Zentralbanker rechnen weltweit mit weiteren Shutdowns

Eine Umfrage der UBS unter Zentralbankern zeigt: Die Währungshüter rechnen mit weiteren Shutdowns. Doch es gibt mehr noch mehr, was den Bankern Sorge bereitet.

Zum 26. Mal in Folge hat die Schweizer Großbank UBS ihre jährliche „Reserve Manager“ Umfrage veröffentlicht. Devisenmanager aus 30 Zentralbanken nahmen an der Befragung von Juli bis September 2020 teil. Bis ein Impfstoff gefunden ist, gehen 42 Prozent davon aus, dass weitere Shutdowns in großen Volkswirtschaften folgen könnten und diese nochmals entsprechend erschüttern werden. 

Die einschneidendsten langfristigen Folgen durch die Coronakrise sehen die meisten der Teilnehmer mit 78 Prozent in einer globalen Wirtschaftsflaute. 66 Prozent sehen die Gefahr von unüberschaubaren Schuldständen, 59 Prozent befürchten deflationäre Entwicklungen und ein verringertes Investmentumfeld.

Nach weiteren Shutdowns: U-förmige Erholung

Die meisten Teilnehmer, 41 Prozent, erwarten jedoch fürs laufende Jahr einen Anstieg des globalen Bruttosozialprodukts von mehr als sechs Prozent – vor allem gestützt durch staatliche Subventionen gegen die Corona Krise. 90 Prozent der Befragten gehen zudem davon aus, dass nach der Corona-Krise vor allem die entwickelten Märkte in einer besseren Ausgangslage sein werden. Die Erholung wird ihrer Meinung nach U-förmig verlaufen. 

 

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Die Coronakrise beeinflusste die Befragten indes nur moderat; mehr als die Hälfte, 58 Prozent, gaben an, dass die Krise „mäßige“ Auswirkungen auf ihre Investitionstätigkeiten hatte; schwere Auswirkungen erfuhren dagegen nur 19 Prozent beziehungsweise sehr schwere 16 Prozent der Befragten.

Ausblick Weltwirtschaft

Zum dritten Mal in Folge sind es Handelskriege, die 81 Prozent der befragten Verantwortlichen der Zentralbanken im Hinblick auf die Weltwirtschaft am meisten fürchten. Danach folgen mit jeweils 72 Prozent eine globale Rezession in Kombination von deflationären Trends sowie die politischen Entwicklungen in den USA. Im Vergleich dazu machten sich im vergangenen Jahr nur 30 Prozent Sorgen um die US-amerikanische Politik.

Zins- und Währungspolitik

Bei der Frage um eine mögliche Zinserhöhung sehen 44 Prozent der Befragten die Fed erst 2023 aktiv werden; 22 Prozent sogar erst nach 2023. Bei der EZB sind sich dagegen 61 Prozent sicher, dass eine Zinserhöhung erst nach 2023 möglich wird. 

Die globale Dominanz des US-Dollars bleibt bestehen. 50 Prozent der Teilnehmer investierten in den vergangenen 12 Monaten in Anlagen, die auf den US-Dollar laufen. Die Nachfrage nach auf in Euro laufenden Produkten bleibt dagegen, mit 28 Prozent, relativ gering. Die chinesische Währung RMB setzt ihren „Marathon“, eine wichtige Reservewährung zu werden, fort. 33 Prozent der Teilnehmer investierten auch in den RMB.