Maximum Drawdown (MDD) | Definition und Erklärung

Rendite und Risiko gehören bei einem Investment immer zusammen. Mit der Risikokennzahl Maximum Drawdown (MDD) lassen sich Verlustrisiken besser einschätzen. Im folgenden erklären wie 

Magische Dreieck der Geldanlage

Es ist der Traum jedes Anlegers, eine hohe Rendite bei vollkommener Sicherheit und stetiger Liquidität zu erzielen. Dass diese drei Anforderungen an eine Kapitalanlage kaum miteinander in Einklang zu bringen sind, stellt das sogenannte magische Dreieck der Geldanlage dar.

So erwirtschaften zum Beispiel Aktien langfristig zwar eine höhere Rendite als festverzinsliche, bonitätsstarke Staatsanleihen, kurzfristig schwanken diese aber wesentlich stärker. Immobilien in 1A-Lagen gelten als sicher und behalten ihren Wert auch bei Finanzturbulenzen oder einer Geldentwertung. Allerdings sind sie deutlich weniger liquide als Bargeld, Aktien oder Anleihen, da es eine Zeit dauert, bis ein Käufer für das Anwesen gefunden wird. Bargeld ist sehr liquide, dafür erwirtschaftet es derzeit keinen Ertrag.

Der Anleger muss sich daher entscheiden, welches Risiko er bei der Geldanlage eingehen möchte und kann, um eine bestimmte Rendite bei entsprechender Verfügbarkeit, zu erzielen.

Tipp: Privatanleger sollten immer darauf achten die Verluste möglichst gering zu halten. Denn je größer der Verlust ausfällt, desto mehr Kursgewinn benötigt man um wieder aus der Verlustzone herauszukommen. Darüber hinaus können Sie mit unserem Rechner Ihre Risikokapazität ermitteln.

Risikokennzahlen

Im Bereich des Portfoliomanagements gibt es verschiedene Risikokennzahlen, die das Risiko einer Anlage verdeutlichen. Warum es so wichtig ist, Kursverluste zu vermeiden zeigt die folgende Tabelle:

Aufgelaufener VerlustNotwendiger Kursgewinn
5 %5 %
10 %11 %
15 %18 %
20 %25 %
25 %33 %
30 %43 %
50 %100 %
75 %300 %
90 %900 %

Vor allem Verluste im hohen zweistelligen Bereich können nur durch überproportional hohe Gewinne ausgeglichen werden.

Volatilität

Die bekannteste Risikokennzahl ist Volatilität, auch Standardabweichung genannt. Sie misst die prozentuale Abweichung vom arithmetischen Mittelwert eines Investments. Daran erkennet man, wie stark die Wertschwankungen eines Investments sein können. Volatilität ist jedoch nicht das optimale Risikomaß zur Bewertung von Risiken, weil es keine Auskunft über das absolute Risiko einer Anlage ausdrückt. Anleger können sich mittels der Volatilitätsangabe schwer vorstellen, wie sie sich tatsächlich auf die Anlage auswirkt.

Value-at-Risk

Der Begriff Wert im Risiko oder englisch Value at Risk (VaR) bezeichnet ein Risikomaß für die Risikoposition eines Portfolios im Finanzwesen. Es handelt sich um das Quantil der Verlustfunktion: Der Value at Risk zu einem gegebenen Wahrscheinlichkeits­niveau gibt an, welche Verlusthöhe innerhalb eines gegebenen Zeitraums mit dieser Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird.

Maximum Drawdown

Viel besser dazu geeignet ist die Risikokennzahl „Maximaler Wertverlust“ bzw. „Maximum Drawdown“. Darunter versteht man den größten maximalen Wertverlust der innerhalb eines betrachteten Zeitraumes mit dem Investment jemals eingetreten ist.

Dazu ein Beispiel: Ein Anleger investierte am 25.01.2001 in den iShares Core DAX UCITS ETF (WKN: 593393) zu einem Preis von 67,54 Euro.

Dies war ein schlechter Zeitpunkt, denn seit diesem Tag fiel der ETF durch das Platzen der Dotcom-Blase kontinuierlich bis zu seinem Tiefststand am 12.03.2003 auf 21,96 Euro. Ein Verlust von rund 67,5 Prozent. Genau dieser Wert entsprich dem Maximum Drawdown dieses ETFs. Denn der Dax-ETF ist in keinem Zeitraum von Fondsauflage bis heute stärker gefallen als in diesem Zeitraum.

In der folgenden Grafik ist der fortlaufend berechneten Maximum Drawdown des genannten Dax-ETFs zu sehen. Seit Auflage des ETFs gab es vier große Verlustphasen, mit Verlusten zwischen 30 bis 67 Prozent, diese sind im Chart deutlich zu erkennen. Ein Anleger sollte sich also vor einem Investment in den Dax oder andere Indizes das maximale Risiko genau betrachten, um so das Risiko besser einschätzen zu können.

Maximum Drawdown
Maximum Drawdown iShares DAX ETF

Längste Verlustperiode

In diesem Zusammenhang ist auch die Kennzahl „längste Verlustperiode“ wichtig. Denn diese gibt den Zeitraum an, die eine Anlage benötigt hat, um das ursprüngliche Ausgangsniveau der Anlage wieder zu erreichen. In unserem Beispiel (Kauf am 25.01.2001 zu 67,54 €) muss der Anleger bis zum 3.03.2007, also rund 6 Jahre warten, bis der damals erworbene Dax-ETF wieder das Einstiegsniveau erreicht hat.

Fazit

Bei der Geldanlage steht das Thema Verlustvermeidung an erster Stelle. Dies kann beispielsweise durch Diversifikation, also eine breite Streuung der Anlagen, erreicht werden. Der Maximum Drawdown mach das Verlustrisikos eines Investments sichtbar. Mittels einer breiten Diversifikation über verschiedene Anlageklassen hinweg und damit einer Mischung unterschiedlich hoher Maximum Drawdowns und verschieden langer Verlustperioden kann man möglich Kursverluste im Depot deutlich reduzieren.

Tipp: Auf den ETF-Profil-Seiten finden Sie zu jedem ETF die Kennzahl Maximum Drawdown. Zudem zeigen wir dort auch den laufenden Maximum Drawdown an. Dieser wird darüber hinaus auch bei allen ETF-Musterportfolios angezeigt.