaches übersteigt.

Das Leben des Stephen Schwarzman

Schwarzman wurde am 14. Februar 1947 in Philadelphia geboren. Dort wuchs er als Sohn eines jüdischen Einzelhändlers auf. Im Jahr 1965 begann er an der Eliteuniversität Yale ein interdisziplinäres Studium in den Fächern Psychologie, Soziologie, Anthropologie und Biologie. Er wurde Mitglied der Studentenverbindung Skull & Bones, welcher auch George
W. Bush zu dieser Zeit angehörte. Nachdem er 1969 sein Bachelorstudium erfolgreich abgeschlossen hatte, ging er zur Army. Erst danach und somit vergleichsweise spät findet man den ersten wirtschaftlichen Bezug in seinem Lebenslauf. So begann er nach seiner Zeit bei der Army einen Master of Business Administration (MBA) an der Harvard Business School, welchen er 1972 erfolgreich abschloss.

Start der Finanzkarriere

Seine Karriere im Finanzsektor begann bei der Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenrette, bei der er bereits während seines Studiums tätig war. Danach wechselte er in die
Abteilung Mergers & Acquisitions zu Lehman Brothers, wo er schnell aufstieg und 1977 zum Managing Director ernannt wurde. Im Jahr 1985 machte er sich zusammen mit Peter
George Peterson selbstständig und gründete die Blackstone Group mit einem Startkapital von 400.000 US-Dollar. Heute ist sie eine börsennotierte Investmentgesellschaft mit
einem Wert von rund 13,8 Milliarden US-Dollar. Die Blackstone Group ist spezialisiert auf Private Equity, Kredit– und Hedge Funds-Investmentstrategien sowie auf Restrukturierungen und Mergers & Acquisitions. Mit einem verwaltenden Vermögen (AUM) von rund 103 Milliarden US-Dollar ist sie die größte alternative Investmentgesellschaft der Welt.

Stephen Schwarzman ist mit seinen 69 Jahren noch sehr aktiv in der Finanzwelt und immer in der Welt unterwegs, um bestehende und potenzielle institutionelle Investoren zu treffen. Er hat zwei Kinder aus erster Ehe und ist seit 1995 mit der Anwältin Christine Heast verheiratet. Sie leben zusammen in der Park Avenue in New York in einem 34- Zimmer-Apartment. Es ist bekannt, dass er auf großem Fuße lebt, was bei einem geschätzten Vermögen von rund 10 Milliarden US-Dollar nicht verwunderlich scheint. Beispielsweise richtete er an seinem 60. Geburtstag eine Feier für rund 3,5 Millionen US-Dollar aus, über die selbst die deutschen Zeitungen berichteten.

Neben seinen vielfältigen geschäftlichen Tätigkeiten ist Schwarzman ebenfalls politisch und sozial sehr engagiert. Er sympathisiert mit den Republikanern und war einer der größten Finanziers von George W. Bush. Ob er dieses Jahr auch den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump bei seiner Kandidatur unterstützen wird, ist noch unklar. Des Weiteren spendete er während der letzten Jahre mehrere Hundert Millionen US-Dollar für diverse Projekte. Diese beinhalteten beispielsweise den Bau einer neuen Mensa an der Eliteuniversität Yale, die Schaffung diverser Stipendien für Studenten ebenfalls dieser Universität, eine Erweiterung der New Yorker Bibliothek und ein neues Football-Stadion für seine alte High School.

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  • Schwarzmans Erfolg
  • Blackstone Group

Der Erfolg spricht für sich

Stephen Schwarzman spezialisierte sich mit Blackstone zu Beginn auf den Bereich Mergers & Acquisitions, in dem er zuvor auch bei der Investmentbank Lehman Brothers tätig war. Mit einem Startkapital von 400.000 US-Dollar investierte er zu günstigen Konditionen in Immobilien und Firmen, bei denen er ein Erfolgspotenzial sah bzw. die er für unterbewertet hielt. Die Firmen wurden entweder ausgeschlachtet und die profitablen Teile wurden gewinnbringend veräußert oder sie wurden umstrukturiert und mit Profit verkauft bzw. an die Börse gebracht. Dieses Vorgehen sorgte 2005 auch für eine politische Debatte in Deutschland – Stichwort: „Heuschrecken“-Debatte –, in der Unternehmen wie Blackstone als „Heuschreckenplage“ bezeichnet wurden, die über Unternehmen herziehen, sie abgrasen und dann weiter ziehen und nichts übrig lassen.

Blackstone Group

Auch wenn die Blackstone Group wie viele andere Unternehmen während der Finanzkrise erhebliche Verluste einstecken musste, hatte Schwarzman in all den Jahren einen guten Riecher für unterbewertete Investments. So übernahm er 2007 die Luxushotelkette Hilton für 26 Milliarden US-Dollar mit einem Eigenkapital Anteil von 5,6 Milliarden, welche er 2013 erfolgreich an die Börse brachte und damit im Endeffekt rund 10 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete.

Seit 1987 ist Blackstone nicht nur im Bereich Mergers & Acquisitions tätig, sondern hat ihr Segment auch auf Private Equity Fonds und Hedge Funds erweitert. Mittlerweile besitzt die Investmentgesellschaft Anlagen und Immobilien im Wert von über 103 Milliarden US-Dollar, welche sich unter anderem durch Fonds, Beteiligungen an Luxushotels, Bürogebäuden und Mietwohnungen in der ganzen Welt zusammensetzen. Damit zählt sie weltweit zu den größten Private Equity-Firmen im Immobiliensektor. Des Weiteren hat Blackstone eine eigene Kreditabteilung, die Kredite verlängert oder notleidende Kredite von einer Bandbreite von unterschiedlichsten Unternehmen aufkauft.

Ein wichtiger Faktor hierbei ist der niedrige Steuersatz, wodurch, zu Lasten der Investoren, die Gewinnbeteiligung des Managements und von Mitarbeitern an der Fondsgesellschaft ermöglicht wird. Wie die ganze Private Equity-Branche, profitierte Blackstone enorm vom Boom an den Aktienmärkten. Zusätzlich ist die Konkurrenz in diesem Marktsegment erheblich gesunken. Auf Druck der Regulierungsbehörden mussten
viele Großbanken ihr Geschäft als Finanzinvestoren einschränken oder schließen. Gleichzeitig sorgen die Regulierungen dafür, dass Pensionsfonds aus aller Welt enorme Geldsummen in Private Equity Fonds investieren. Des Weiteren kommen niedrige Zinsen den Fonds-Managern zugute, denn auch viele Kleinanleger schauen sich immer mehr nach alternativen Kapitalanlagen um. Die Blackstone Group steht dabei besonders gut da. Ihre Private Equity Fonds waren 2014 die erfolgreichsten weltweit.

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  • Der King of Private Equity
  • Gutes Gefühl für die richtigen Investments

Schwarzman: Der King of Private Equity

In diesem Jahr sammelten die Fonds wöchentlich bis zu eine Milliarde US-Dollar neues Kapital von Investoren. Diese setzten darauf, dass die Group die aktuell für sie gute Lage am Aktienmarkt nutzen wird, um einen Teil ihres Portfolios abzustoßen. Insgesamt hält der Konzern rund 82 Firmen, die er früher oder später verkaufen oder an die Börse bringen wird. Die meisten wurden während der Finanzkrise billig aufgekauft, weshalb von vielen mit hohen zukünftigen Gewinnen gerechnet wird. Unter anderem konnte Blackstone das Guthaben eines Fonds mit einem eingesetzten Kapital von 6,8 Milliarden US-Dollar in 2002 mehr als verdoppeln und 2014 insgesamt rund 18 Milliarden US-Dollar Gewinne ausschütten. Damit konnte der US-Milliardär nicht nur das Geld seiner Kunden verdoppeln, denn zugleich ist er selbst einer der größten Einzelinvestoren seiner Fonds. So erklärt sich auch sein hoher Verdienst, der sich aus Gehalt, Dividenden und Bonuszahlungen zusammensetzt, während die Investmentgruppe selbst enorme Gewinne durch die Verwaltungsgebühren und Prämien der Fonds erwirtschaftet.

Schwarzman ist bekannt für sein gutes Gefühl für die richtigen Investments und seinen Ehrgeiz. Seine Branche ist umstritten, aber am Ende kann man ihn kritisieren, wie man
will, sein Erfolg jedoch spricht für sich. Schließlich erwirtschaftet Schwarzman diese Gewinne nicht nur für sich, sondern auch erfolgreich für seine Geldgeber.

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In King of Capital zeigt David Carey, wie sich Blackstone (und andere Private Equity-Firmen) von Spielern, feindlichen Übernahmekünstlern und “Barbaren am Tor” in disziplinierte, risikobewusste Investoren verwandelten, während die Finanzinstitute wie Citigroup, Bear Stearns, Lehman, UBS, Goldman Sachs, Merrill Lynch und Morgan Stanley – rücksichtslos Risiken auf sich nahmen, diese bis zu astronomischen Ebenen nutzten und die Wirtschaft an den Rand der Katastrophe fuhren.

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