Investieren wie die Yale Universität

Die Liste der Absolventen der Yale Universität ist gespickt mit prominenten Persönlichkeiten. Dazu zählt etwa der ehemalige US-Präsident George W. Bush. Aber auch die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton studiert an der Elite-Uni in New Haven im Bundesstaat Connecticut. Das Uni-Vermögen wird seit Jahrzehnten erfolgreich angelegt. Seit 1985 kümmert sich David Swensen um die Anlage des Stiftungsvermögens. In den vergangenen 30 Jahren lag die durchschnittliche Jahresrendite bei 12,6 Prozent. Mittlerweile beträgt das Vermögen der Yale-Universität so schon mehr als 30 Milliarden US-Dollar.

In diesem Beitrag stellen wir dar, wie jeder Anleger mit wenigen ETFs die Anlagestrategie der Yale Universität nachbauen kann.

Wie kam es zum Stiftungsfonds der Yale Universität?

Die Yale-Universität zählt zu den Top-Hochschulen weltweit. Ohne Stipendium ist das Studium dort entsprechend teuer. Pro Jahr betragen die Studienkosten weit über 30.000 Euro. Teile dieser Einnahmen fließen in den Stiftungsfonds, der als erfolgreichster seiner Art gilt. Eng verbunden ist dieser Erfolg mit dem Namen David Swensen, der die Geschicke schon seit 1985 lenkt. Wichtig dabei: eine breite Streuung.

Wie investiert der Stiftungsfonds der Yale Universität?

In den vergangenen 30 Jahren steht ein mittleres Jahresplus von 12,6 Prozent. Die Macher verfolgen den Ansatz eines Weltportfolios. Doch es unterscheidet sich stark von anderen von uns vorgestellten Musterportfolios. Denn einen großen Teil machen Absulute-Return- sowie Wagniskapital-Strategien aus.

Nachfolgend versuchen wir, das Yale-Portfolio mit ein paar ETFs nachzubauen: Dabei beginnen wir mit der größten Position. Der Bereich Absolute-Return macht 23 Prozent aus. Knapp dahinter folgt das Wagniskapital mit 21,5 Prozent. Auf Platz drei stehen fremdfinanzierte Übernahmen mit 16,5 Prozent. Diese beiden Bereiche müssen wir jedoch, wie Sie später lesen werden, zusammenfassen.

Der rein ausländische Aktienanteil (aus US-Sicht) beträgt 13,75 Prozent. Investiert wird dabei in Industrie- und Schwellenländer. Zehn Prozent des Geldes fließt in den Immobiliensektor. Anleihen und Cash-Positionen schlagen mit sieben Prozent zu Buche, Rohstoffe mit 5,5 Prozent und der US-Aktienmarkt als separate Position mit 2,75 Prozent.

Das können Privatanleger lernen

Hierzulande können Universitäten von solchen stattlichen Summen nur träumen. Der neidvolle Blick über den „großen Teich“ bringt aber nichts. Stattdessen sollten sich Anleger das Konzept näher ansehen und es auf ETF-Basis kopieren. Denn eine derart breite Streuung ist für die allermeisten Bürger nur mit ETFs möglich.

Tipp: Sie möchten wissen, wie genau ETFs funktionieren? In unserem Beitrag „Was ist ein ETF?“ haben wir das im Detail beschrieben.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, sich einige Gedanken zu verinnerlichen. 

Denken Sie langfristig!  Am besten einmal kaufen und dann liegen lassen, aber mindestens einmal im Jahr die Portfoliozusammensetzung überprüfen.

Kein Market-Timing! Privatanleger haben oft die Selbstüberschätzung, den Markt schlagen zu können. Das verleitet zu überstürzten Käufen und Verkäufen, wofür jeweils Gebühren an der Rendite kratzen bzw. diese gar nicht zur Entfaltung kommen lässt. Wenn wieder überschüssiges Geld da ist, kann das in Aktien und Anleihen fließen. Auf einen Privathaushalt übertragen kann das so gehen: Prüfen Sie, welchen Geldbetrag Sie im Monat beiseitelegen können. Dieses Geld fließt dann in ETF-Sparpläne.

Investieren wie der Stiftungsfonds der Yale Universität

ETF-Vorschläge für Absolute-Return (23 Prozent)

Das Ziel von Absolute-Return-Strategien ist es in aller Regel, marktunabhängige Erträge zu erzielen. Der Bereich ist auf ETF-Ebene nicht so leicht zu simulieren. Wir behelfen uns daher mit dem Xrackers Portfolio Income UCITS ETF (WKN: A1C1G8).

ETF-Vorschläge für Wagniskapital und fremdfinanzierte Übernahmen (38 Prozent)

Leider sind auch die Bereiche Wagniskapital (Venture Capital) und fremdfinanzierte Übernahmen nicht eins zu eins auf ETF-Basis umzusetzen. Am ehesten kann hier ein ETF auf den Private-Equity-Sektor aushelfen. Hierbei handelt es sich um Beteiligungskapital an nicht börsennotierten Unternehmen. Investitionsmöglichkeit: der thesaurierende Xtrackers LPX Private Equity Swap UCITS ETF (WKN: DBX1AN). Eine Alternative dazu ist der physisch replizierende und ausschüttende iShares Listed Private Equity UCTS ETF (WKN: A0MM0N).

ETF-Vorschläge für Nicht-US-Aktien (13,75 Prozent)

13,75 Prozent des Depots entfallen auf ausländische Aktien. Davon entfallen 5,75 Prozent auf entwickelte Industrienationen abgesehen der Vereinigten Staaten. Wir haben uns daher für einen breiten Europa-ETF entschieden. Das kann etwa der Lyxor Core STOXX Europe 600 (DR) (WKN: LYX0C0) sein. Wem Ausschüttungen lieber sind, kann sich auch den iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF (DE) (WKN: 263530) ansehen.

Acht Prozent fließen in Schwellenländer. Auch hier gibt es eine Fülle möglicher ETFs. In diesem Beispiel haben wir uns für den ausschüttenden Vanguard FTSE Emerging Markets UCITS ETF (WKN: A1JX51) entschieden. Thesaurierende Alternative: der Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF (WKN: A12GVR).

ETF-Vorschläge für US-Aktien (2,75 Prozent)

Ein Posten bezieht sich ausschließlich auf den US-amerikanischen Aktienmarkt. Diese Position ist mit 2,75 Prozent recht klein, da der US-Anteil in anderen Anlageklassen bereits hoch ist. Eine breite Abdeckung liefert hierfür etwa der thesaurierende Xtrackers MSCI USA UCITS ETF (WKN: A1XB5V). Wer den US-Aktienmarkt auf ausschüttender Weise im Depot haben möchte, kann sich den Vanguard S&P 500 UCITS ETF (WKN: A1JX53) überlegen.

ETF-Vorschläge für die Immobilienquote (10 Prozent)

Für den Immobilienbereich braucht es kein eigenes Objekt. Der iShares Developed Markets Property Yield UCITS ETF (WKN: A0LEW8) bildet den globalen Immobilienmarkt ab. Den Schwerpunkt bilden die USA. Wichtig zu wissen: Anleger investieren hier nicht direkt in Immobilien, sondern in Aktien von Immobilienunternehmen.

ETF-Vorschläge für die Anleihenquote (7 Prozent)

Eine eher untergeordnete Rolle spielen Anleihen. Diese stellen sieben Prozent des Depots. Hier setzen die Macher auf kurzlaufende amerikanische Staatsanleihen. Den Markt für solche Anleihen bildet der ausschüttende iShares $ Treasury Bond 0-1yr UCITS ETF (WKN: A2PBNQ) gut ab. Anleger, die eine automatisch Wiederanlage von Erträgen wünschen, können optional auch den Amundi Prime US Treasury Bond 0-1 Y UCITS ETF (WKN: A2P6TT) erwerben.

ETF-Vorschläge für die Rohstoffquote (5,5 Prozent)

Als letzte Anlageklasse kommen nun die Rohstoffe ins Spiel. Hier investieren die Betreiber des Stiftungsfonds in Öl, Gas, Wald und Landwirtschaft. Wer direkt in Rohstoffe investieren möchte, wählt einen sogenannten ETC, also einen Exchange Trade Commodity. Da ETCs jedoch in diesen Bereichen meist teuer sind, fiel unsere Wahl auf ETFs. Wir haben uns zu gleichen Teilen für die nachfolgende ETFs entschieden:

Den Öl- und Gassektor bildet der iShares Oil & Gas Exploration & Production UCITS ETF USD (Acc) (WKN: A1JKQL) vernünftig ab. Die Landwirtschaft kommt mit dem WisdomTree Agriculture (WKN: A0KRKB) ins Spiel.

Musterportfolio: Stiftungsfonds der Universität Yale mit ETFs

Der Stiftungsfonds der Universität Yale lässt sich mit ETFs leicht nachbauen. Acht ETFs genügen dazu. Selbstverständlich können Sie unsere ETF-Suche nutzen und das Portfolio auch mit deckungsgleichen ETFs bestücken. Gerade wenn es um ETF-Sparpläne geht, kann es Sinn machen, andere ETFs auszuwählen.

Tipp: Hier können Sie sich das ETF-MusterportfolioYale Stiftungsfonds ETF“ ansehen.