YouTuber Jens Rabe: Was wirklich wichtig ist, wenn Sie 100.000 Euro anlegen wollen!

Die US-Wahl ist vorbei, es gibt Hoffnungen auf einen Corona-Impfstoff. Finanzprofi und YouTuber Jens Rabe sieht langfristig beste Aussichten für eine ganz bestimmte Branche.

Finanzprofi, Vermögensverwalter, YouTuber – Jens Rabe hat mit seinem tiefen Börsenwissen eine sehr erfolgreiche Karriere gestartet. Mit seinen Videos begeistert er tausende von Menschen. In seiner Jens Rabe Academy bringt er Anlegern bei, wie sie regelmäßige Einnahmen an der Börse erzielen können. Im Interview mit extraETF erläutert Jens Rabe, was er von ETFs hält und was der wichtigste Aspekt bei der Anlage von 100.000 Euro ist. 

Herr Rabe, wie stehen Sie grundsätzlich zu ETFs?

Meiner Meinung nach sind ETFs grundsätzlich eine gute Sache und sehr gut geeignet, um am Börsengeschehen teilzunehmen. Jeder sollte sich ein grundlegendes Wissen rund um das Thema ETFs aneignen. Dadurch können diese Instrumente für den persönlichen Vermögensaufbau genutzt werden. 

Lieber ETFs oder gezielte Einzelaktien bzw. für wen eignet sich was mehr?

Die richtige Antwort ist hier nicht “oder” sondern “und”. Man kann beides gleichzeitig handeln, sollte dabei aber einige Punkte beachten. Jemand der wenig Wissen hat und nur wenig Zeit investieren kann, sollte eher in ETFs investieren. Wenn aber schon Erfahrungen gesammelt wurden und eine gewisse Wissensbasis besteht, kann man auch durchaus in den Bereich Einzelaktien gehen. Dafür muss aber auch mehr Zeit investiert werden. 

Wer sehr erfahren ist, beschäftigt sich gerne mit Einzelaktien, nichtsdestotrotz können auch erfahrene Investoren immer wieder auf ETFs zurückgreifen, weil dadurch bestimmte Segmente, Sektoren, Regionen kostengünstig und einfach abgedeckt werden können. Es gibt kein entweder oder, sondern ein gutes Miteinander. 

Wie würden Sie dementsprechend eine Summe von 10.000, 100.000 und einer Million Euro anlegen?

Es ist nicht so sehr entscheidend, wie viel Geld zur Verfügung steht. Eine Person mit eine Million Euro kann mit wenig Wissen und Erfahrungen in diesem Gebiet die gleichen Fehler machen, wie jemand, der 10.000 Euro zur Verfügung hat. 

Entscheidend ist also viel mehr, welches Wissen, welche Risikotoleranz und welche Ziele eine Person hat. Es ist ein großer Unterschied, ob man einen Beruf aufbauen und vom Börsenhandel leben möchte oder ob es als Grundlage für eine spätere Altersvorsorge dient. Daher gibt es hierfür keine pauschale Antwort. 

Wer relativ wenig Geld zur Verfügung hat, sollte einen großen Teil in den Wissensaufbau investieren und die Anlagestrategie simpel halten: ETFs und die eine oder andere Aktie dazu. Wer mehr Geld zur Verfügung hat, kann das natürlich mehr streuen. 

Jens Rabe über den Biotech-Sektor.
Jens Rabe über das Erfolgsgeheimnis guter Anleger und die Chancen des Biotech-Sektors.

Jens Rabe „Diese Branche gehört in jedes Aktiendepot“

Herr Rabe, kommen wir zum aktuellen Börsengeschehen. Die US-Wahl ist längst gelaufen, doch Corona ist immer noch nicht ausgestanden. Dennoch machen sich Hoffnungen auf einen Impfstoff breit. Wie sehen Sie angesichts dessen die Chancen für die Biotech- und Gesundheitsbranche?

Kurzfristig dürfte die eine oder andere Aktie im Biotechbereich ausgereizt sein, weil man schon sehr schöne Gewinnsteigerungen verzeichnet hat. Daher sollten kurzfristig nicht so hohe Erwartungen gesetzt werden.

Langfristig gesehen wurde durch die Covid-19-Pandemie ein ganz anderes Bewusstsein für diesen Bereich entwickelt. Daher sollten Aktien der Biotech- und Gesundheitsbranche auf alle Fälle mit ins Depot.

Sollten Privatanleger, die sich für diese Branchen interessieren, auf Einzelwerte setzen? Wenn ja, auf welche? Oder sind hier spezielle Branchen-ETFs die bessere Wahl?

Auch bei Privatanlegern, die sich für die Branchen Biotech und Gesundheit interessieren, muss unterschieden werden, über welches Wissen sie verfügen. Die meisten Privatanleger, die keine Ärzte oder Wissenschaftler sind, haben eher wenig Wissen und sollten deshalb auf Branchen-ETFs setzen. Die Privatanleger, die viel Wissen mitbringen, können sich natürlich auch Einzelaktien ansehen. Das geht, weil sie besser einschätzen können, ob die Aktien zu ihrem Chancen-Risiko-Profil passen oder nicht.