Von Thomas Brummer11. Juli 2022
Ulli Spankowski (Bison) erklärt, wie du mit Kryptowährungen Zinsen einstreichen kannst.

Bis zu 15 Prozent Zinsen mit Kryptowährungen verdienen? Wie das funktioniert!

Die Zinswende ist noch eine zarte Pflanze. Bison *-Chef Ulli Spankowski erklärt unter anderem, wie du mit Kryptowährungen eine Art Zins bekommen kannst.

Herr Spankowski, wir wollen ein wenig über die Trends im Krypto-Bereich sprechen. Nun, es gibt mittlerweile ein paar Plattformen, die eine Art Zins anbieten. Was steckt dahinter?

Um dies näher zu erläutern, möchte ich erstmal auf die Blockchain-Technologien eingehen, die auf dem Proof of Work oder dem Proof of Stake Verfahren basieren. Im Proof of Work Verfahren werden neue Blöcke durch das Lösen einer Rechenaufgabe gebildet. Derjenige, der sie am schnellsten löst, bekommt sozusagen den Zuschlag, den neuen Block zu schreiben und erhält dafür eine Belohnung. Doch das ist sehr rechenintensiv und dementsprechend auch sehr energieintensiv. Bitcoin basiert auf dieser Methode. Im Gegensatz zum Proof of Work Verfahren wird bei Proof of Stake die Kryptowährung nicht durch komplizierte Rechenaufgaben geschaffen. Krypto-Besitzer setzen ihre Coins ein, um neue Blöcke zur Blockchain hinzuzufügen und bekommen dafür eine Belohnung, die sich Staking Reward nennt – also eine Art Zins. Ziel ist jeweils, die in den neuen Datenblöcken enthaltenen Transaktionen zu bestätigen und Konsens auf der Blockchain herzustellen. 

Wie funktioniert das Staking-Konzept genau?

Wer sich bei Proof of Stake an dem Konsens-Mechanismus im Netzwerk beteiligen möchte, kann dem Netzwerk Coins zur Verfügung stellen. Derjenige, der mehr Coins hinterlegt, bekommt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit dann den Zuschlag für die Validierung des nächsten Blocks und somit für die nächste Belohnung. Diese Art Zinszahlung kann in der Blockchain durchaus 5 bis 15 Prozent betragen.

Wie sieht es beim Lending aus?

Unter Krypto-Lending versteht man das Gewähren von Krediten in Form von Kryptowährungen. Der Kreditgeber erhält für das Ausleihen seiner Kryptos einen Zins – ähnlich wie klassische Banken bei der Kreditvergabe. Viele Lending-Plattformen gehören zum Bereich Decentralized Finance. Hier interagieren die Teilnehmer ohne zentrale Instanzen miteinander – automatisiert über die Blockchain. 

Ist das interessant für Privatanleger?

In Summe bin ich da eher skeptisch, was die breite Masse der Privatanleger angeht. Im Decentralized Finance Space ist alles noch sehr neu, es gibt kaum oder keine Regulierung. Anleger sollten sich auf jeden Fall der Risiken bewusst sein. 

Tipp: Mit dem extraETF Finanzmanager kannst du deine Investments analysieren und dein Vermögen an einem Ort überwachen – einfach, schnell und sicher.

Was sind die großen digitalen Trends?

NFTs sind ein langfristiger Trend, aber auch das ganze Metaverse-Thema. Reale und virtuelle Welt werden verschmelzen. Das betrifft beispielsweise den Computerspielesektor. Die Gamer spielen dann um Coins. Es gibt ja heute schon Play-to-Earn-Konzepte, bei denen Einnahmen der eigenen Wallet gutgeschrieben werden. Hier kann es auch um den Handel virtueller Gegenstände gehen, etwa ein tolles Schwert im Spiel oder einen Maßanzug aus Bits und Bytes. 

Ulli Spankowski (Bison) erklärt, wie du mit Kryptowährungen Zinsen einstreichen kannst.
Ulli Spankowski (Bison) erklärt, wie du mit Kryptowährungen Zinsen einstreichen kannst.

Kommen wir nochmal zurück zu den Kryptowährungen. Was raten Sie Anlegern, die in den Krypto-Sektor einsteigen möchten?

Wir raten grundsätzlich niemandem etwas, Anleger sollten sich vor dem Einstieg in die Kryptowelt gut informieren. Kryptowährungen sind hoch-spekulativ, können jedoch auch eine sinnvolle Ergänzung eines Portfolios sein. Denn Anleger erhöhen mit einer weiteren Asset-Klasse den Diversifikationsgrad. Der exakte Anteil an Kryptowährungen im Gesamtportfolio ist eine Geschmacksfrage, dass muss jeder für sich selbst entscheiden.

Welche Kryptowährungen sind interessant?

Das Krypto-Universum ist riesig. Viele Anleger finden vor allem die großen, bereits etablierten Kryptowährungen interessant. Darunter befinden sich unter anderem Bitcoin, Ethereum, Solana, Ripple und Cardano.  Persönlich würde ich keinesfalls auf den fünftausendsten Coin setzen. Anleger sollten auf jeden Fall die Funktionsweise und den Nutzen der Kryptowährung verstehen, in die sie investieren wollen.

Gibt es bei Bison etwas Neues oder etwas, das wir in den nächsten Monaten erwarten können?

Ein relativ neues Feature bei Bison ist die Stop Order. Mit einer Stop Order können Anleger vorab eine Kauf- oder Verkaufsorder platzieren, die bei bestimmten Kursveränderungen automatisch ausgeführt wird. Somit muss man nicht ständig selbst den Markt beobachten, sondern die Kauf- bzw. Verkaufsaufträge werden zum vorher festgelegten Preis ausgeführt, sobald dieser erreicht ist. Des Weiteren werden wir im Laufe des Jahres weitere Coins zum Handel anbieten. Außerdem steht auch die Internationalisierung Richtung Italien an. 

ETF-Anleger schätzen die einfache, breite Anlage. Bieten Sie auch fertige Körbe an? 

Das ist prinzipiell ein Konzept, über das wir nachdenken. Was wir allerdings heute schon anbieten, sind Sparpläne. Das ist für Privatanleger eine gute Gelegenheit, auch mit kleineren Geldbeträgen in den Krypto-Markt einzusteigen. Die großen Schwankungen lassen sich durch das regelmäßige Investieren und die unterschiedlichen Kaufzeitpunkte abmildern.