Aktive Fonds und ETFs – das sind die Unterschiede

Sowohl aktive Fonds als auch passive, also ETFs, ermöglichen beide die breit gestreute Geldanlage. Dennoch gibt es Unterschiede zu Gunsten von ETFs.

Eines haben aktive Fonds und ETFs gemeinsam: Sie setzen breit gestreut auf Großregionen, Länder oder Branchen. Das war es mit der wesentlichen Gemeinsamkeit. In diesem Beitrag wollen wir Ihnen die Unterschiede aufzeigen und verdeutlichen, weshalb aus unserer Sicht ETFs klar die Nase vorne haben. 

Beginnen wir zunächst mit den Herangehensweisen beider Konzepte und sehen uns dann an, weshalb ETFs die bessere Wahl sind.

So arbeitet ein aktiver Fonds

Aktive Fonds gehen – wie der Name schon vermuten lässt – relativ aktiv vor. Sie unterhalten daher einen Fondsmanager samt Analyseteam, welches die besten Titel herausfiltern soll. Hier geht es also darum, Trends rechtzeitig aufzuspüren und die Portfolios frühzeitig anzupassen. Aktive Fonds streben damit ein proaktives Vorgehen an, um Chancen zu maximieren und Risiken zu minimieren. Das Portfolio steht daher ständig auf dem Prüfstand. Die Gewichtungen der einzelnen Positionen legt das Fondsmanagement fest. Die Herangehensweise aktiver Fonds ist relativ kostenintensiv. Die laufenden Kosten liegen oft bei zwei Prozent im Jahr. Dazu kommt häufig noch ein Ausgabeaufschläge von rund fünf Prozent.

So arbeitet ein ETF

Im Vergleich zum aktiven Fonds geht es beim ETF recht passiv zu. Beim ETF wird einfach ein vorgegebener Index abgebildet. Anpassungen gibt es in aller Regel nur, wenn diese aufgrund einer Indexänderung geboten sind. Bei ETFs geht es also um rein objektive Kriterien und nicht um Meinungen und Vermutungen. Es gibt also kein (teures) Analyseteam, welches Käufe und Verkäufe auf den Plan ruft. In den allermeisten Fällen richten sich die Gewichtungen nach den Unternehmensgrößen gemessen am Börsenwert. Das ETF-Konzept ist wesentlich günstiger zu betreiben als jenes mit aktiven Fonds. ETFs auf Standard-Indizes kosten jährlich meist deutlich weniger als 0,30 Prozent. Große ETFs nähern sich mittlerweile nicht selten bereits der 0-Prozent-Marke.

Der Performance-Vergleich

Aktive Fonds haben wesentlich höhere Kosten. Das wäre kein Problem, wenn die Rendite entsprechend üppiger ausfallen würde. Doch hier kommen wir zum springenden Punkt, weshalb aus unserer Sicht und auch nach Meinung etlicher Finanzexperten ETFs unbedingt zu bevorzugen sind. Sehen wir uns hierzu Zahlen der SPIVA-Scorecard 2021 an. Auf Sicht von einem Jahr schaffen es im Segment der globale Aktienanlage lediglich 36 Prozent der aktiven Fonds einen vergleichbaren ETF zu übertreffen. Nach fünf Jahren sind es nur noch 24 Prozent, nach 20 Jahren verbleiben noch neun Prozent. Und selbst die erfolgreichen aktiven Fonds wechseln ständig. Wer also einen gut laufenden aktiven Fonds kauft, geht keinesfalls eine Garantie ein, weiterhin auf der Siegerstraße zu bleiben.

Übrigens: Sämtliche Studien zeigen ein sehr ähnliches Bild, oft sogar ein noch negativeres für aktive Fonds. Ob auf lange Sicht zwei, fünf oder neun Prozent der aktiven Fonds besser abschneiden als der Vergleichs-ETFs, ist unerheblich. Denn damit ist klar: Nur ganz wenige aktive Fonds schaffen es, einen ETF langfristig zu schlagen.

Weshalb schneiden ETFs besser ab?

Die Gründe: Keiner weiß verlässlich, welche Aktien die Gewinner von morgen sein werden. Studien zeigen, dass nur vier Prozent der Aktien die Gesamtrendite nach oben treiben. Diese sind in breiten ETFs auf jeden Fall enthalten. Anleger mit einem aktiven Fonds können dagegen nur hoffen, diese Überflieger ebenfalls zu haben. Zum anderen haben ETFs einen derart großen Kostenvorteil, dem aktiven Fonds nur mit deutlich besseren Renditen begegnen könnten. Das bleibt aber in den allermeisten Fällen aus. Viele aktive Fonds können ihren ETF-Gegenspieler ohnehin nicht übertreffen, weil sie gar nicht so angelegt sind. Denn etliche Fondsmanager orientieren sich sehr stark am Vergleichsindex, um im negativen Fall nicht allzu sehr hinterherzuhinken. Das sind nicht gerade selten die üblichen „Verdächtigen“, die die großen Filialbanken ihren Kunden empfehlen. In solchen Fällen spricht man auch von sogenannten Indexschmusern. Spätestens dann ist der Umstieg auf einen ETF geboten.

Vorteile von ETFs gegenüber aktiven Fonds

  • Sehr günstige, breit streuende Geldanlage
  • Performance meistens besser als bei aktiven Fonds
  • Überflieger Aktien sind auf jeden Fall dabei

Autor Thomas Brummer

Thomas Brummer
Thomas Brummer war bereits für das Anlegermagazin "Der Aktionär" und das Verbraucherportal biallo.de tätig. Zudem hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 ist er Mitglied der Redaktion und seit 2020 als stellvertretender Chefredakteur für das Anlegerportal extraETF.com und das Extra-Magazin verantwortlich.

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