Investmentfonds: Was das SRRI-Maß aussagt

Wer nach einem Investmentfonds Ausschau hält, möchte wissen, wie es mit dem Rendite- und Risikopotential aussieht. Das SRRI-Maß (Synthetic Risk and Reward Indicator) liefert Antworten.

Die Abkürzung SRRI steht für Synthetic Risk and Reward Indicator. Wir zeigen Ihnen, was es damit auf sich hat und wie Sie die Kennzahl beim Kauf von Investmentfonds nutzen können.

Mit dem SRRI-Maß können sich Anleger ein Bild über die Risiken und die Ertragschancen eines Investmentfonds bilden. Sämtliche Investmentfonds werden anhand von SRRI auf einer Skala von 1 bis 7 klassifiziert. So können Anleger mit nur einem Blick sehen, welches Chance-Risiko-Verhältnis der einzelne Investmentfonds aufweist.

SRRI Maß Beispiel
Die SRRI Kennzahl am Beispiel des Uniglobal

Je niedriger die Zahl, desto geringer das Risiko. Ein hoher Wert weist entsprechend auf hohe Risiken, aber auch höhere Ertragschancen hin. Der SRRI ist im sogenannten Key Investor Document (KID), also den wesentlichen Anlegerinformationen zu finden.

Berechnung des SRRI-Werts

Bei der Ermittlung des SRRI-Werts kommt es auf die mittel- bis langfristige Perspektive an. Die Kennzahl bezieht sich daher auf einen Zeitraum von fünf Jahren. Dabei werden jeweils die wöchentlichen Renditen zugrunde gelegt. Ausschüttungen und Quellensteuern fließen dabei mit ein. Unter Zuhilfenahme statistischer Verfahren werden dann die historischen Wertschwankungen ermittelt. Dies wiederum spiegelt eine relative Kennzahl wider, die häufig zwischen 0 und 25 Prozent (s. Tabelle unten) liegt. Ergibt sich also beispielsweise ein Wert von acht Prozent, kann man daraus schließen, dass der Investmentfonds in den vergangenen fünf Jahren um acht Prozent geschwankt ist. Das lässt aber keine Aussage darüber zu, ob es sich um einen Kursanstieg oder -rückgang um eben jene acht Prozent gehandelt hat.

Die unterschiedlichen Ausprägungen des SRRI-Maß

Die Tabelle zeigt die sieben verschiedenen Klassifizierungen nach SRRI. Die erste Stufe steht für sehr konservative Investmentfonds. In Klasse sieben sind Investmentfonds mit sehr hohem Risiko zu finden.

Die sieben SRRI-Klassen im Überblick

Die sieben SRRI-Klassen im Überblick.
SRRI-StufenVolatilitätsspanne (in %)Bewertung
10,0 bis 0,5sehr niedriges Risiko
20,5 bis 2,0niedriges Risiko
32,0 bis 5,0mittleres Risiko
45,0 bis 10,0mittleres Risiko
510,0 bis 15,0hohes Risiko
615,0 bis 25,0hohes Risiko
7ab 25,0sehr hohes Risiko
Quelle: Commitee of Europeam Securities Regulators, zitiert nach der Studie „Risikokontrollierte Vermögensverwaltung auf Basis des Synthetischen Risiko Rendite Indikators“, Universität St. Gallen, 2016

Nicht blind auf das SRRI-Maß vertrauen

Die Einteilung nach dem SRRI-Maß ist ein guter Anhaltspunkt für Anleger, um individuell einen geeigneten Investmentfonds zu finden. Daher weisen wir das SRRI-Maß auch auf den extraETF-Profilseiten für Investmentfonds aus.

Doch Anleger müssen immer wissen: Das SRRI-Maß ergibt sich durch den Blick in den Rückspiegel. Es handelt sich um Vergangenheitswerte. Es gibt also keine Garantie, dass sich der ermittelte Skalenwert so weiter fortsetzt.

Tipp: Das SRRI-Maß eignet sich zur Einschätzung von Investmentfonds. Wir geben Ihnen zahlreiche hilfreiche Tools für Ihre Geldanlage. Mit dem extraETF Finanzmanager können Sie Ihre Portfolios überwachen & analysieren, Klumpenrisiken erkennen und Watchlists für Ihre Wertpapierlieblinge anlegen.

Fazit zum SRRI-Maß

Das SRRI-Maß ist ein gutes und sinnvolles Maß, um das Chance-Risiko-Verhältnis eines Investmentfonds abschätzen zu können. Sie müssen jedoch wissen: Die Kennzahl beruht auf Daten der Vergangenheit und ist veränderlich.

Autor Thomas Brummer

Thomas Brummer
Thomas Brummer war bereits für das Anlegermagazin "Der Aktionär" und das Verbraucherportal biallo.de tätig. Zudem hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 ist er Mitglied der Redaktion und seit 2020 als stellvertretender Chefredakteur für das Anlegerportal extraETF.com und das Extra-Magazin verantwortlich.