Besteuerung von Gold-ETC

Besonders in Zeiten politischer oder wirtschaftlicher Unruhen, zieht es Investoren zum Gold. Dies kann in Form eines physischen Kaufs von Goldbarren oder Goldmünzen erfolgen oder über den Kauf von Wertpapieren, sogenannten Gold-ETCs (ETC = Exchange Traded Commodities). Die hohe Goldnachfrage liegt hauptsächlich daran, dass Gold in der Regel negativ mit anderen Anlageklassen wie zum Beispiel Aktien korreliert – zumindest der Theorie nach.

Beim Kauf von Gold – sei es in physischer Form oder über Gold-ETCs sollte man zudem einige steuerliche Aspekte nicht außer acht lassen.

In diesem Beitrag erklären wir die Besteuerung von Gold-ETCs.

Wie können Anleger in Gold investieren?

Anleger, die in Gold investieren möchten haben verschiedene Möglichkeiten. Neben den Kauf von physischen Goldbarren oder Goldmünzen (z.B. Krügerrand) können auch Gold-ETCs oder Goldminenaktien bzw. Goldminen-ETFs erworben werden.

Ein großer Vorteil des Kaufs von physischem Gold ist die Steuerfreiheit von Kursgewinnen. Aber auch Anleger von Gold-ETCs können ihre Gewinne unter bestimmten Umständen steuerfrei kassieren.

Kauf von Goldmünzen oder Goldbarren

Für den Kauf von Goldmünzen oder Goldbarren bieten sich seriöse Goldhändler wie Degussa Goldhandel oder auch Online-Shops an. Dort können je nach Bedarf aus einer breiten Palette Goldbarren – oft in Stückelungen ab 1 Gramm Gold – oder die wichtigsten Goldmünzen wie Krügerrand, Maple Leaf oder American Eagle erworben werden.

Steuern beim Kauf von Goldmünzen

Beim Kauf von physischem Gold fällt keine Mehrwertsteuer an. Dazu müssen die Barren und Münzen aber eine bestimmte Reinheit aufweisen. Bei Barren sind das 995 Tausendstel, bei Goldmünzen müssen es 900 Tausendstel sein, die Münze muss nach dem Jahr 1800 geprägt worden sein und in dem Herkunftsland als gesetzliches Zahlungsmittel gelten oder gegolten haben. Zudem gibt es Anforderungen an den Preis der Münze und dem Wert des Goldgehalts. Wer aber zu Klassikern wie dem Krügerrand greift, muss sich darüber keine Gedanken machen.

Die Frage nach der Besteuerung beim Verkauf von physischen Gold hängt davon ab, wie lange das Gold besessen wurde. Wurde das Gold länger als ein Jahr im Besitz gehalten ist ein erzielter Kursgewinn steuerfrei. 

Wird das Gold innerhalb eines Jahres verkauft, ist der Veräußerungsgewinn steuerpflichtig. Dieser muss dann in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Es gibt allerdings noch eine Freigrenze in Höhe von 600 Euro die berücksichtigt werden muss (§ 23 EStG – Private Veräußerungsgeschäfte).

Physisch replizierende Gold-ETCs mit Goldauslieferung

Wer über Wertpapiere in Gold investiert muss Gewinne mit der Abgeltungssteuer versteuern.

Eine Ausnahme davon bilden Gold-Zertifikate bzw. Gold-ETCs die einen Anspruch auf Lieferung von physischem Gold einräumen. Die Anbieter hinterlegen dazu in ihren Tresoren das Gold in Form von Goldbarren in unterschiedlichen Stückelungen. 

Der Anleger kann seine gekauften Gold-Wertpapiere nach den Anlagebedingungen in physisches Gold tauschen. Dazu stellt er einen Antrag und erhält dann die entsprechende Menge an Gold nach Hause oder an eine zuvor genannte Abholstelle geliefert. 

Anleger werden bei diesen Wertpapieren demnach denen, die direkt physische Goldbarren kaufen, gleichgestellt. 

Besteuerung von Gold-ETCs mit Goldauslieferung

Dies hat der Bundesfinanzhof in einem Grundsatzurteil im Mai 2015 so bestätigt. Im Urteil wurde festgehalten, dass der Erwerb eines Anteils an Xetra-Gold steuerlich genauso zu behandeln ist, wie der direkte Kauf von physischem Gold. Kurz darauf reklamierten dann auch andere Gold-ETC-Anbieter dieselben steuerlichen Vorteile für sich. Sowohl die Anbieter von Euwax Gold II sowie von ETFS Physical Swiss Gold garantieren ihren Anlegern, dass sie bei der Veräußerung ihrer Gewinne keine Abgeltungssteuer entrichten müssen.

Einer der größten und bekanntesten physisch replizierten Gold-ETCs ist Xetra-Gold (WKN: A0S9GB). Für jeden gekauften Anteilsschein des Xetra-Golds wird ein Gramm des Edelmetalls hinterlegt. Außerdem können sich Anleger, bei Bedarf, das Gold tatsächlich physisch aushändigen lassen.

Dasselbe gilt auch für EUWAX Gold II (WKN: EWG2LD) der Börse Stuttgart. Dabei hat der Anleger Anspruch auf Auslieferung von 1 Gramm Gold pro Anteil.

Darüber hinaus bieten noch die Produkte WisdomTree Physical Swiss Gold (WKN: A1DCTL) und Gold Bullion Securities (WKN: A0LP78) die Möglichkeit sich physisch Gold ausliefern zu lassen. Die Steuerfreiheit beim WisdomTree Physical Swiss Gold gilt allerdings nur für Anleger, die den ETC nach dem 28.12.2017 erworben haben.

NameWKNAuslieferung
Xetra-GoldA0S9GBja, ab 1 Gramm
Euwax Gold IIEWG2LDja, ab 1 Gramm
WisdomTree Physical Swiss GoldA1DCTLja, ab 1 Gramm
Gold Bullion SecuritiesA0LP78ja (Münzen)

Physisch replizierende Gold-ETCs ohne Goldauslieferung

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es auch Gold-ETCs mit physischer Hinterlegung gibt, die allerdings keinen Anspruch auf Auslieferung des hinterlegten Goldes bieten. Veräußerungserlöse müssen bei diesen ETCs daher immer mit der Abgeltungssteuer versteuert werden.

Aus der folgenden Liste können Sie die beliebtesten Gold-ETCs entnehmen. Eine immer aktuelle Liste mit allen Gold-ETCs finden Sie in unserer ETF-Suche.

NameWKNAuslieferungKosten p.a.
Invesco Physical Gold ETCA1AA5Xnein0,24 %
WisdomTree Physical GoldA0N62Gnein0,39 %
Xtrackers Physical Gold ETC (EUR)A1E0HRnein0,45 %
db Physical Gold Euro Hedged ETCA1EK0Gnein0,29 %
Amundi Physical Gold ETCA2UJK0nein0,19 %

Warum werden Gold-ETCs von der Steuer befreit?


Der Hintergrund ist schlicht der, dass das Gold bei einigen ETCs physisch gekauft, eingelagert und bei Bedarf auch ausgehändigt wird. Wenn Anleger sich von ihrem Einkommen Gold kaufen, wäre das ja ebenfalls steuerfrei, wenn sie es nach mehr als einem Jahr wieder veräußern.

Doch diese Befreiung von der Steuer gibt es erst seit 2016. Seitdem dürfen Banken auf Gewinne mit Xetra-Gold keine Abgeltungsteuer mehr einziehen und an das Finanzamt abführen. Das hat der Bundesfinanzhof in einem Grundsatzurteil im Mai 2015 so entschieden. Im Urteil wurde festgehalten, dass der Erwerb eines Anteils an Xetra-Gold steuerlich genauso zu behandeln wird wie der direkte Kauf von physischem Gold. Damit schloss der Gesetzgeber eine Gesetzeslücke, da man sich das Xetra-Gold ja ohnehin jederzeit aushändigen lassen kann. Kurz darauf reklamierten dann auch andere Gold-ETC-Anbieter dieselben steuerlichen Vorteile für sich.

Warum nicht gleich echtes Gold kaufen?

Steuerlich gesehen würde das keinen Unterschied machen, stimmt. Aber: Selbst wenn Anleger reales Gold in Form von Barren oder Münzen zum Beispiel bei Degussa Goldhandel oder Pro Aurum erwerben: Bei größeren Mengen treten logistische Schwierigkeiten und womöglich Begehrlichkeiten unliebsamer Dritter auf. Denn wo würden Anleger das Gold sicher lagern, ohne dass jemand anderes darauf Zugriff hätte?

Anleger, die nicht extra ein Bankschließfach für ungefähr 60 Euro und mehr im Jahr buchen wollen und zudem das Gold tatsächlich besitzen möchten, finden in den steuerbegünstigten börsengehandelten Gold-ETCs wie Xetra-Gold (WKN: A0S9GB) und  EUWAX Gold II (WKN: EWG2LD) also dankbare Alternativen.