Christian W. Röhl: "Investieren ist wichtiger als theoretisieren"

Am Kapitel-Gipfel werden auch in diesem Jahr einige Finanzexperten referieren. Dazu zählt auch Christian W. Röhl. Er bezeichnet sich selbst als Vermögensverwalter in eigener Sache und Wanderprediger der Aktienkultur. Christian W. Röhl ist Investor, Publizist und bekannter Referent. Wir haben im Vorfeld nachgefragt, was uns bei diesem Vortrag erwartet. Streichen Sie sich also den 11. September 2020 im Kalender an.

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Wie wird der Titel Ihres Vortrags auf dem Kapital-Gipfel lauten und auf welche drei Kernaussagen wollen Sie hinaus?

Unter dem Titel „Momentum-Kick und Crash-Vorsorge“ will ich mit den Teilnehmern über taktische ETF-Investments sprechen. Denn bei den meisten privaten ETF-Investoren steht ja die strategische „Asset Allocation“ im Vordergrund: Das Vermögen langfristig über verschiedene Anlage-Klassen, Währungsräume und Sektoren streuen und abgesehen von gelegentlichem Rebalancing nichts machen.

Das ist eine sehr gute, sozusagen alternativlose Basis-Strategie, die sich allerdings durchaus um taktische Elemente ergänzen lässt – etwa dergestalt, dass man einen Aktien-ETF in einen Anleihen-ETF umschichtet und umgekehrt. Also nicht „Buy and hold until I’m old“, sondern eine aktive Reaktion auf das Marktumfeld. Natürlich nicht aus dem Bauch heraus, sondern wie immer bei meinen Investment-Konzepten mit eindeutigem Regelwerk.

Wie das genau funktioniert, zeige ich im Vortrag anhand von einigen von US-Investoren inspirierten Strategien, die man mit geringem Aufwand selbst umsetzen kann. Und das sind dann auch schon die drei Kernaussagen:

Erstens: Bevor man den fünften Länder-ETF oder Themen-Fonds beimischt, der kaum noch Diversifikationseffekte bietet, sollte man sich mit taktischen ETF-Investments zumindest mal beschäftigt haben.

Zweitens: Taktische Investments weichen zwar vielleicht von der „reinen Lehre“ des passiven Buy & Hold ab, können aber gerade in schwierigen Phasen Stabilität ins Depot bringen.

Drittens: Auch taktische Investments sind mit einem seriösen, einfachen und transparenten Framework möglich – das nichts gemein hat mit aktivem Trading, wo die Conclusio ja oftmals lautet: Ob long, ob short, das Geld ist fort.

Weshalb sollten Privatanleger Ihrem Vortrag lauschen?

Ich bin ja jetzt wie der verehrte Kollege Dr. Gerd Kommer zum vierten Mal beim Kapital-Gipfel dabei und was alle bisherigen Veranstaltungen ausgezeichnet hat, war der Themen-Mix – und die Bereitschaft der Teilnehmer, sich auf unterschiedliche Perspektiven einzulassen. In diesem Sinne bin ich optimistisch, gemeinsam mit den anderen Referenten auch dieses Jahr wieder einige Inspirationen liefern zu können. Denn Geldanlage ist keine Religion oder Ideologie, die bei 70/30 MSCI World/Emerging Markets aufhört.

Welchen Geldanlage-Geheimtipp können Sie uns geben?

Geldanlage ist keine Geheimwissenschaft, deshalb gibt’s von mir auch keinen Geheimtipp. Meine Gedanken und Strategien sind öffentlich einsehbar, genau wie mein zentraler Ratschlag: Bauen Sie sich ein Depot auf, das laufende Erträge mit langfristiger Wertsteigerung verbindet. Bewirtschaften Sie das Depot wie eine Immobilie: Systematisch, konsequent, aktiv – aber nicht aktionistisch-impulsiv. Und: Investieren ist wichtiger als theoretisieren!

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