Glossar: Die wichtigsten Begriffe beim Kryptohandel

Kryptowährungen sind aktuell ein brandheißes Anlagethema. Doch wie immer gilt: Informieren Sie sich gründlich, bevor Sie investieren. Wir bieten Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Fachbegriffe für den Kryptohandel, die Sie kennen sollten.

Um Ihnen das Verständnis für diese neue Anlageklasse zu erleichtern, werden wir in diesem Beitrag die wichtigsten Begriffe zusammenfassen, die im Zusammenhang mit Kryptowährungen regelmäßig in den Medien zur Sprache kommen.

Der Krypto-Markt wächst rasant

Die Marktkapitalisierung von Kryptowährungen liegt heute (Stand: 06/2021) bei rund 1,5 Billionen Euro. Seit Juni 2020 ist der Preis pro Bitcoin um über 300 Prozent gestiegen. Mit dieser Performance gehört der Bitcoin bei weitem nicht zu den Gewinnern. Die zweitgrößte Kryptowährung und Smart-Contract-Plattform Ethereum ist im gleichen Zeitraum um über 900 Prozent im Wert gestiegen. 

Trotz dieser Zahlen sollten Sie sich nicht direkt in ein Investment stürzen. Lernen Sie zunächst die Grundlagen von Kryptowährungen kennen. Um Ihr Verständnis zu optimieren, haben wir im folgenden Abschnitt die wichtigsten Begriffe für den Kryptohandel für Sie zusammengefasst.

Kryptowährungen

Kryptowährungen sind digitale Währungen, die als Tauschmittel zwischen zwei Parteien verwendet werden können. Sie ermöglichen direkte Transaktionen zwischen Einzelpersonen, ohne dass ein Vermittler wie eine Bank eingreift. Während Fiat-Geld der Inflation unterliegt und Zentralbanken jederzeit mehr drucken können, gibt es von der führenden Kryptowährung Bitcoin nur maximal 21 Millionen Einheiten, was sie noch knapper als Gold macht.

FIAT-Währungen

Als Fiat-Währungen bezeichnet man alle regulären Währungen wie  Euro, US-Dollar oder Pfund Sterling. Ihr Wert wird nicht an den Preis eines Rohstoffs geknüpft. Sie haben somit keinen inneren Wert wie z.B. Gold, weil sie von Regierungen als gesetzliches Zahlungsmittel deklariert werden. Das bedeutet, der Wert des Geldes entsteht darüber, dass die Notenbanken es mit einem Wert versehen. Dieser Wert basiert auf Vertrauen in die herausgebende Institution – die Bürger eines Landes müssen also die Währung als Möglichkeit zum Tausch gegen Waren akzeptieren.

Blockchain

Das Spannende am Bitcoin wird häufig übersehen. Bitcoin ist eine digitale Währung, die wie auch der Euro zum Zahlen von Produkten und Dienstleistungen dient. Hinter der Währung liegt die eigentliche Disruption. Die Blockchain ist einfach gesprochen ein digitales Register, in dem Transaktionen (z. B. Zahlungen) transparent verzeichnet werden. Das Besondere liegt in der Dezentralität der Datenbank.

Im aktuellen Bankensystem liegt die Kontrolle über das Geld bei zentralen Institutionen, was oft kritisiert wird. Wie wird die Sicherheit vor Manipulation garantiert? Wie sicher sind zentrale Strukturen gegen Cyber-Angriffe? Derartige Unsicherheiten werden mit einer Blockchain- Lösung stark reduziert. Das Register ist nicht zentral abgelegt, sondern befindet sich auf vielen verschiedenen Computern (sogenannten Nodes) und wird laufend aktualisiert. Die Kontrolle liegt im Netzwerk und nicht in den Händen einer einzelnen Institution.

Visuell können Sie sich die Blockchain als eine Kette von Blöcken vorstellen, in denen jeweils Transaktionsdaten miteinander verknüpft werden. Die Transaktionen wer- den zu Blöcken zusammengefasst, auf Gültigkeit über- prüft und in einem Prozess namens Proof of Work (z. B. bei Bitcoin) an die letzte Kette angefügt. Aufgrund der strikten Verknüpfung gelten Blockchain-Datenbanken als hochgradig manipulationssicher. Die Manipulation einer Kette ist nicht möglich, ohne die anderen Ketten zu verändern.

Deshalb benötigen Cyber-Angriffe auf dezentrale Netzwerke Unmengen an Rechenleistung, um die be- stehende Datenbank zu verändern. Im seltensten Fall ist dies finanziell für den Angreifer lohnenswert. Transaktionen sind zudem nicht vom nationalen Bankensystem abhängig. Kryptowährungen können weltweit in Sekunden- schnelle übertragen werden – zum Bruchteil der Gebühren einer klassischen Banküberweisung, die im Normalfall einige Tage in Anspruch nimmt.

So funktionieren Bitcoin Transaktionen. Quelle: extraetf.com

Wallet

Für den Kryptohandel benötigen Sie eine Wallet. Eine Wallet enthält nicht – wie häufig angenommen – Ihre Kryptowährungen, sondern einen sogenannten „Private Key“. Zusätzlich besitzen Sie einen „Public Key“. Den Public Key können Sie sich als Haus und den Private Key als Schlüssel vorstellen, mit dem Sie in das Haus gelangen.

Wenn Sie einen Bitcoin an jemanden versenden möchten, dann verifizieren Sie die Transaktion mit Ihrem Private Key. Der Bitcoin wird an den Public Key (oder „Adresse“) des Empfängers geschickt.Die Wallet sorgt für die Sicherheit Ihres Private Keys. Dieser sollte im Idealfall nur Ihnen bekannt sein.

Es gibt verschiedene Arten von Wallets. Eine Software-Wallet ist ein Programm, das auf Ihrem Laptop/PC oder Smartphone läuft und einem digitalen Bankkonto für Ihre Kryptowährungen ähnelt. Web Wallets werden von Drittanbietern (z. B. Krypto-Börsen) bereitgestellt und setzen ihren Fokus auf eine bessere Bedienung.

Eine Cold-Wallet ist ein Wallet-Typ, der nicht mit dem Internet verknüpft ist. Aus diesem Grund gelten diese Wallets als besonders sicher, wenn auch nicht als sehr benutzerfreundlich. Solche Wallets sind z. B. ein Blatt Papier oder ein USB-Stick, auf dem Ihre Private Keys gespeichert sind. Schließlich gibt es noch Hardware-Wallets. Experten zufolge sind sie die sicherste Möglichkeit, Kryptowährungen zu verwahren.

Kryptohandel über Krypto-Börse

Es gibt verschiedene Handelsplätze (Exchanges), an denen Anleger in Bitcoins und andere Kryptowährungen investieren können. Im Vergleich zu klassischen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffen existieren keine fixen Handelszeiten. Anleger können jederzeit Kryptowährungen kaufen und verkaufen.

Kryptohandel ist einfach. Um Bitcoin zu kaufen, tauschen Sie eine Fiatwährung (Euro, US-Dollar etc.) gegen eine Kryptowährung. Der Wechselkurs bestimmt sich nach Angebot und Nachfrage. Im Gegensatz zu einer traditionellen Börse sind Krypto-Börsen kein physischer Ort. Zu den größten Handelsplattformen gehören Binance und Coinbase *, die im Frühjahr an die Börse gegangen sind.

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Mining

Genau in diesem Moment, in dem Sie diesen Beitrag lesen, werden Bitcoin von einer Person zur nächsten transferiert. Diese Transaktion wird vom Bitcoin-Netzwerk validiert, in einer Liste zusammengefügt und in einem sogenannten Block zusammengefasst.

Die Information eines gesamten Blocks wird dann zu einem einzelnen Code zusammengerechnet, der deutlich weniger Speicherplatz benötigt – ein sogenannter Hash. Miner (oder „Schürfer“) bestätigen diese Transaktion, indem sie die soeben erwähnte Rechenleistung zur Verfügung stellen. Entlohnt werden sie anschließend in der entsprechenden Kryptowährung (Bitcoin-Transaktionsgebühr).

Bitcoin

Der Bitcoin ist eine digitale Währung, die anders als klassische Währungen nicht physisch existiert. Er wird zudem nicht von einer Zentralbank erzeugt, sondern dezentral von vielen Menschen rund um den Globus mit Computerpower errechnet (Mining). Bitcoin ist zudem die erste und zugleich größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung.

Bis heute ist ungeklärt, wer genau der Erfinder von Bitcoin ist. Unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto hat eine einzelne Person oder eine Gruppe von Softwareentwicklern die Kryptowährung erschaffen. Satoshi wird übrigens auch die kleinste Einheit des Bitcoin genannt, diese entspricht 0,00000001 BTC.

ICO

ICO ist das Kürzel für „Initial Coin Offering“. Es handelt sich um die erste Ausschüttung von Tokens beim Start einer neuer Kryptowährung. Je nach Modell können dies bereits Millionen von Tokens sein. ICOs wer- den oftmals genaustens beobachtet, da Modelle mit einem starken technischen Unterbau, gutem Marketing sowie einer realisierbaren technischen Vision hohe Rendite in Aussicht stellen.

Anfangs sind sie so gut wie nichts wert. Bei Tausenden von Kryptowährungen, die zum Teil unterschiedlichste Nischen bedienen, wird es immer schwerer, durch Innovationen aufzufallen. Man sollte sich zudem vor Betrug in Acht nehmen.

Fazit: Kryptowährungen sind eine der spannendsten Anlageklassen, die es aktuell gibt. Nichtsdestotrotz sollten Sie immer die Risiken beim Kryptohandel berücksichtigen. Hohe Wertsteigerungen sind möglich, gleichzeitig sind aber auch Totalausfälle realistisch. Eine stärkere Regulierung oder Besteuerung könnten den Krypto-Markt negativ beeinflussen.

Autor Katja Brauchle

Katja Brauchle
Katja Brauchle entdeckte bereits in ihrer Tätigkeit als Content-Managerin u. a. bei Finanzchef24.de und durch ihre Erfahrungen im PR-Bereich ihre Passion für die Welt der ETFs. Seit 2021 ist sie Mitglied der extraETF-Redaktion und schreibt für das Anlegerportal extraETF.com und das Extra-Magazin wertvolle Beiträge zum Thema Geldanlage & Vermögensaufbau.
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