Erster Wasserstoff-ETF ab sofort auf dem Markt – so investiert der Fonds!

Neben einem Bitcoin-ETF gibt es höchstwahrscheinlich keinen anderen Themenfonds, auf den ETF-Anleger sehnlicher gewartet haben. Nun ist es soweit: LGIM bringt den ersten Wasserstoff-ETF in Europa auf den Markt. 

LGIM hat den ersten Wasserstoff-ETF in Europa auf den Markt gebracht. Das Produkt hört auf den Namen L&G Hydrogen Economy UCITS ETF (WKN: A2QMAL) und bildet den sogenannten Solactive Hydrogen Economy Index NTR nach.

Diesen hat Solactive auf der Grundlage eines regelbasierten, transparenten Investitionsansatzes konzipiert, welcher das Indexuniversum definiert. Aktuell enthält der Index 28 globale Aktien, welche die gesamte Wertschöpfungskette von industriellen Wasserstoff-Anwendungen abbilden. Mobilität mit Personenkraftwagen steht dagegen nicht im Fokus.

So investiert der Wasserstoff-ETF

Der ETF bildet fünf große Themenblöcke ab: Wasserstoff- und Elektrolysehersteller, Brennstoffzellenhersteller, Gas-Spezialisten,  Schwertransporte (Wasserstoff-Lösungen für Busse und LKW) sowie Anbieter von Brennstoffzellenkomponenten. Insgesamt 50 Prozent der enthaltenen Werte sind Large Caps, also Unternehmen mit großer Marktkapitalisierung. Unter den Large Caps sind beispielsweise Daimler, Toyota und Linde.

Der Rest sind kleine und mittelgroße Unternehmen, die über beträchtliches Wachstumspotenzial verfügen wie Nel Asa, Plug Power oder Ballard Power Systems. Dividenden werden thesauriert, wobei dieses Investment eher nicht unter dem Aspekt der Dividende gesehen werden sollte.

Wie bei allen Themenfonds von LGIM werden die Aktien zunächst gleichgewichtet in den Index aufgenommen. LGIM führt allerdings ein halbjährliches Re-Balancing durch und prüft, ob neue Titel hineinkommen oder andere entfernt werden. Wachsen einzelne Positionen zwischenzeitlich so stark, dass sie mehr als 15 Prozent Indexgewicht einnehmen, wird eine Neugewichtung der enthaltenen Werte durchgeführt. Der Hintergrund: LGIM legt Wert darauf, in der Performance nicht zu abhängig von einzelnen Aktien zu sein.

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Wie sind die Aussichten für die Wasserstoff-Branche?

Die Aussichten für die Wasserstoff-Branche sind attraktiv. Um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen und die Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen, sind dramatische Veränderungen in der Art und Weise erforderlich, wie Energie erzeugt, verteilt und gespeichert wird. 

Die Wasserstoff-Technologie kann in diesem Kontext eine zentrale Rolle als Schlüsseltechnologie spielen. Die Branche dürfte in den kommenden Jahren stark wachsen dank massiver staatlicher Investitionen. Laut Prognosen von Roland Berger werden europäische Unternehmen im Jahr 2030 Umsätze von bis zu 65 Milliarden Euro in Europa und weiteren 65 Milliarden Euro auf den weltweiten Märkten im Bereich Wasserstoff und Brennstoffzellen erzielen.

Mit der Verabschiedung der Nationalen Wasserstoff Strategie im Juni 2020 hat auch die Bundesregierung die Bedeutung der Technologie unterstrichen. Das Ziel besteht darin, den Markthochlauf der Technologie – insbesondere des sogenannten grünen Wasserstoffs – bis 2023 zu forcieren.

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Wie ist das Chance-Risiko-Verhältnis?

Doch Vorsicht! Noch ist die Technologie im Vergleich zu anderen Anwendungen teuer. Zwar prognostiziert der Branchenverband Hydrogen Council, dass die Kosten für eine Vielzahl von Anwendungen bis 2030 voraussichtlich um bis zu 50 Prozent sinken, doch noch ist nicht klar, ob und in welchen Bereichen sich Wasserstoff durchsetzen kann. Insofern ist dieser ETF eine „Branchenwette“. Das bedeutet jedoch auch: Anleger haben mit dem Wasserstoff-ETF von LGIM die Möglichkeit, sehr attraktive Renditen zu erzielen.

Hier die Key Facts zu dem Wasserstoff-ETF

  • WKN/ISIN: A2QMAL/IE00BMYDM794
  • Anbieter: LGIM
  • Index: Solactive Hydrogen Economy Index NTR
  • Schwerpunkt: Globale Aktien
  • Im Index enthaltene Werte: 28
  • Ausschüttung: nein
  • Gesamtkostenquote (TER): 0,49 %