Martin Weber (Arero): "Anlagekultur in Deutschland auf dem richtigen Weg"

Für eine kostengünstige Fertig-Lösung bestehend aus einer globalen Investition in Aktien, Renten und Rohstoffe steht seit Jahren der Arero – Weltfonds. Mittlerweile haben die Mannheimer die Marke von einer Milliarde Euro an verwaltetem Vermögen geknackt. Wir haben dazu bei Martin Weber, dem Entwickler des Arero-Konzepts und Senior-Professor, nachgefragt.

Übrigens: Anlässlich dieses Meilensteins lässt Arero die Korken knallen und verlost zehnmal je eine Weinflasche.

Zum Gewinnspiel: Mit etwas Glück gehört eine Weinflasche bald Ihnen. Beantworten Sie dazu die Gewinnspiel-Frage und tragen Sie das Lösungswort und Ihre Kontaktdaten ein.

Alternativ können Sie das Lösungswort auch per E-Mail (support@extraetf.com) oder Post an Isarvest GmbH, Ickstattstraße 7, 80469 München senden.

Unter den Einsendern mit richtigem Lösungswort verlost Arero am 31. Januar 2020 10 x 1 Flasche „Arero-Jubiläums-Wein“ des Weinguts Lindenhof.

Herr Weber, Glückwunsch, Sie haben mit dem Arero-Fonds die Eine-Milliarde-Euro-Grenze durchbrochen. Haben Sie das bei der Gründung Ihres Fonds erwartet?

Dazu haben wir uns keine Gedanken gemacht. Vertreter aus der Industrie haben uns damals gesagt, wir müssten mindestens 100 Million Euro erreichen, um langfristig überleben zu können. Die Zahl haben wir zwar nie überprüft, aber vielleicht waren wir trotzdem relativ froh, dass wir das schon relativ früh, zwei Jahre nach der Auflegung, erreicht haben.

Wichtiger als die Zahl ist letztlich ohnehin der generelle Trend hin zu einer breit diversifizierten und kostengünstigen Vermögensanlage, der sich nicht nur an den Zahlen für Arero, sondern auch an den Zahlen für die gesamte ETF-Branche ablesen lässt. Das zeigt uns, dass sich die Anlagekultur auch in Deutschland in die richtige Richtung bewegt.

Können Sie uns über die Anfänge berichten und wie Sie auf die Idee gekommen sind, den Fonds ins Leben zu rufen?

In meiner Forschungsrichtung, der Behavioral Finance, hat sich über viele Studien und Jahre gezeigt, dass die meisten Menschen große Probleme haben, „richtig“ zu investieren. Natürlich kommt es beim Abwägen von Risiken und Chancen auch auf persönliche Vorlieben und Präferenzen an, aber es gibt eine Menge Anlagefehler, die einfach vermieden werden können, dem Anleger letztendlich aber ungemein Geld kosten. Aus dieser Erkenntnis heraus haben wir 2007 den Börsenratgeber Genial einfach investieren geschrieben. Das Buch war ein großer Erfolg was seine Auflagenzahl betrifft und hat hoffentlich auch vielen Lesern dabei geholfen, bessere Anleger zu sein.

Danach haben wir uns allerdings die Frage gestellt, ob wir unseren Worten nicht auch Taten folgen lassen sollten, also selbst einen Fonds gründen, der wissenschaftlich fundierten Grundsätzen folgt. Das bedeutet für uns im Wesentlichen eine ausgewogene Streuung über Anlageklassen und Anlageregionen, möglichst niedrige Kosten, und ein konsequenter Verzicht darauf, zu versuchen, den Markt durch Stock Picking oder Market Timing zu schlagen. Dieses Projekt, das zu Arero führte, habe ich letztendlich mit drei meiner damaligen Forschungskollegen in Mannheim und der DWS erfolgreich in Angriff genommen.

Alleine in den vergangenen Monaten konnten Sie verstärkt Gelder anziehen. Was finden Ihre Anleger an Arero attraktiv?

Eine genaue Ursache kann ich nicht nennen, aber wenn man ehrlich ist, hat sicherlich auch die allgemein gute Wertentwicklung der Märkte in 2019 zu den Zuflüssen in diesem Jahr beigetragen. Daneben gibt es hoffentlich auch eine Arero-spezifische Komponente: Der Fonds investiert in drei Anlageklassen in einem Produkt und bietet dabei gleichzeitig sehr niedrige Kosten, hohe Transparenz und ein integriertes, steuereffizientes Rebalancing. Ich bin überzeugt, dass unsere Arero-Anleger diese Vorteile zu würdigen wissen. Statt eine Vielzahl von Anlagen zu handeln, kann man in ein Produkt investieren, um global diversifiziert zu sein. Und dieses Produkt ist seinem grundlegenden Konzept seit Auflage vor mittlerweile elf Jahren durchgängig treu geblieben und hat dabei ansehnliche Renditen erzielt.

In den Medien werden die Stimmen sogenannter Cash-Propheten wieder lauter. Werden Sie daher im kommenden Jahr 2020 etwas am Konzept ändern, etwa am Aktienanteil?

Da haben wir eine klare, evidenzgestützte Meinung: Wie sich die Märkte in den kommenden Jahren entwickeln, kann Ihnen niemand seriös beantworten. Die Finanzmärkte sind nach unserer Meinung sehr effizient bepreist, so dass es langfristig keinen Mehrwert bietet, wenn Sie versuchen, den Märkten ein Schnippchen zu schlagen, indem Sie Market Timing betreiben. Unsere Sicht auf die Dinge ist ziemlich einfach: Auf den Finanzmärkten engagieren Sie sich als Risikokapitalgeber. Für das eingegangene Risiko können Sie eine Kompensation in Form einer positiven Rendite erwarten, es kann leider aber auch anders kommen.

Übrigens erstreckt sich die Markteffizienz nicht alleine auf die Aktienmärkte. Auch die zukünftige Zinsentwicklung kann man nach unserer Einschätzung nicht dauerhaft besser als der Gesamtmarkt vorhersagen. Dementsprechend ist es aus unserer Sicht auch wenig erfolgversprechend, wenn man die Anleihequote im Portfolio danach ausrichten würde, ob man nun an weiter sinkende oder wieder steigende Zinsen glaubt. Daher bleiben wir unserem Konzept auch in Zukunft treu und verzichten auf jegliche Art von Market Timing.

Stehen eventuell sonstige Änderungen in nächster Zeit an?

Wir sind fortlaufend mit der DWS im Austausch, wie sich Arero weiterentwickeln lässt, um den Anlegern das möglichst beste Produkt anbieten zu können. Beispielsweise haben wir Anfang 2018 die Abbildungsmethodik und das Rebalancing verändert, um das Investmentsteuerreformgesetz zu berücksichtigen. Zuvor wurde die Wertentwicklung ausschließlich über Swaps abgebildet und es fand ein Rebalancing nur einmal pro Jahr statt. Nun haben wir bei Aktien und Anleihen eine direkte Replikation, die nicht nur die Transparenz steigert, sondern auch steuerlich vorteilhaft ist. Weiterhin gibt es seit 2018 zweimal jährlich eine Reallokation auf die Ursprungsgewichte 60 Prozent Aktien, 25 Prozent Renten und 15 Prozent Rohstoffe.

Ich denke, auch in Zukunft wird es Änderungen und Erweiterungen geben, die den Anlegern zugutekommen. Zu viel möchte ich an der Stelle nicht verraten, aber alle Interessenten werden über unseren Newsletter stets über Neuerungen informiert.