Mit großen Schritten in eine grüne Zukunft: Nachhaltig investieren für Kinder

Eltern möchten die Zukunft ihrer Kinder bestmöglich und sicher gestalten. Auch in finanzieller Hinsicht. Wir zeigen Ihnen, wie das nachhaltig klappt.

Sparbücher, Festgeld und Co. sind für viele Eltern noch immer die erste Wahl, in Niedrigzinszeiten aber nicht zu empfehlen. Fondssparen dagegen bietet die Möglichkeit Vermögen für die Kinder aufzubauen. Wenn das auch noch nachhaltig geht, umso besser.

Für Kinder: Nachhaltig in vielen Facetten

Nachhaltigkeit definiert sich nicht nur durch Umwelt- und Klimaschutz, sondern auch durch soziale Aspekte und gute Unternehmensführung. Einfach orientieren können sich Anleger*innen an dem Kürzel ESG (Environmental, Social, Governance), das mittlerweile häufig genutzt wird, um auf Nachhaltigkeit hinzuweisen. Wollen Eltern das Geld für die Kinder ESG-konform investieren, können sie z. B. auf spezielle Fonds und ETFs setzen. Eine einheitliche Definition, was ein nachhaltiger Fonds ist, existiert bisher nicht.

Daher reicht die Palette momentan von sehr hellgrünen bis dunkelgrünen Fonds. Die Auswahl wird dabei immer größer. Allein zwischen Juni und September 2020 kamen 105 neue Nachhaltigkeitsfonds auf den Markt. Renditeeinbußen müssen Anleger*innen beim nachhaltigen Investment übrigens nicht befürchten. Oft entwickeln sich ESG-Fonds sogar zum Renditetreiber, wie diverse Studien zeigen.

Die richtigen Anlageprodukte finden

Wie aber finden sich nun die richtigen Fonds und ETFs? Dabei muss man zunächst wissen, dass es beim Zusammenstellen eines ESG-Portfolios zwei unterschiedliche Ansätze gibt. Zum einen können Anleger mit Ausschlusskriterien arbeiten. Im Vorfeld überlegen sie, in welchen Bereichen Unternehmen aus ihrer Sicht nicht tätig sein dürfen, um nachhaltig zu sein. Dazu könnten z. B. Waffenhandel, Atomenergie oder Tabak zählen. Alle Unternehmen, auf die die festgelegten Kriterien zutreffen, scheiden automatisch aus. Zum anderen gibt es den „Best-in-Class-Ansatz“. Hierbei werden aus jeder Branche die Unternehmen ausgewählt, die das Thema Nachhaltigkeit am besten umsetzen, die also z. B. am umweltschonendsten sind.

Im nächsten Schritt sollten sich Anleger überlegen, ob sie auf aktiv gemanagte oder passive Nachhaltigkeitsfonds setzen wollen. Die börsengehandelten ETFs zählen zu den passiven Fonds und sind eine kostengünstige Möglichkeit, nachhaltig Geld z. B. für die Kinder anzulegen. Wer ohne weiteren Aufwand nachhaltig investieren will, sucht nach ETFs mit entsprechendem Nachhaltigkeitsindex. Wer konkreter wissen möchte, wie sich der Index zusammensetzt und welche ESG-Kriterien berücksichtigt werden, kann z. B. beim Indexanbieter selbst oder in der ETF-Suche nachschauen.

Nachhaltigkeit auch im Kinderdepot

Aber zurück zur Geldanlage für Kinder. Viele Fondsbanken, Filialbanken, Direktbanken und Robo Advisor bieten ein spezielles Kinder- oder Jugenddepot an. Die Depotgebühr ist in der Regel kostenlos, die Mindestanlage für einen Sparplan liegt bei den meisten Anbietern bei 25 Euro. Hier erfahren Sie im Übrigen, welche Vorteile ein eigenes Depot für den Nachwuchs hat und was es zu beachten gilt. Nach Eröffnung des Depots gehen Anleger wie oben beschrieben vor und bauen ein nachhaltiges Portfolio fürs Kind auf.

Wer sich nicht selbst mit dem Aufbau befassen will, sollte einen Blick auf Robo Advisor werfen. In einem Vergleich der Zeitschrift „Eltern“ sichern sich drei digitale Vermögensverwalter die vordersten Plätze. Bei Quirion * und Visualvest * können Eltern zwischen einer normalen und einer nachhaltigen Investmentstrategie wählen. Die Gebühr für die Verwaltung liegt bei 0,68 bzw. bei 0,60 Prozent im Jahr.

Oskar * ist dagegen ein spezieller Robo Advisor für Familien, das Vermögen wird von Scalable Capital * verwaltet. Auch Oskar setzt auf Nachhaltigkeit. Von den zehn ausgewählten ETFs und ETCs, in die Oskar-Nutzer*innen anlegen, basieren bereist fünf auf Nachhaltigkeitskriterien. Auch die anderen sollen zukünftig, wenn möglich, auf „nachhaltige Versionen umgestellt“ werden, wie auf der Website des Anbieters nachzulesen ist. Oskar ruft ein Prozent Verwaltungskosten pro Jahr auf.

Ob Eltern nun selbst ein Portfolio aufbauen oder z. B. digitale Vermögensverwalter für sich arbeiten lassen, das angesparte Geld wird den Kindern als finanzieller Start in eine hoffentlich noch nachhaltigere Zukunft dienen.

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