Investieren wie der Luxemburger Zukunftsfonds

Die Luxemburger können sich finanziell gesehen durchaus glücklich schätzen. Sie führen regelmäßig Statistiken zum Bruttoinlandsprodukt je Einwohner an. Seit 2014 legen die Luxemburger ihren Reichtum in Form eines Staatsfonds an. Der Luxemburger Zukunftsfonds soll künftigen Generationen als Polster dienen.

In diesem Beitrag stellen wir dar, wie jeder Anleger mit wenigen ETFs die Anlagestrategie des Luxemburger Zukunftsfonds nachbauen kann.

Wie kam es zum Luxemburger Zukunftsfonds?

Der „Fonds souverain intergénérationnel“ (FSIL), im Deutschen Zukunftsfonds genannt, wurde 2014 ins Leben gerufen. Bei diesem Fonds geht es darum, den Wohlstand des Landes renditeträchtig, aber auch schwankungsarm zu vermehren. Das soll das Land vor schlechten Zeiten wappnen und den nächsten Generationen ein beachtliches Vermögen verschaffen. Ein ähnliches Modell verfolgt etwa die Regierung in Oslo. Dort gibt es schon seit den 1990er Jahren den bekannten Norwegischen Staatsfonds.  Dieser ist der größte Staatsfonds der Welt.

Wie investiert der Luxemburger Zukunftsfonds?

Der Zukunftsfonds setzt auf kostengünstige ETFs. Damit verzichten die Betreiber auf ein aktives Management. Dabei investiert der Luxemburger Zukunftsfonds in Aktien (44 Prozent) sowie Anleihen (56 Prozent). Auch Nachhaltigkeitskriterien spielen bei der Produktauswahl eine Rolle. Diese Aufteilung zeigt den eher defensiveren Ansatz des Konzepts. Nachfolgend geben wir Ihnen einen Portfoliovorschlag, wie Sie das Konzept des Luxemburger Zukunftsfonds nahezu 1:1 nachbauen können.

Die Macher setzen auf eine breite Streuung. Das bedeutet, je eine Position auf den globalen Industrieländersektor, einmal konventionell (19 Prozent) und einmal nachhaltig (7,5 Prozent). Ein Schwerpunkt im Vergleich zur klassischen Gewichtung nach Marktkapitalisierung erfährt Europa. Die konventionelle Komponente schlägt mit 11,50 Prozent zu Buche. Weitere sechs Prozent vom Gesamtvolumen wandern in den nachhaltigen SRI (Socially Responsible Investment) Ableger. Schwellenländer spielen im Zukunftsfonds keine Rolle. Der Zukunftsfonds investiert im Aktienteil damit ausschließlich in Industrieländer, was den konservativen Charakter unterstreicht.

Der Anleihenbereich wird über drei unterschiedliche ETFs abgedeckt. Jene drei ETFs machen insgesamt 56 Prozent aus und sollen das Portfolio wind- und wetterfest machen.

Wie Sie das Luxemburger Zukunftsfonds Portfolio konkret nachbauen können, erfahren Sie weiter unten.

Langfristige Ausrichtung des Staatsfonds

Der Fonds ist, wie der Name schon vermuten lässt, für die Zukunft ausgelegt. Kurzfristige Spekulation ist tabu. Es gilt, langfristige Investitionen zu tätigen. Market-Timing ist den Luxemburgern also ein Fremdwort.

Es wird gekauft, wenn Geld da ist, und nicht, wenn der Markt gerade vermeintlich günstig erscheint. Und auch dem Thema Nachhaltigkeit stehen die Luxemburger aufgeschlossen gegenüber. Der Nachhaltigkeitsanteil liegt bei 13,5 Prozent. Auch hier zeigen sich Parallelen zum Norwegischen Staatsfonds.

Das können Privatanleger lernen

Trotz immer wieder aufkommender Diskussionen, gibt es in Deutschland (noch) keinen Staatsfonds. Dennoch können sich Anleger hierzulande das eher defensive globale Portfolio einfach nachbauen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, sich einige Gedanken der Anlagephilosophie des Luxemburger Staatsfonds zu verinnerlichen.

Tipp: Auch in Norwegen gibt es einen Staatsfonds. Wie dessen Strategie funktioniert können Sie hier nachlesen.

Denken Sie langfristig! Beim Zukunftsfonds ist auch noch nicht klar, wie das Geld in Zukunft verwendet werden soll. Am besten einmal kaufen und dann liegen lassen, aber mindestens einmal im Jahr die Portfoliozusammensetzung überprüfen. Das heißt mit anderen Worten: Machen Sie nach einem Jahr Kassensturz und stellen Sie die ursprünglichen Gewichtungen wieder her. Das wird in der Fachsprache als Rebalancing bezeichnet. Nur so bleiben Sie dem anfangs gewählten Chance-Risiko-Profil treu. Bei Sparplänen geht das im Übrigen bequem über Änderungen der jeweiligen Sparraten.

Kein Market-Timing! Privatanleger haben oft die Selbstüberschätzung, den Markt schlagen zu können. Das verleitet zu überstürzten Käufen und Verkäufen, wofür jeweils Gebühren an der Rendite kratzen bzw. diese gar nicht zur Entfaltung kommen lässt. Wenn wieder überschüssiges Geld da ist, kann das in Aktien und Anleihen fließen. Auf einen Privathaushalt übertragen kann das so gehen: Prüfen Sie, welchen Geldbetrag Sie im Monat beiseitelegen können. Dieses Geld fließt dann in ETF-Sparpläne.

Investieren wie der Luxemburger Zukunftsfonds

ETF-Vorschläge für die Aktienquote (44 Prozent)

Das Luxemburger-Konzept lässt sich ganz einfach mit sieben ETFs umsetzen. Beginnen wir mit der Aktienseite. Die größte Position (19 Prozent) lässt sich etwa mit dem Xtrackers MSCI World Swap UCITS ETF (WKN: DBX1MW) umsetzen. 

Das nachhaltige Gegenstück, welches 7,5 Prozent ausmacht, kann etwa der UBS MSCI World Socially Responsible UCITS ETF (WKN: A1JA1R) oder der iShares MSCI World SRI UCITS ETF (WKN: A2DVB9) sein.

Europa wird besonders betont und so gesellen sich zwei explizite Europa-Fonds dazu. 11,5 Prozent fließen beispielsweise in den Xtrackers MSCI Europe UCITS ETF (WKN: DBX1ME) oder einen vergleichbaren ETF. Weiteres Gewicht erfährt der heimische Kontinent über eine nachhaltige Komponente. Das kann etwa über den iShares MSCI Europe SRI UCITS ETF (WKN: A1H7ZS) oder den Amundi MSCI Europe SRI (WKN: A2JSDC) erfolgen. Anteil: sechs Prozent.

ETF-NameTER in %AusschüttungReplikationsartVolumen in Mio. €
Xtrackers MSCI World Swap UCITS ETF0,45NeinSynthetisch2.283
UBS MSCI World Socially Responsible UCITS ETF0,22JaPhysisch2.079
iShares MSCI Europe UCITS ETF EUR (Acc)0,12NeinPhysisch2.451
iShares MSCI Europe SRI UCITS ETF0,20NeinPhysisch1.902

ETF-Vorschläge für die Anleihenquote (56 Prozent)

Der Aktienbereich ist damit abgeschlossen. Nun folgt der Anleihenteil, der mit 56 Prozent überwiegt. 9,5 Prozent können hier etwa in den Xtrackers II Global Aggregate Bond Swap UCITS ETF (WKN: DBX0NZ) oder den SPDR Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond UCITS ETF (WKN: A1JJTK) wandern.

Ein höheres Gewicht kommt mit 19 Prozent dem iShares US Aggregate Bond UCITS ETF (WKN: A1JKDK) oder optional dem SPDR Bloomberg Barclays U.S. Aggregate Bond UCITS ETF (WKN: A1JJTL) zu.

Dazu gibt es noch eine Euro-Variante, die mit 27,5 Prozent das größte Gewicht im Portfolio einnimmt. Investmentmöglichkeiten: iShares € Aggregate Bond UCITS ETF (WKN: A0RGEN) oder SPDR Bloomberg Barclays Euro Aggregate Bond UCITS ETF (WKN: A1JJTM).

ETF-NameTER in %AusschüttungReplikationsartVolumen in Mio. €
iShares Core Global Aggregate Bond UCITS ETF0,10NeinPhysisch994
iShares US Aggregate Bond UCITS ETF0,25JaPhysisch894
SPDR Bloomberg Barclays Euro Aggregate Bond UCITS ETF0,17JaPhysisch529

Musterportfolio: Luxemburger Zukunftsfonds mit ETFs

Der Luxemburger Zukunftsfonds lässt sich leicht nachbauen. Sieben ETFs genügen dazu. Selbstverständlich können Sie unsere ETF-Suche nutzen und das Portfolio auch mit deckungsgleichen ETFs bestücken. Gerade wenn es um ETF-Sparpläne geht, kann es Sinn machen andere ETFs zu wählen.

Hier können Sie sich das ETF-Musterportfolio „Luxemburger Zukunftsfonds“ ansehen.

ETF-NameTER in %AusschüttungReplikationsartVolumen in Mio. €
Xtrackers MSCI World Swap UCITS ETF0,45NeinSynthetisch2.283
UBS MSCI World Socially Responsible UCITS ETF0,22JaPhysisch2.079
iShares MSCI Europe UCITS ETF EUR (Acc)0,12NeinPhysisch2.451
iShares MSCI Europe SRI UCITS ETF0,20NeinPhysisch1.902
iShares Core Global Aggregate Bond UCITS ETF0,10NeinPhysisch994
iShares US Aggregate Bond UCITS ETF0,25JaPhysisch894
SPDR Bloomberg Barclays Euro Aggregate Bond UCITS ETF0,17JaPhysisch529
Tipp: Bei Direktbanken können ETFs zu besonders günstigen Konditionen gehandelt werden. In unserem Broker-Vergleich haben wir die Konditionen der Banken zum Handel von ETFs gegenübergestellt und miteinander verglichen. Jetzt den Broker-Vergleich lesen!