Estably – Angebot im Test & Erfahrungen

Estably ist ein digitaler Vermögensverwalter aus Liechtenstein. Der Robo-Advisor ermöglicht den Zugang zu drei Portfolios mit unterschiedlichen Risikoklassen. Die Umsetzung dieser Portfolios erfolgt durch die gezielte Auswahl von Einzeltiteln. Die Liechtensteiner orientieren sich bei der Zusammenstellung am Value-Investing-Ansatz.

Ein Portfolio kann ab einer Anlagesumme von 35.000 Euro bei der deutschen Baader Bank angelegt werden. Die Gesamtgebühr beträgt 1,2 Prozent. Wer das Depot bei der Liechtensteinischen Landesbank führen möchte, muss mindestens 100.000 Euro mitbringen. Bei dieser Variante liegt die Gesamtgebühr bei 1,5 Prozent. Bei beiden Optionen fallen im Erfolgsfall weitere zehn Prozent an, also die sogenannte Performance-Fee.

Angebot
Kosten
Gesamtnote

3.5

Der Ansatz von Estably ist relativ aktiv, da die Verantwortlichen drei Portfolios anbieten, die aus je 20 bis 35 Einzeltiteln bestehen. Die Kosten sind entsprechend höher als bei anderen digitalen Vermögensverwaltern. Das Konzept spricht insbesondere Anhänger der Value-Prämie an.

Gesamtnote

3.5

Wer ist Estably?

Estably ist die erste digitale Vermögensverwaltung aus dem Fürstentum Liechtenstein, einem Land, in dem die Vermögensverwaltung bereits seit mehr als 100 Jahren Tradition hat. Estably verfolgt den Ansatz, die Vorzüge der bereits bestehenden Robo-Advisors zu adaptieren und darüber das klassische Value- und Quality-Investing anzubieten. Als digitaler Vermögensverwalter steht nach eigener Aussage die Veranlagungskompetenz und damit die Qualität der Investitionen sowie eine langfristig überdurchschnittliche Rendite an erster Stelle. Die Liechtensteiner investieren in Einzelaktien und Anleihen von hervorragenden Unternehmen, die an der Börse nach Meinung der Experten unter ihrem (derzeitigen und erwarteten) Wert gehandelt werden. Estably versucht also, über die Faktorprämie „Value“ zusätzliche Rendite zu erzielen.

Estably im Test

In unserem ausführlichen Testbericht haben wir das Angebot von Estably analysiert und bewertet. Verglichen wurden dabei das Angebot, die Kosten, der Service und die Gebühren.

Bewertung des Angebots

Estably bietet drei Anlagestrategien an: Value 30, Value 60 und Value 100. Alle Portfolios bestehen aus Aktien und Anleihen. Auch eine kleine Cash-Quote ist vorgesehen. Die Zahlen in den Namen der einzelnen Anlagestrategien stehen für den prozentualen Anteil der Aktien im Portfolio.

Die Anlagestrategie basiert auf zwei grundlegenden Annahmen:

  1. Die gezielte Auswahl von Einzeltiteln soll langfristig einen höheren Ertrag einbringen als die ETF-Anlage.
  2. Value- und Quality-Prämien sollen dabei helfen, diese höheren Erträge zu erwirtschaften.

Bei Estably kommen daher ausschließlich Portfolios zum Einsatz, die dem Value-Gedanken Rechnung tragen. Bei Value-Titeln handelt es sich um Substanzwerte, deren wahrer Wert über der aktuellen Marktbewertung liegt bzw. liegen soll. Hierbei spielt auch die Faktorprämie „Quality“ mit hinein. Die Estably-Experten investieren in Aktien und Anleihen, die sie als Qualitätsunternehmen identifiziert haben. Es handelt sich dabei also um Unternehmen, die an der Börse nach Ansicht der Investmentexperten von Estably unter ihrem heutigen oder erwarteten Wert gehandelt werden. Bevor investiert wird, werden die Unternehmen über einen längeren Zeitraum unter die Lupe genommen. Die Experten machen sich ein Bild von den Bilanzen, vom Geschäftsmodell, vom Wettbewerbsumfeld und auch vom leitenden Management. Auf diese Weise halten Anleger 15 bis 25 Einzelaktien und fünf bis zehn Anleihen. Gelder werden außerdem auf dem Tagesgeldkonto (Cash) geparkt.

Das Rebalancing findet nicht auf Depot-, sondern auf Einzeltitelebene statt. Die Häufigkeit des Rebalancings hängt dabei stark von der Entwicklung der Einzeltitel ab. Ändert sich der Aktienkurs eines Unternehmens schneller als der innere errechnete Wert, werden von Estably Zu- oder Verkäufe durchgeführt. Dividenden werden den Kunden auf ihrem Verrechnungskonto gutgeschrieben.

Wie hoch ist die Mindestanlage?

Die Höhe der Mindesteinlage liegt bei 35.000 Euro. Die depotführende Bank ist die deutsche Baader Bank. Wer die Liechtensteinische Landesbank bevorzugt, muss mindestens 100.000 Euro bei Estably anlegen.

In welche Anlageklassen wird investiert?

Die Anlage der Kundengelder erfolgt ausschließlich auf Basis von Einzeltiteln. Anlageklassen sind Aktien und Anleihen. Dazu kommt stets eine kleine Cash-Position. Anpassungen erfolgen, wenn das Expertengremium es für nötig hält. Insgesamt kommen Anleger auf 20 bis 35 Einzelwerte.

Gibt es einen Sparplan/Auszahlplan?

Es ist möglich über einen Sparplan in Estably-Portfolios zu investieren. Die monatliche Mindestsparrate beträgt 100 Euro. Das gilt aber nur, wenn die geforderte Höhe für die Einmalanlage investiert wurde. Einen Auszahlplan gibt es zum Zeitpunkt dieser Betrachtung nicht.

Fazit Angebot: Bei Estably werden drei unterschiedliche Risikoprofile angeboten. Je nach Risikoprofil werden die Assetklassen Aktien und Anleihen unterschiedlich gewichtet. Der Aktienanteil reicht von 30 Prozent bis 100 Prozent. Der Anleiheanteil reicht von 0 Prozent bis 60 Prozent. In jedem Portfolio gibt es eine Cash-Quote von rund zehn Prozent. Andere Anbieter bieten eine größere Bandbreite an Risikoabstufungen. Die angebotenen Stufen sind aber dennoch für die meisten Privatanleger voll und ganz ausreichend.

Das Angebot im Überblick

Angebotene Strategien 3
Eingesetzte Anlage­klassen Aktien, Anleihen, Liquidität
Eingesetzte Produkt­typen Aktien, Anleihen, Liquidität
Rebalancing bei Bedarf
Eingesetzte Produkte 20 - 35 Einzeltitel
Mindest­anlage 35.000 €
Sparplan Ja, min. 100 €
Auszahlungs­plan Nein

Bewertung der Kosten

Bei den Kosten von Estably findet eine Unterscheidung statt. Hier kommt es auf die depotführende Bank an. Wer sich für die Baader Bank entscheidet, zahlt 1,2 Prozent an sogenannter All-in-Fee. Darin enthalten sind also Vermögensverwaltung, Kontoführung, Depotführung und alle Wertpapiertransaktionen. Kunden, die ihr Depot von der Liechtensteinischen Landesbank führen lassen, zahlen bei Estably für den gleichen Leistungsumfang 1,5 Prozent.

In beiden Fällen kann eine erfolgsabhängige Gebühr (Performance-Fee) in Höhe von zehn Prozent dazukommen. Diese fällt an, wenn im jeweiligen Jahr ein neuer Performance-Höchststand erreicht wurde.

Durch die Auswahl von Einzeltiteln fallen keine Produktkosten an, wie es bei ETF-Lösungen der Fall ist.

Fazit Kosten: Die Anlagevergütung bei Estably ist eine sogenannte All-in-Fee (Depotführung, Transaktionen, Vermögensverwaltung). Die Höhe variiert je nach gewählter Depotbank zwischen 1,20 und 1,50 Prozent des Anlagebetrags. Für eine digitale Vermögensverwaltung sind das relativ hohe Gebühren. Dies ist dem aktiven Ansatz geschuldet. Vergleichbar ist der Ansatz mit dem des deutschen digitalen Vermögensverwalters Solidvest. Hier kommen Kunden auf ähnliche Gebührensätze.

Die Kosten im Überblick

Depot­gebühr pro Jahr 0,00 €
Service­gebühr (p.a.)
1,20 %All in Fee
Performance­gebühr Ja, 10 % Performance Fee

Bewertung des Service

Estably hat einen eigenen Youtube-Kanal und bietet dort Tutorials und Informationen zum Thema Investieren. Auch auf Facebook, Twitter, Instagram und Linkedin ist das Unternehmen präsent. Zudem gibt es einen Blog. Estably bietet außerdem die Möglichkeit, via Hotline, Kontaktformular, Whatsapp und E-Mail in Kontakt zu treten. Auch persönliche Beratungsgespräche mit einem Kundenbetreuer sind möglich. Apps sind für iOS und Android in der Entwicklung. Auch Webinare soll es bald geben. Anleger können jederzeit auf ihr Geld zugreifen, es gibt keine Halte- oder Kündigungsfristen. 

Fazit Service: Anlegern stehen schon heute einige Kommunikations- und Informationskanäle zur Verfügung. Kommen die Apps für iOS und Android heraus, ist der Service sehr solide.

Der Service im Überblick

Sparplan / Auszahlplan Ja / Nein
Halte-/­Kündigungs­fristen Nein
Persönliche Beratung Ja
Hotline / Online-Chat Ja / Nein
Soziale Medien Facebook, Youtube, Twitter, Blog, LinkedIn
App Nein

Bewertung der Sicherheit

Estably ist ein lizenzierter Vermögensverwalter und Finanzportfolioverwalter mit Sitz in Liechtenstein und auch gemäß Mifid-2-Richtlinie zur Finanzportfolioverwaltung in Deutschland zugelassen. Es greift die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein. Die Partnerbanken Baader Bank und Liechtensteiner Landesbank gelten als solide. Ohnehin sind die Aktien in Estably-Portfolios Sondervermögen und bleiben stets Eigentum des Anlegers.

Fazit Sicherheit: Die Partnerbanken sind sehr solide. Das in Aktien investierte Vermögen ist als Sondervermögen ausgewiesen und damit rechtlich sicher. Das Gesamtpaket ist alles in allem als sicher einzustufen.

Die Sicherheit im Überblick

Depot­führung Baader Bank und Liechtensteinische Landesbank
Lizenz Vermögensverwaltungslizenz
Kontroll­organ Finanzmarktaufsicht Liechtenstein

Die Renditen der Estably-Strategien

Hier finden Sie die aktuelle Wertentwicklung der drei Estably-Strategien.

Strategie Aktien­anteil % lfd.
Jahr
Rendite 2019 Risiko­klasse
Es wurden keine Strategien gefunden
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Estably im Vergleich

Hier können Sie Estably mit anderen Robo-Advisors vergleichen.

 
Angebot
Angebotene Strategien 3
Anlage­klassen Aktien
Anleihen
Liquidität
Eingesetzte Produkt­typen Aktien
Anleihen
Liquidität
Rebalancing Ja
Eingesetzte Produkte 20 - 35 Einzeltitel
Mindest­anlage 35.000 €
Kosten
Depotführung 0,00 €
Service­gebühr (p.a.)
  • 1,20 %: All in Fee
Performance­gebühr Ja, 10 % Performance Fee
Kostenbeispiel
10.000 €
50.000 € 600,00 €
100.000 € 1.200,00 €
250.000 € 3.000,00 €
Service
Sparplan / Auszahlplan Ja / Nein
Halte-/­Kündigungs­fristen Nein
Anlage­beratung Ja
Hotline / Online-Chat / App Ja / Nein / Nein
Sicherheit
Gründung Dezember 2019
Depotführung Baader Bank und Liechtensteinische Landesbank
Lizenz Vermögensverwaltungslizenz
Kontroll­organ Finanzmarktaufsicht Liechtenstein
  Mehr Infos

Quelle: Extra-Magazin, Stand 29.10.2020

Unser Fazit

Markus Jordasn

Markus Jordan

„Solides Angebot für Anhänger von Einzeltitelauswahl“

Die Estably-Anlagestrategien setzen auf eine Einzeltitelauswahl im Bereich von Aktien und Anleihen. Grundsatz ist die Value-Strategie. Value ist eine anerkannte Faktorprämie, die allerdings nicht zwangsläufig zu Überrenditen führen muss. Die aktive Herangehensweise zahlen Kunden in Form etwas höherer Gebühren. Die drei Risikostufen ermöglichen einen ausreichenden Grad der Abstufung. Die Einstiegssumme von 35.000 Euro ist relativ hoch. Das Angebot überzeugt für Anleger, die auf eine Einzelaktienauswahl setzen möchten und überzeugt von der Faktorprämie „Value“ sind.

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