Aktiensparplan – Das müssen Sie beachten!

Sie möchten einen Aktiensparplan anlegen. Nachfolgend klären wir alle wesentlichen Fragen, damit Sie auch schon beginnen können.

Was genau ein Aktiensparplan ist, haben wir in einem Einsteiger-Artikel näher dargelegt. Wir gehen also nun davon aus, dass Sie bereits wissen, was ein Aktiensparplan ist und Sie sich für einen solchen interessieren.

Um Ihnen auf dem Weg zum Aktiensparplan behilflich zu sein, erörtern wir für Sie die üblichen Fragen, die sich dabei für Sparer stellen.

Welche Aktie kaufe ich für den Sparplan?

Mit Einzelaktienempfehlungen tun wir uns naturgemäß etwas schwer, da wir uns als ETF-Portal grundsätzlich für breite Streuung über günstige indexbasierte Finanzprodukte aussprechen. Doch selbstverständlich steht es Ihnen frei, sich einzelne Aktien herauszupicken.

Wählen Sie ein Unternehmen, das eine gute Marktstellung hat und dessen Geschäft Sie verstehen. Das Geschäftsmodell sollte sich bereits über einen langen Zeitraum bewährt haben.

Als wichtige Paramater zur Bewertung einer Aktie gelten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Allerdings ist das eher als Richtwert zu sehen, da diese Größen stark von der Branche abhängen. Die tatsächliche Aussagekraft ist umstritten, zumal gewisse Faktoren zu starken Verzerrungen führen können.

Konzentrieren Sie sich auf Weltmarken, die Sie gut kennen. Fragen Sie sich, welche Marken rund um den Globus präsent sind und welche von ihnen besonders begehrte Güter herstellen. Orientieren Sie sich dabei auch an Ihrem eigenen Konsumverhalten, welche Produkte alltäglich auf Ihrer Kaufliste stehen. Das sind oft Unternehmen, die auch in Zukunft mit guter Wahrscheinlichkeit von Bedeutung sein werden.

Gerne können Sie sich hierbei auch aus der Top-Ten-Liste eines beliebigen MSCI-World-ETFs bedienen. Geben Sie hierzu in der ETF-Schnellsuche „MSCI World“ ein, wählen Sie ein entsprechendes Produkt aus und klicken dann auf „Zusammensetzung“.

Tipp: Über unsere Schnellsuche unterhalb der Navigation können Sie z.B durch die Eingabe von „Apple“ die Konditionen und Verfügbarkeit bei verschiedenen Banken zur Apple Aktie erfahren. Dies funktioniert mit allen derzeit rund 800 sparplanfähigen Aktien.

Wie viele Aktien soll ich besparen?

Streuung senkt bekanntlich das Risiko. Daher ist es ratsam, nicht nur eine Aktie, sondern mehrere Unternehmenspapiere zu besparen.

Wichtig: Die anderen Unternehmen, auf die Sie setzen, sollten jeweils einer anderen Branche angehören und nach Möglichkeit in unterschiedlichen Ländern ansässig sein. Es macht zum Beispiel keinen Sinn, die Aktien des deutschen Automobilherstellers A und des ebenfalls in Deutschland beheimateten Autokonzerns B anzusparen.

Da die führenden Broker meist ihre Ausführungsgebühren prozentual erheben, spielt die Anzahl der Aktiensparpläne dort keine Rolle. Bei Comdirect und Consorsbank sind beispielsweise schon Raten ab 25 Euro möglich (Gebühr je 1,50 Prozent). So lassen sich etwa bei diesen Brokern mit 250 Euro schon zehn Unternehmen besparen. Eine kleine Ausnahme stellt der Smartbroker dar. Dort fallen pauschal 0,80 Euro pro Ausführung an. In unserem Aktien-Sparplan-Vergleich finden Sie die aktuellen Konditionen der Anbieter.

Wie hoch sollte der Aktienanteil im Depot sein?

Bei der Beantwortung dieser Frage zählen im Wesentlichen zwei Aspekte: Wie viel Risiko vertragen Sie und wie alt sind Sie?

Grundsätzlich können junge Haushalte eine hohe Aktienquote gut vertragen. Sie verfügen oft über geringe Anlagebeträge und haben noch ein langes Erwerbsleben vor sich. Ein Blick in den Rückspiegel zeigt, dass auf Sicht von zehn bis zwölf Jahren Aktienrenditen in der Regel positiv waren. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Sie spätestens zehn Jahre vor dem erwarteten Renteneintritt ein aktienlastiges Depot massiv zugunsten von Anleihen umschichten sollten. Bis dahin ist ein hoher Aktienanteil durchaus sinnvoll.

Sollten Sie einen Großteil Ihres Vermögens später an Ihre Kinder vererben wollen, kann der Aktienanteil selbst im Ruhestand noch hoch sein, allerdings nur, wenn Sie noch ausreichend Geld haben, um sorgenfrei das Leben in Rente genießen zu können. Als Faustregel für die passende Aktienquote gilt landläufig: 100 minus Alter.

Wo ist Aktiensparen möglich?

Die einfachste Antwort: Das sehen Sie, wenn Sie unseren Aktien-Sparplan-Vergleich aufrufen. In aller Regel sind das führende Broker mit entsprechend attraktiven Konditionen. Besonders viele Aktiensparpläne bieten S-Broker, ING, Consorsbank und Comdirect. Der Smartbroker hat zwar etwas weniger Aktien im Angebot, aufgrund der Pauschalgebühr von 0,80 Euro sind aber dort übliche Sparplansummen günstiger als bei der Konkurrenz. Allerdings muss hier ein Sparplan mit mindestens 125 Euro gefüttert werden. Für ganz kleine Beträge unter 50 Euro, was sich gerade für Anleger anbietet, die streuen möchten, machen wie erwähnt Comdirect und Consorsbank eine gute Figur. Noch etwas niedriger ist der Gebührensatz bei Maxblue, wo Anleger jedoch mit 30 Titeln auskommen müssen.

Unsere Aktiensparplen Empfehlungen

Wir empfehlen die folgenden Direktbanken für einen Aktiensparplan.
AnbieterAnzahl Aktienmind. SparrateBuchstücke möglichKosten 
Quelle: extraETF.com
S Broker814ab 50 €Nein2,50 %Mehr Infos
ING422ab 50 €Ja1,75 %Mehr Infos
Consorsbank422ab 25 €Ja1,50 %
Mehr Infos
Comdirect189ab 25 €Ja1,50 %Mehr Infos
Smartbroker89ab 125 €Nein0,20 % (mind. 0,80 €)Mehr Infos
Netbank70ab 50 €Ja1,75 %Mehr Infos
Targobank58ab 50 €Nein2,5 % (mind. 1,50 €, max. 3 €)Mehr Infos
Maxblue30ab 50 €Ja1,25 %Mehr Infos

Was passiert mit Bruchstücken beim Aktiensparplan?

Kaufen Sie normal Aktien von Unternehmen A, haben Sie einfach die gewünschte Zahl an Aktien im Depot. Beim Sparplan ist das etwas anders.

Nehmen wir an, Sie richten einen Sparplan auf Aktie A ein. Sie entscheiden sich für eine Sparplanrate von 100 Euro. Zum Zeitpunkt der Ausführung steht der Kurs bei 80 Euro. Damit erhalten Sie 1,25 Anteile. Die Aktienanzahl ist somit nicht mehr glatt. Alles was vereinfacht gesagt hinter dem Komma steht, gilt als Bruchstück.

Bei den meisten Brokern sind solche Bruchstücke möglich. Ausnahme sind hier etwa S-Broker und Targobank. Dort ist der Erwerb von Bruchstücken nicht möglich. Bruchstücke werden dort auf ganze Stücke abgerundet. Um beim Beispiel zu bleiben: Besagte Aktie A notiert bei 80 Euro. Von der angestrebten Sparrate in Höhe von 100 Euro werden nur 80 Euro ausgeführt. Bei anderen Brokern wie Maxblue, Comdirect, Consorsbank, Netbank und ING sind Bruchstücke aber möglich.

Tipp: Bei Direktbanken können ETFs zu besonders günstigen Konditionen gehandelt werden. In unserem Broker-Vergleich haben wir die Konditionen der Banken zum Handel von ETFs gegenübergestellt und miteinander verglichen. Jetzt den Broker-Vergleich lesen!

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