Sparen für Kinder mit ETFs

Wer Kinder oder Enkel hat, stellt sich oft die Frage: Soll ich für mein Kind ansparen? Während die Antwort auf diese Frage mit „Ja“ noch sehr einfach ist, ist die Antwort auf die nächste Frage „Und wie mache ich das am sinnvollsten?“ schon deutlich schwieriger. Dieser Beitrag nennt Ihnen die wichtigsten Punkte, die es beim Sparen für Kinder zu beachten gibt. Zudem gibt es konkrete Tipps und Hilfestellungen, welches Angebot sich zum Sparen für Kinder mit ETFs besonders anbietet.

Warum sparen für Kinder?

Es macht aus verschiedenen Gründen sehr viel Sinn, rechtzeitig Geld für die Ausbildung der Kinder oder andere größere Anschaffungen zurückzulegen. Das Statistische Bundesamt hat ermittelt, welche Kosten für Kinder von Geburt bis zum 18. Lebensjahr anfallen. Neben Kosten für Nahrungsmittel, Wohnen, Einrichtung und Verkehr gibt es je nach Lebensabschnitt unterschiedliche Kostenschwerpunkte. Insgesamt summieren sich die Ausgaben eines Kindes bis zum 18. Lebensjahr auf 148.104 Euro.

 Babys und Kleinkinder
0 – 6 Jahre
Schulkinder
6 – 12 Jahre
Jugendliche
12 – 18 Jahre
Gesamtkosten:42.264 Euro49.392 Euro56.448 Euro
mtl. Kosten587 Euro686 Euro784 Euro
Typische Kosten:Babyausstattung, Kleidung, Nahrung, Kinderwagen, Kinderbett, Windeln.Schulausstattung, Nachhilfe, Taschengeld, Kinobesuch, Bücher.Kleidung, Smartphone, Transportkosten, Laptop, Führerschein.
Gesamtkosten:148.104 Euro
Quelle: Statistisches Bundesamt

Danach kommen weitere Kosten hinzu. Die Verbraucherzentrale Bayern hat ausgerechnet, dass ein Kind bis zum Abschluss des Studiums rund 230.000 Euro kostet – also noch mal 80.000 Euro mehr. Es lohnt sich also, die Ausgaben für den Nachwuchs frühzeitig durchzurechnen und finanziell vorzusorgen.

Welche Möglichkeiten zum Kindersparen gibt es?

Dass rechtzeitiges Ansparen Sinn macht, leuchtet also ein. Oft scheitert es aber an dem „Wie?“. Laut einer Umfrage würden 7 von 10 Eltern gerne regelmäßig Geld für ihre Kinder ansparen, verschieben das Thema aber immer wieder in die Zukunft, da sie nicht wissen, was der sinnvollste Weg ist. Das früher von vielen verwendete „Sparbuch“ oder „Festgeld“ ist im aktuellen Null-Zins-Umfeld eine denkbar schlechte Alternative. Durch die Inflation wird das Geld hier durch den Kaufkraftverlust eher weniger als mehr. Das Sparbuch scheidet als Rendite-Anlage also aus.

Es bleiben Versicherungen oder die Anlage an der Börse. Versicherungen bieten meistens All-Inclusive-Pakete an, die neben der Kapitalvermehrung verschiedene Versicherungsbausteine wie z. B. „Schul- oder Berufsunfähigkeit“ enthalten. Diese Zusatzleistungen lassen sich die Versicherer natürlich bezahlen und das wirkt sich negativ auf die Rendite aus. Darüber hinaus haben Versicherungen meist hohe Kosten bei vorzeitiger Kündigung.

Eltern, die möglichst viel aus dem angesparten Kapital machen möchten, kommen also an der Börse nicht vorbei. Dabei sollte man nicht nur auf eine Aktie setzen, das Risiko wäre viel zu groß. Aus unserer Sicht ist daher die beste Anlagemöglichkeit für Kinder ein Fondssparplan bzw. bei größeren Anlagebeträgen der Fondskauf. Damit investiert das Kind in die langfristig ertragsstärkste Anlageklasse. Risiken einer Aktienanlage können durch eine breite Streuung über Anlageklassen reduziert werden. Für Anleger, die mit der Anlage selbst wenig Aufwand haben möchten, bietet sich alternativ die Dienstleistung eines digitalen Vermögensverwalters (Robo-Advisor) an. Dort werden ebenfalls spezielle Kinderdepots angeboten.

Doch auch hier gibt es einiges zu beachten: Zwar erwirtschaftete der Dax seit Bestehen eine durchschnittliche Rendite von 8 Prozent pro Jahr aber eben leider nicht 8 Prozent jedes Jahr. Es gibt durchaus auch Jahre mit großen Verlusten. Die gute Nachricht ist allerdings – und das hat das Deutsche Aktieninstitut berechnet – egal wann man in den letzten 50 Jahren in den Dax investiert hat: Nach 15 Jahren war man immer im Plus, und zwar mit mindestens 2,2 Prozent oder bestenfalls mit 16,4 Prozent. Eltern, die gleich zur Geburt anfangen, an der Börse anzulegen, haben bei Volljährigkeit des Kindes also statistisch gesehen einige Kursschwankungen hinter sich, am Ende aber rund 8 Prozent Rendite pro Jahr erwirtschaftet. Das hört sich jetzt zwar gut an, bringt uns aber zur nächsten Frage: „Wie lege ich denn überhaupt Geld an der Börse an?“

Sparform:Einschätzung:extraETF Empfehlung?
Sparbuch:Hohe Sicherheit, niedrige Rendite, Inflation schadet.Nein
Ausbildungsversicherung:Hohe Kosten, schlechte Verfügbarkeit, niedrige Rendite, Inflation schadet.Nein
Fondssparen (ETFs):Niedrige Kosten, hohe Rendite, Schwankungen möglich, Inflationsschutz, hohe Eigeninitiative.Ja
Robo-Advisors:Moderate Kosten, hohe Rendite, große Transparenz, Inflationsschutz, geringe Eigeninitiative.Ja

Kindersparen – auch kleine Sparbeträge zeigen Wirkung

Die meisten Eltern möchten ihren Kindern einen guten Start ins eigenständige Leben ermöglichen. Doch wer nicht in der glücklichen Lage ist, sich um Geld keine Gedanken machen zu müssen, sollte früh anfangen, um dieses Ziel zu erreichen. Denn zum Glück lässt sich auch mit kleinen Beträgen ein ordentliches Vermögen aufbauen, wenn man rechtzeitig zu sparen anfängt.

Wenn man zum Beispiel die Hälfte des Kindergeldes, also circa 100 Euro im Monat über einen Sparplan investiert und über eine Laufzeit von 18 Jahren eine Rendite von 3 Prozent unterstellt, ergibt sich ein Vermögen von über 28.551 Euro. Bei 5 Prozent und gleicher Sparrate sind es schon knapp 35.000 Euro. Ein Großteil der Zins-Gewinne ist über den Steuerfreibetrag des Kindes dabei sogar steuerfrei. Wer nicht für das Kind anspart, verliert den Steuerfreibetrag. Das kostet bares Geld.

Zinssatz:3 %4 %5 %6 %
Sparrate:100 Euro100 Euro100 Euro100 Euro
Summe Einzahlungen:21.600 Euro21.600 Euro21.600 Euro21.600 Euro
Zinsen:6.951,84 Euro9.837,28 Euro13.066,35 Euro16.681,37 Euro
Endwert:28.551,84 Euro31.437,28 Euro34.666,35 Euro38.281,37 Euro

Die folgenden Beispiele zeigen eindrucksvoll, wie sogar große Ausgaben, wie sie beispielsweise für einen längeren Auslandsaufend entstehen, durch eine langfristige Planung einfach finanziert werden können. Auch die hohen Kosten für ein Harvard-Studium erscheinen damit erschwinglich und realisierbar.

Sparziel:Führerschein3 Monate Australien4 Jahre Harvard Studium
Sparzeit:18 Jahre20 Jahre22 Jahre
Notwendiger Betrag:1.850 Euro6.000 Euro153.000 Euro
Mtl. Sparrate:3,95 Euro10,47 Euro220,36 Euro
Summe Sparraten:853,20 Euro2.512,80 Euro58.175,04 Euro
Quelle: Oskar.de, Die Macht des Sparens, angenommene Rendite 8 Prozent pro Jahr.

Diese rechtlichen Fragestellungen gibt es beim Kindersparen

Beim Kindersparen gibt es einige rechtliche Fragestellungen, die Eltern für sich und das Kind entscheiden müssen. Jede Variante hat dabei bestimmte Vor- und Nachteile. Für welche Variante sich Eltern letztendlich entscheiden hängt von der persönlichen Situation der Familie und den Vermögensverhältnissen ab.

Sparen für Kinder – im Elterndepot

In diesem Fall wird das für das Kind vorgesehene Vermögen in einem Depot der Eltern angespart, rechtlich gesehen ist es also Vermögen der Eltern. Das Kind hat bei Volljährigkeit keinen Anspruch auf Herausgabe des Vermögens. Steuerlich wird das Vermögen ebenfalls den Eltern zugeschrieben.

Vorteile für das Sparen im Elterndepot

  • Kontrolle über das Vermögen
  • Kontoeröffnung sehr einfach
  • Keine Probleme bei Bafög oder Familienversicherung

Nachteile für das Sparen im Elterndepot

  • Steuerliche Vergünstigungen entfallen (Freibeträge)
  • Übertrag von größeren Vermögen nur mit Schenkungssteuer
  • Sparen innerhalb der Familie erschwert

Sparen für Kinder – im eigenen Depot

In diesem Fall wird für das Kind ein eigenes Konto und Depot angelegt. Eigentümer des angesparten Vermögens ist das Kind, die Eltern sind bis zur Volljährigkeit gesetzliche Vertreter und können über das Guthaben verfügen. Steuerlich wird das Vermögen dem Kind zugerechnet. Es hat damit einen Anspruch auf verschiedene steuerliche Freibeträge.

Vorteile für das Sparen im Kinderdepot

  • Geld gehört dem Kind
  • Bis zu 10.005 Euro Kapitalerträge steuerfrei
  • Große Vermögen können Stück für Stück steuerfrei übertragen werden
  • Sparen für die Familie ist einfach (Überweisung)

Nachteile für das Sparen im Kinderdepot

  • Konto- und Depoteröffnung ist aufwendiger
  • Bei Erträgen größer 9.997 Euro entfällt der Kindergeldanspruch
  • Bei mehr Vermögen als 7.500 Euro entfällt Anspruch auf Bafög.
  • Ist das Einkommen höher als 425 Euro (bzw. 450 Euro Mini-Job), entfällt die kostenlose Familienversicherung

Steuern sparen mit einem Kinderdepot

Ein Kinderdepot ist unter steuerlichen Aspekten sehr interessant. Es können damit Freibeträge des Kindes ausgenutzt werden. Erträge können bis zu bestimmten Einkommensgrenzen steuerfrei vereinnahmt werden und es kann Stück für Stück steuerbegünstigt Vermögen von den Eltern oder Großeltern auf das Kind übertragen werden.

Steuervorteile bei den Erträgen

Jedes Kind verfügt über einen Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro. Erträge, also Zinsen, Dividenden oder Ausschüttungen bis zu diesem Betrag fließen steuerfrei auf das Konto des Kindes.

Darüber hinaus verfügt das Kind noch um einen steuerlichen Grundfreibetrag in Höhe von 9.168 Euro (bzw. 9.408 Euro ab 2020). Einkommen bis zu diesem Betrag sind ebenfalls steuerfrei.

Wenn man für das Kind zusätzlich eine Steuerbescheinigung abgibt, können zusätzlich 36 Euro Sondersausgabenpauschbetrag berücksichtigt werden.

Insgesamt können so mit einem Kinderdepot Einnahmen in Höhe von maximal 10.005 Euro (10.245 Euro ab 2020) steuerfrei vereinnahmt werden.

Anlagebetrag für maximale Kinder-Steuerfreibeträge.
So viel können Sie je Zinssatz für 10.245 Euro Steuerfreibeträge anlegen.
Tipp: Wenn die Einkünfte des Kindes nicht die Summe der zuvor genannten Steuerfreibeträge überschreiten, sollte man für das Kind eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beantragen. Das spart dann den Umweg der Rückerstattung der gezahlten Steuer über die Steuererklärung.

Steuervorteile beim Vermögensübertrag (Schenkung)

Im Rahmen einer Schenkung können Vermögenswerte bereits zu Lebzeiten von den Eltern oder Großeltern auf die Kinder bzw. Enkel übertragen werden. Dabei sollten allerdings bestimmte Freibeträge und Fristen beachtet werden. So können Eltern ihren Kindern alle 10 Jahre ein Vermögen in Höhe von 400.000 Euro steuerfrei schenken. Großeltern können den Enkeln alle 10 Jahre ein Vermögen in Höhe von 200.000 Euro steuerfrei übertragen. Ein Vermögensübertrag oberhalb der Schenkungsfreibeträge unterliegt der Schenkungs– bzw. Erbschaftsteuer.

Achtung beim Übertrag von Wertpapieren: Wird von den Eltern ein Wertpapierdepot auf das Kind übertragen, wird dieser Übertrag als Verkauf gewertet. In diesem Fall wird die Kursdifferenz zwischen Kauf- und Verkauf (bzw. dem Übertrag) mit der Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag besteuert.

Bei komplexen Vermögenssituationen oder dem Übertrag von großen Vermögen ist es ratsam, sich vorab von einem Steuerberater beraten zu lassen.

Das sollten Sie bei einem Kinderkonto beachten

Vermögen, das auf einem Kinderkonto- oder Depot angelegt wird, gehört rechtlich und steuerrechtlich dem Kind. Die Eltern haben lediglich bis zum Erreichen der Volljährigkeit eine Kontovollmacht und das Sorgerecht über das Vermögen.

Das bedeutet auch, das Eltern Verfügungen aus dem Kinderdepot nur zu Zwecken und Bedürfnissen des Kindes vornehmen dürfen. Die Finanzierung der Ausbildung oder eines Führerscheines wäre also möglich. Eine Entnahme für die Anzahlung eines neuen Autos der Eltern eher nicht.

Zudem gibt es Einschränkungen beim Kindergeldanspruch, beim Thema Bafög und der kostenlosen Familienversicherung.

Denn sind die jährlichen Erträge des Kindes größer als 9.997 Euro, entfällt der Kindergeldanspruch. Bei einem Vermögen von mehr als 7.500 Euro entfällt der Anspruch auf Bafög. Und nur bis zu einem monatlichen Gesamteinkommen von 445 Euro bzw. bei einem Minijob (geringfügige Beschäftigung) von 450 Euro ist das Kind kostenfrei über die Familienversicherung abgesichert.

Diese Unterlagen benötigen Sie zur Eröffnung eines Kinderdepots

Die Eröffnung eines Kinderdepots erfolgt im Prinzip genauso wie die Eröffnung eines regulären Depots. Es gibt auch kein Mindestalter für die Eröffnung eines Kinderdepots. Solange das Kind minderjährig ist, erhalten die Eltern einen Depotzugang und eine Verfügungsberechtigung. Wenn das Kind volljährig wird, verfällt die Verfügungsberechtigung und das Kind darf selbstständig über das Konto- und Depot verfügung.

Im Rahmen der Eröffnung müssen die Eltern des Kindes zusätzliche Unterlagen bei der Bank einreichen bzw. vorlegen. Die benötigten Dokumente unterscheiden sich von Bank zu Bank.

Im Regelfall sind dies aber die folgenden Unterlagen:

  • Depoteröffnung (von jedem gesetzlichen Vertreter unterschrieben)
  • Kopie der Geburtsurkunde
  • Ausweiskopie des Kindes (sofern vorhanden)
  • Angabe der Steueridentifikationsnummer des Kindes (diese wird nach der Geburt vom Bundeszentralamt für Steuern mitgeteilt)
  • Kopie der Personalausweise der Eltern
  • Kopie der Heiratsurkunde (bei unterschiedlichen Nachnamen)
  • Sorgerechtsbeschluss bei Alleinerziehenden
  • Sorgeerklärung von unverheirateten Eltern mit einem gemeinsamen Sorgerecht

Das Post-Ident-Verfahren zur Legitimation muss zudem von beiden Elternteilen durchgeführt werden (außer bei Alleinerziehenden). Zudem fragt die Bank nach der Wertpapiererfahrung der Eltern.

Wie darf für Kinder investiert werden?

Zweck eines Kinderdepots ist es wohl in den meisten Fällen langfristig ein Vermögen für das Kind anzusparen oder ein bestehendes Vermögen zu erhalten und weiter zu vermehren.

Um diese Anlageziele nicht zu gefährden, dürfen die verfügungsberechtigten Eltern nicht in jedes Wertpapier investieren. Häufig sind davon Knock-Out-Produkte, Optionsscheine und Hedgefonds ausgenommen. Aber auch viele Zertifikate-Typen können nicht in ein Kinderdepot erworben werden. Welche Regel genau gelten kann bei der jeweiligen Bank abgefragt werden. Investitionen in Fonds oder ETFs stellen aber bei den meisten Banken kein Problem dar.

Wenn die Familie das Sparen unterstützen möchte

Zu besonderen Anlässen wie Taufe, Geburtstag oder Weihnachten werden von Großeltern, Tanten und Onkeln oft Geldgeschenke gemacht. Meist wird dazu ein kleiner Betrag in ein Kuvert gesteckt. Oft wird das Bargeld dann zum Kauf von Kleidung oder sonstigen Dingen verwendet. Über die Jahre wird so eine große  Chance zum Vermögensaufbau nicht genutzt. Denn diese scheinbar kleinen Beträge können sich über die Zeit zu einem großen Vermögen ansammeln.

Ein eigenes Kinderdepot ist hier ebenfalls sehr praktisch. Die Familie überweist ganz bequem den Betrag auf das Konto des Kindes. Die Eltern investieren den Betrag dann in die gewählten Strategien. Einige Banken und vor allem die digitalen Vermögensverwalter wie Oskar investieren eingehende Gelder sogar ganz automatisch.

Mit einem Kinderdepot ist also sichergestellt, dass auch kleine Geldgeschenke tatsächlich dem Vermögensaufbau des Kindes dienen.

Optimale Sparformen zum Kindersparen

Wie zuvor bereits beschreiben sollten Anleger beim Kindersparen aufgrund des langfristigen Anlagehorizonts auf Aktien, also die Anlageklasse mit der höchsten Rendite setzen. Die zwischenzeitlich auftretenden Kursschwankungen können durch den langen Anlagehorizont „ausgesessen“ werden. Zudem sorgt eine breite Streuung des Anlagekapitals für einen zusätzlichen Schutz vor Kursverlusten. Exchange Traded Funds (ETFs) bieten sich dabei aufgrund ihrer niedrigen Kostenstruktur besonders an. So kann mit nur wenigen ETFs ein sehr breit gestreutes Anlageportfolio aufgebaut werden.

Aus unserer Sicht bieten sich zum Kindersparen mit ETFs zwei Möglichkeiten an.

Zum einen die Anlage mit einem Robo-Advisor. Einmal ausgewählt übernimmt dieser alle Aufgaben, die sonst vom Anleger im Laufe der Zeit vorgenommen werden müssten.

Zum anderen ein ETF-Sparplan bei einer Direktbank. Hier kann man besonders günstig ansparen. Der Preis dafür: Der Anleger muss im Zeitverlauf ein Rebalancing vornehmen und unter Umständen einen ETF austauschen. Zudem sollte er die Gebühren der Direktbanken im Auge behalten.

Unsere Empfehlungen für das Kindersparen mit ETFs.

Kindersparen mit einem Robo-Advisor

Oskar

Das Angebot Oskar wurde speziell für das Kindersparen. Dabei wurde auf eine einfache Konto-Eröffnung, einfache Bedienung und hohe Transparenz Wert gelegt. Im Endeffekt übernimmt Oskar die Auswahl der ETFs komplett und tauscht ETFs aus, wenn es bessere am Markt gibt. Der Kunde muss dabei nichts tun, außer zu Beginn die eigene Risikobereitschaft anzugeben. Eine moderne App bietet die nötige Transparenz über die Entwicklung des Vermögens. Oskar eignet sich übrigens nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene, die mittels ETFs für das Alter vorsorgen möchten. Denn neben einem monatlichen ETF-Sparplan sind auch Einmalanlagen möglich.

Anbieter:Oskar
Mindestanlage:25 Euro
Mindestanlage Sparplan:25 Euro
Kosten:1,00 % p.a., ab 10.000 Euro 0,80 % p.a.
Jetzt Oskar-Depot eröffnen
Besonderheit: Oskar ist unsere Top-Empfehlung im Bereich Robo-Advisors mit Kinderkonten. Wir finden das Angebot von Oskar sehr geeignet für das Familiensparen. Oma, Opa und andere können mitsparen und einfach Geld auf das Konto des Kindes überweisen. Das Guthaben wird dann automatisch investiert. Mit der Oskar-App können alle Accounts der Familie verwaltet werden.

Visualvest

Visualvest ist ein digitaler Vermögensverwalter, der Privatanlegern die Geldanlage in breit gestreute Portfolios aus ETFs, aktiv verwalteten oder nachhaltigen Investmentfonds (Greenfolios) ermöglicht. Visualvest überzeugt vor allem durch das herausragende Angebot mit 10 verschiedenen Anlagelösungen. Die Kosten sind mit 0,60 Prozent p. a. vergleichsweise niedrig. Es wird außerdem ein sehr umfangreicher Service mit Apps und einem eigenen Blog angeboten. Die Sicherheit ist aufgrund der vorhandenen Lizenz hoch.

Anbieter:Visualvest
Mindestanlage:500 Euro
Mindestanlage Sparplan:25 Euro
Kosten:0,60 % p.a.
Jetzt Visualvest-Depot eröffnen
Besonderheit: Kunden die auf eine nachhaltige Geldanlage Wert legen, können bei Visualvest in sogenannte Greenfolios investieren. Die Mindestanlage ist mit 500 Euro zudem sehr niedrig. Sparpläne sind ab 25 Euro im Monat möglich.

Scalable Capital

Scalable Capital bietet seinen Kunden ein global diversifiziertes, auf die persönliche Risikoneigung des Kunden zugeschnittenes ETF-Portfolio. Dieses wird mithilfe einer Risikomanagement-Technologie regelmäßig überwacht und gegebenenfalls angepasst. Scalable Capital ist in fast allen Kategorien hervorragend und damit zurecht Marktführer in Deutschland. Zusätzlich werden Sparpläne angeboten und es findet ein regelmäßiges Rebalancing statt. Die zahlreichen Kontaktkanäle und das Angebot von kostenlosen Apps zeichnen den Bereich Service aus. Zum Start muss man hier allerdings ein höheres Startkapital mitbringen.

Anbieter:Scalable Capital
Mindestanlage:10.000 Euro
Mindestanlage Sparplan:50 Euro
Kosten:0,75 % p.a.
Jetzt Scalable Capital-Depot eröffnen
Besonderheit: Scalable Capital ist eigentlich eher für vermögende Kunden geeignet. Dennoch bietet der Marktführer auch Junior-Depot an. Die Mindestanlage beträgt allerdings 10.000 Euro. Sparpläne sind ab 50 Euro im Monat möglich.

Sparen in ETFs mit einem Kinderdepot

Wer sich selbst mit dem Thema „Investieren an der Börse“ beschäftigen möchte, eröffnet ein Depot bei einer Direktbank und nutzt die dortigen ETF-Sparplan-Angebote. ETFs bilden einen Index (z. B. den MSCI World) nach und haben deutlich geringere Kosten als herkömmliche Fonds. Die Schwierigkeit ist hier, den passenden ETF-Sparplan zu finden. Soll es ein ETF sein, der nur in Deutschland investiert, oder lieber weltweit? Und welcher ETF-Anbieter ist eigentlich der beste? Es erfordert also einiges an zeitlichem Aufwand, das richtige Produkt zu finden. Ein paar Tipps dazu sind in unserem Artikel „ETFs für Einsteiger: Vermögensaufbau mit ETFs“ zu finden.

Neben den Depotgebühren, die allerdings meist nicht für Kinderdepots anfallen, sollte das Angebot an sparplanfähigen ETFs und die Höhe der Ausführungskosten überprüft werden. Nachfolgend finden Sie unsere Empfehlungen für Kinderdepots.

Finvesto

Finvesto bietet dem Sparer ein sehr breites Produktangebot verbunden mit niedrigen Gebühren und einem umfangreichen Serviceangebot. Mit über 770 sparplanfähigen ETFs liegt die Bank auf den Spitzenplätzen. Für Sparplanausführungen werden nur 0,20 Prozent Gebühren vom Kurswert fällig. Die Mindestsparrate beträgt geringe 10 Euro. Minderjährige eröffnen ein Finvesto Depot U18. Damit wird bis zur Volljährigkeit kein Depotführungsentgelt fällig. Neben ETFs können auch reguläre Investmentfonds mit einem Rabatt von 75 % auf den Ausgabeaufschlag erworben werden.

Anbieter:Finvesto Depot U18
Depotführung:kostenlos
Kosten Sparplan:0,2 Prozent von Ordergröße bei ETFs. 75 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag bei klassischen Fonds.
Kosten Einmalanlage:0,20 Prozent von Ordergröße bei ETFs. 75 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag bei klassischen Fonds.
Besonderheit:Sparpläne können schon ab zehn Euro pro Rate angelegt werden.
Jetzt Finvesto-Depot eröffnen
Besonderheit: Finvesto ist unsere Top-Empfehlung im Bereich Kinderkonten für Selbstentscheider. Gerade bei niedrigen Sparsummen fallen durch die variable Gebühr keine hohen Kosten an. So kann man sich bequem einen ETF-Sparplan mit verschiedenen ETFs anlegen. 

Consorsbank

Die Consorsbank bietet ein sehr umfangreiches Angebot an sparplanfähigen-ETFs. Das Angebot umfasst insgesamt 460 sparplanfähige ETFs. Die Kosten für eine Sparplanausführung liegen bei 1,50 Prozent von der Sparsumme. Bereits ab 25 Euro kann der Anleger investieren und diese Summe beliebig weit erhöhen. Auch der Service kann sich sehen lassen. Anlegern stehen 253 kostenfreie Sparpläne zur Verfügung.

Anbieter:Consorsbank Junior-Depot
Depotführung:kostenlos
Kosten Sparplan:1,50 Prozent des Ordervolumens
Kosten Einmalanlage:4,95 € Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert, Minimum 9,95 Euro – Maximum 69 Euro
Besonderheit:253 ETF-Sparpläne kostenfrei ansparen und 70 Aktions-ETFs ohne Orderentgelt
Jetzt Consorsbank Junior-Depot eröffnen
Besonderheit: Die Consorsbank ist aufgrund der hohen Anzahl kostenfreier ETF-Sparpläne interessant. Diese Aktion wird aber jährlich angepasst. Man muss also regelmäßig seinen ETF-Sparplan überprüfen. Die Direktbank kann später auch für ein Girokonto oder andere Bankgeschäfte genutzt werden.

Comdirect

Die Comdirect bietet ein breites Angebot, mit allen bedeutenden ETFs, zu relativ niedrigen Kosten. Die Kosten für die Ausführung des Sparplans liegen bei 1,50 Prozent der Sparrate. Die Mindestsparrate beträgt 25 Euro und kann auf maximal 10.000 Euro angehoben werden. Anlegern stehen zudem 170 kostenfreie Sparpläne zur Verfügung.

Anbieter:Comdirect JuniorDepot
Depotführung:6 Monate kostenlos, danach weiter kostenlos bei Ausführung eines Sparplan oder zwei Trades pro Quartal; sonst 1,95 Euro pro Monat
Kosten Sparplan:1,50 Prozent des Ordervolumens
Kosten Einmalanlage:4,90 Euro Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert, Minimum 9,90 Euro – Maximum 59,90 Euro
Besonderheit:170 ETF-Sparpläne kostenfrei ansparen
Jetzt Comdirect Junior-Depot eröffnen
Besonderheit: Das Angebot der Comdirect ist ebenfalls attraktiv. Über 170 ETFs können derzeit kostenfrei angespart werden. Die Mindestsparrate beträgt 25 Euro. Bei der Direktbank kann später auch ein Girokonto mit attraktiven Konditionen eröffnet werden. 

Sparen für Kinder – so gehen Sie vor:

  1. Depot bei einer Direktbank oder einem Robo-Advisor eröffnen
  2. Anlagestrategie oder breit gestreuten ETF auswählen
  3. Freibetrag und ggfs. Nichtveranlagungsbescheinigung hinterlegen
  4. Familienmitgliedern die Bankverbindung mitteilen

Für wen lohnt sich ein Kinderdepot?

Ein Kinderdepot ist eine sinnvolle Ergänzung zum persönlichen Vermögensaufbau eines Kindes. Denn wer früh mit dem Sparen beginnt, muss zur Erreichung eines Sparziels monatlich weniger ansparen oder kann sich bei höheren Sparbeträgen am Ende der Sparphase über ein großes Vermögen freuen.

Der Zinseszinseffekt kann gerade beim Kindersparen seine volle Kraft entfalten. Wichtig ist allerdings, dass das Geld nicht zu risikoreich angelegt wird. Es empfiehlt sich eine breit gestreute Anlagestrategie auf Basis von kostengünstigen ETFs. Die Angebote von Robo-Advisors bieten sich trotz höherer Kosten dennoch an, verschiedene Dienstleistungen machen die Geldanlage damit bequem und damit pflegeleicht.

Zudem sorgt ein eigenes Depot dafür, dass ein Kind schon frühzeitig an Finanzthemen herangeführt wird. Ein Kinderdepot bietet sich auch zur Steueroptimierung an, allerdings sollte dabei beachtet werden, dass das Vermögen auch wirklich an das Kind übertragen wird, die Eltern dürfen das Vermögen nur treuhänderisch verwalten. So kann das Kind bereits mit jungen Jahren durch das Ausnutzen von Freibeträgen Steuervorteile erzielen.

Unsere Empfehlung: Die Eröffnung eines Kinderdepots muss wohl überlegt sein, begleitet es einen doch im Idealfall die nächsten 18 Jahre. Eltern sollten zudem einen besonderen Wert auf die laufenden Kosten und die Zusammenstellung der Geldanlage achten. Wir empfehlen daher für die bequemen Eltern das Kindersparen mit dem ETF-Sparplan des  Anbieters Oskar. Dieser funktioniert unkompliziert und bietet wertvolle Zusatzfunktionen, ist dafür aber etwas teurer. Für den kostenbewussten Selbstentscheider bietet sich das Finvesto Depot U18 an. Dort kann aus einem umfangreichen ETF-Angebot ein individueller ETF-Sparplan angelegt werden.