Dieser neue ETF-Trend sorgt für einen doppelten Hebel in Ihrem Depot

Die Nachfrage nach ESG-ETFs wird immer größer. Viele Anleger entdecken die Kombination aus Smart Beta und ESG für sich. Warum sich dieser ETF-Trend gleich doppelt bezahlt macht. 

Nachhaltigkeit ist der ETF-Trend des Jahrzehnts. Der größte Vermögensverwalter der Welt, Blackrock, schätzt, dass bereits im Jahr 2028 fast 2,5 Billionen US-Dollar in Fonds und ETFs mit nachhaltigen Strategien verwaltet werden. Die ETF-Strategen von Blackrock stellen überdies einen weiteren ETF-Trend fest: die Kombination von Nachhaltigkeit und Smart Beta! Aktuell wird besonders eine Smart-Beta-Strategie in Kombination mit ESG besonders nachgefragt. David Wenicker, Leiter Privatkundengeschäfts von iShares in Deutschland verrät, worum es sich handelt – und warum Anleger besonders profitieren können.

Nachhaltigkeit und Faktor-Investing sind zwei große Trends im Asset Management, die ihr Renditepotenzial bewiesen haben. Wächst angesichts dessen unter Anlegern der Wunsch, beide Ansätze miteinander zu kombinieren?

Ja, wir stellen eine verstärkte Nachfrage nach Anlagelösungen fest, die Vorzüge nachhaltiger Investments und des Faktor-Investing kombinieren. Dazu trägt bei, dass die Corona-bedingten Marktverwerfungen die langfristigen Kapitalmarkterwartungen sowie das Risiko- und Korrelationsverhalten verschiedener Anlageklassen verändert haben. Zudem machen sich Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden zunehmend stark dafür, dass auch das Finanzwesen positive umweltbezogene und gesellschaftliche Entwicklungen fördert.

Wie hoch ist die entsprechende Nachfrage bereits?

Der Knoten platzt gerade. Einige Anleger denken noch immer ‚entweder oder‘, sprich: Entweder fällt die Entscheidung auf die Integration von Umwelt- und Sozialkriterien sowie Aspekten guter Unternehmensführung ins Portfolio. Oder alternativ steht im Vordergrund, bestimmte Wertentwicklungen zu erzielen – zum Beispiel über Faktor-Strategien.

Gilt die Annahme „entweder – oder“ zu Recht?

Nein, eine aktuelle Analyse von Blackrock widerlegt dies. Sie zeigt, dass sich die ESG-Integration sehr wohl mit einem konkreten Ziel bezüglich der Wertentwicklung in Einklang bringen lässt. Dazu haben wir die Wertentwicklungen von vier indexbasierten Aktienportfolios untersucht. Diese bilden den globalen Aktienindex MSCI ACWI, dessen nachhaltige Variante ESG Enhanced, eine Variante mit Fokus auf besonders schwankungsarme Werte (Minimum Volatility) und eine Strategie ab, die ESG-Enhanced- und Minimum-Volatility-Ansatz verknüpft.

Wie genau lautet das Ergebnis Ihrer Analyse?

Vergleicht man die durchschnittlichen jährlichen Renditen und Risiken (gemessen an der Volatilität) im Zeitraum 1. Juli 2015 bis 30. Juni 2020, zeigt sich: Die Strategie, die ESG-Enhanced- und Minimum-Volatility-Ansatz miteinander verbindet, erzielte die höchste Wertentwicklung bei dem geringsten Risiko.

Welche Schlüsse können Anleger aus diesem ETF-Trend ziehen?

Ein nachhaltiger Ansatz lässt sich nicht nur mit konkreten Performanceerwartungen in Einklang bringen. Vielmehr ermöglicht die Kombination mit ESG, die positiven Performance-Effekte eines Minimum-Volatility-Ansatzes zu hebeln. Dafür gibt es eine schlüssige Erklärung: Unternehmen mit hohen ESG-Werten bergen in der Regel geringere ideosynkratische Risiken als Wettbewerber. Daher schwanken ihre Aktien vielfach weniger schwankungsanfällig.

ETF-Trend
David Wenicker von Blackrock ist überzeugt, dass die Kombination aus Low-Vola und ESG viele Vorteile für Anleger bietet.

Bei vielen Anlegern stehen neben der Rendite auch die nachhaltigen Ergebnisse im Vordergrund. Wie wirkt sich die Kombination von ESG- und Minimum-Volatility-Ansatz in dieser Hinsicht aus?

Ebenfalls vorteilhaft, denn mit der Kombination beider Ansätze lässt sich auch die nachhaltige Wirkung hebeln: Analysen zeigen, dass sich der MSCI ESG-Wert eines Portfolios dadurch um 17 Prozent steigern lässt, während die Kohlenstoffemissionen der Portfoliounternehmen um 23 Prozent abnehmen.

Tipp: Hier finden Sie alle Low-Volatility-ETFs mit sämtlichen Daten, die Sie brauchen.

Und welche Schlüsse zieht Blackrock aus diesen Ergebnissen für sein Geschäft?

Nun ist klar, dass es bei der Integration nachhaltiger Kriterien in Anlagestrategien nicht um ein ,entweder oder‘ geht. Daher erwarten wir eine steigende Nachfrage nach ESG Minimum-Volatility-Strategien – und ein wachsendes Angebot entsprechender ETFs. Die Kombination von nachhaltigen und Faktorstrategien dürfte ein neuer ETF-Trend am Markt werden.