Muttertag: Oft tappen Mütter in die Vorsorgefalle

Am 12. Mai ist Muttertag. Ein Tag, an dem viele Mütter verwöhnt werden. Doch allzu oft ist es um ihre Finanzen nicht gut bestellt.

Jährlich würdigt der Muttertag die Leistungen von Müttern weltweit. Frühstück ans Bett, ein Blumenstrauß als kleine Aufmerksamkeit, eine selbstgebastelte Karte der Kinder. Womöglich sollten die Lieben besser in ein Sparschwein für Mutti investieren oder besser in den richtigen ETF bzw. ETF-Sparplan. Andernfalls droht die Vorsorgefalle. Das Zinsportal Weltsparen hat anlässlich des Muttertags eine Studie mit 2.016 Deutschen – davon 1.036 Frauen und 980 Männer – durchgeführt, die offenbart, welche Rolle Mütter beim Thema Finanzen einnehmen und wie Frauen mit Geld umgehen.

Vorbildcharakter bei den Finanzen: Mutter-Kind-Beziehung prägt Finanzwissen
Eltern erziehen ihre Kinder und sind gerade in den jungen Jahren Vorbilder. Doch gilt das auch für Finanzen? Obwohl die Mehrheit (41 Prozent) der Studienteilnehmer kein Vorbild für den Umgang mit Geld hat, prägen Eltern laut Studie in diesem Bereich am stärksten. Mütter beeinflussen das Händchen für Finanzen demnach bei ihren Töchtern (17 Prozent) am stärksten. Bei ihren Söhnen ist ihr Vorbildcharakter mit elf Prozent deutlich geringer ausgeprägt als der des Vaters mit 15 Prozent.

Nachholbedarf beim Finanzwissen

Genau dieser Zusammenhang kann sich als problematisch erweisen: Fast drei Viertel der Frauen (72 Prozent) stehen beim Thema Finanzwissen deutlich schlechter da als die befragten Männer (55 Prozent). Schließlich schätzen zwei Drittel der Studienteilnehmerinnen ihr Finanzwissen mittelmäßig bis schlecht ein – weitere sechs Prozent können ihr Finanzwissen erst gar nicht beurteilen. Ein Erklärungsansatz hierfür könnte die kritischere Selbsteinschätzung der Frauen sein. Ganz besonders Mütter füllen diese Wissenslücke im Umgang mit Finanzen bei ihren Kindern nicht und können in der Regel in diesem Bereich kaum eine Vorbildrolle übernehmen.

Finanziell frei?

14 Prozent der befragten Frauen sind nach eigenen Angaben nicht in der Lage, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Als wichtigste Stütze nennen sie vor allem zwei Faktoren: die finanzielle Unterstützung von Angehörigen (31 Prozent) und die vom (Ex-)Partner (28 Prozent). Dagegen gaben 59 Prozent der Frauen an, sich finanziell unabhängig zu fühlen und für ihren eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Weitere 17 Prozent sind immerhin auf dem Weg dorthin.

Rentenlücke und Altersarmut bei Frauen

Obwohl Frauen sich mehrheitlich finanziell unabhängig fühlen, sorgen lediglich 37 Prozent der Studienteilnehmerinnen vorausschauend für ihr Alter vor. Daher nimmt zusätzliche Altersvorsorge zum Schließen der Rentenlücke eine existenzielle Rolle in der Altersabsicherung von Frauen in Deutschland ein. Ihre Lebenserwartung ist mit einem Durchschnittsalter von 83,1 Jahren rund fünf Jahre höher ist als die der Männer mit 78,2 Jahren, wie Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation WHO vom November 2018 ergeben. Woran liegt die geringe Vorsorge fürs Alter? Als Hauptgrund nennt die Hälfte der befragten Frauen die fehlenden finanziellen Mittel. Mangelnde Altersvorsorge ist gerade bei Müttern als kritisch zu beurteilen, da sie durch Elternzeiten und oft geringere Löhne eine niedrige Altersrente erzielen.

Altersvorsorge von Frauen: lieber sicher und staatlich subventioniert

Frauen, die in ihre zusätzliche Altersvorsorge investieren, fokussieren sich vor allem auf subventionierte Vorsorgearten. An der Spitze führt die staatlich geförderte Riester-Rente mit 40 Prozent und danach folgt die betriebliche Altersvorsorge mit 35 Prozent. Den dritten Platz belegt das Investment in die selbst bewohnte Immobilie (21 Prozent), Platz vier mit 20 Prozent stellen Investitionen in Wertpapiere wie Aktien, Anleihen und Fonds dar. 16 Prozent legen ihr Vermögen in Tagesgelder und Festgelder an.

Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass Mütter das Finanzwissen prägen – besonders das ihrer Töchter. Dabei Problematisch: Frauen schätzen ihr Finanzwissen mehrheitlich als ausbaufähig ein. Trotz subjektiv empfundener finanzieller Unabhängigkeit sorgt nur ein kleiner Anteil von Frauen für ihr Alter vor, um so der Altersarmut zu entgehen. Hauptgrund: fehlende finanzielle Mittel. Der Muttertag ist eine gute Möglichkeit, um Frauen und ihre Finanzen in den Mittelpunkt zu stellen – schließlich ist Armut im Alter ganz besonders ein Thema von Müttern, das mehr Aufmerksamkeit, Aufklärung und Bewusstsein erfordert. Und das nicht nur an einem Tag im Jahr.

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