3 nachhaltigere Alternativen zum Bitcoin

Der Bitcoin ist die mit Abstand größte und bekannteste Kryptowährung. Diese drei nachhaltigen Alternativen gibt es.

Erst kürzlich behauptete Tesla-Geschäftsführer Elon Musk, man werde sich um andere Kryptowährungen als Zahlungsmittel umsehen, die wesentlich umweltfreundlicher seien, als der Bitcoin. Damit verstärkte er die aktuell schon starken Turbulenzen auf dem Krypto-Markt. Der Ruf nach nachhaltigen Alternativen wird seitens Umweltschützer immer stärker.

Bereits heute übersteigt der Stromverbrauch des Bitcoins dem ganzer Länder. Woher genau dieser Ressourcenverbrauch kommt und auf welche Alternativen zum Bitcoin auch Sie als Anleger setzen können, zeige ich Ihnen in diesem Beitrag.

Bitcoin verbraucht mehr Energie als Schweden

Laut Schätzungen von Forschern der Universität Cambridge verbraucht das Bitcoin-Netzwerk bereits mehr Strom als ganz Schweden – pro Jahr bis zu 144 Terawattstunden. Selbst die klimaschädlichsten Energiequellen werden dabei angezapft. Kein Wunder, dass sich Klimaschützer und zuletzt auch Tesla-Chef Elon Musk, vermehrt Kritik gegen die Kryptowährung ausüben. Neben dem rasch steigenden Ressourcenverbrauch, steigt auch die Menge an Elektroschrott – und zwar dadurch, dass spezialisierte Computer für das Bitcoin-Mining regelmäßig ersetzt werden müssen. Mit Klimaschutz lässt sich das nur schwer vereinbaren.

Der Mining-Prozess basiert auf einem sogenannten Proof-of-Work-Ansatz. Dieser sorgt zwar für Sicherheit vor Datenbankmanipulationen – ist jedoch extrem ressourcenaufwendig. Je populärer der Bitcoin, desto mehr Rechenpower wird benötigt, um sämtliche Transaktionen zu validieren. Verstehen Sie mich an dieser Stelle nicht falsch: Kryptowährungen haben eine vielversprechende Zukunft. Diese kann und sollte jedoch nicht mit hohen Kosten für die Umwelt verbunden sein. Ethereum hat in diesem Zusammenhang bereits angekündigt, bis Ende 2021 auf das stromsparende Proof-of-Stake zu setzen. Dieses wird dann das stromintensive Mining im Netzwerk ersetzen. Der Energieverbrauch wird um rund 99 Prozent fallen.

Aus den oben genannten Gründen heraus, werden wir uns im nachfolgenden Abschnitt drei Kryptowährungen anschauen, die (neben Ethereum) als nachhaltige Alternativen zum Bitcoin gehandelt werden.

Chia Network

Die Kryptowährung Chia kommt aus Kalifornien und verspricht mehr Sicherheit und weniger Energieverbrauch im Vergleich zum Bitcoin. Im Gegensatz zu Bitcoin setzt Chia nämlich nicht auf Rechenleistung – sondern auf Speicherplatz. Proof-of-Space-and-Time (POST) nennt sich der Algorithmus, der vom Chia-Netzwerk verwendet wird. Bei der Erzeugung neuer Coins wird keine Energie benötigt. Wer neue Coins erzeugen will, muss Speicherplatz bereitstellen.

Spannend ist zudem, dass der POST-Algorithmus das Netzwerk resistent gegen Mining-Monopole macht, wie wir es beim Bitcoin-Netzwerk erleben (Konzentration auf China). Chia soll dem Management zufolge einen baldigen IPO anstreben – dieser könnte noch in 2021 stattfinden.

Viele Silicon-Valley-Unternehmen wie z.B. Western Digital – einer der größten Hersteller von Speichermedien der Welt – kommen den aktuellen Bestellungen für Festplatten (insb. SSD) nicht hinterher. Die Nachfrage sei überdurchschnittlich hoch.

Cardano

Auch Cardano verzichtet auf einen stromintensiven Mining-Prozess und setzt auf den Proof-of-Stake-Algorithmus (POS). Im Management sitzt kein geringerer als Charles Hoskinson – Mitgründer der Ethereum-Blockchain. Validierer für den nächsten Block in der Blockchain werden nicht über Rechenleistung, sondern über einen zufälligen Wahlprozess ausgewählt.

Benutzer, die an diesem Prozess (Staking) teilnehmen möchten, müssen eine bestimmte Anzahl ihrer Coins als ihren Einsatz im Netzwerk zu blockieren. Je höher der Einsatz, desto höher die Chancen dass ein Knoten als nächster Validierer ausgewählt wird.

Dieser Ansatz ist äußerst sicher, da betrügerische Aktivitäten vom Netzwerk über die Einbehaltung eines Teils vom Einsatz bestraft werden. Dadurch werden kriminelle Anreize minimiert. Wie bereits erwähnt, plant auch Ethereum einen Wechsel auf das POS-Modell.

Cosmos

Primäres Ziel von Cosmos ist die Etablierung eines Ökosystems, in dem Blockchains parallel zueinander existieren. Verschiedene Blockchain-Projekte sollen über dasselbe Protokoll laufen, ohne dass diese sich gegenseitig beeinflussen (sog. Interoperabilität). Bitcoin tritt aktuell – je nach Expertenmeinung – z.B. als digitales Gold an, Ethereum als Smart-Contract-Plattform und Ripple will mit seiner Kryptowährung (XRP) den globalen Interbankenhandel einnehmen.

Tipp der Redaktion: Kryptowährungen sind oft mit der Blockchain verbunden. Hier erfahren Sie alles über das Themen-Investment der Blockchain.

All diese Projekte arbeiten aktuell nebeneinander, ohne sich miteinander auszutauschen. Cosmos will dieses Problem nun angehen. Zu den Projekten auf Cosmos-Basis zählt beispielsweise die dezentrale Handelsplattform (Exchange) von Binance. Auch das Cosmos-Netzwerk setzt auf einen POS-Ansatz und ist demnach wesentlich energieeffizienter als der Bitcoin.