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Passives Einkommen: Geld verdienen ohne Arbeit

Nicht arbeiten und dafür Geld bekommen. Das klingt ungewöhnlich, Einkommen und Arbeit gelten als Gegenspieler einer Medaille. Die Lösung: Passives Einkommen sprudeln lassen. Welche Möglichkeiten gibt es?

Für die allermeisten Bundesbürger sieht die Einkommensbeschaffung so aus: Sie stehen morgens um sieben Uhr auf, frühstücken und fahren dann zur Arbeit. Dort bleiben sie dann bis zum Abend. Dieser Umstand wird ihnen in Form von Lohn und Gehalt entschädigt. Sie erzielen damit aktiv ein Einkommen. Der Gegenentwurf dazu ist das passive Einkommen. Das heißt, Haushalte verdienen auch dann Geld, wenn sie nicht arbeiten. „Anders ausgedrückt: Ich tausche nicht mehr, wie beim aktiven Einkommen, Zeit gegen Geld, sondern entkopple meine Arbeitszeit von meinem Einkommen“, sagt Tobias Mende, der das Portal Finanzfisch betreibt. Das Produkt oder die Dienstleistung arbeitet sozusagen ohne eigenes Zutun. Diese Voraussetzungen sind für die Erzielung eines passiven Einkommens nötig:

  • vielfache Verkaufbarkeit
  • geringer Wartungs-/ Aktualisierungsaufwand
  • hoher Automatisierungsgrad
  • möglichst wenig Konkurrenz
  • Zeitlosigkeit des Produkts/ der Dienstleistung

Sehr wohl ist aber zuvor ein Arbeitsaufwand nötig, es sei denn, man erbt oder gewinnt in der Lotterie.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Fernab der ETF-Welt gibt es einige Mittel und Wege, um dem Ziel näherzukommen. Die wohl üblichste Weise ist die Vermietung einer Immobilie. Wer keine Wohnung vermieten kann, kann sich überlegen, ob die Vermietung eines Zimmers möglich ist. Ebenso praktikabel kann es sein, das eigene Auto zu vermieten, wenn es ohnehin die meiste Zeit herumsteht und dabei sogar Geld vernichtet in Form von Steuer und Versicherung. Haben Sie eine Leidenschaft für ein bestimmtes Thema? Dann können Sie Online-Kurse oder Webinare anbieten. Alternativ können Sie über Ihr Hobby auf einer Website berichten und dabei sogenannte Affiliate-Links einbinden. Für einen Abschluss über diese Links erhalten Sie dann eine Provision. Kreative Edelfedern, die sich gerne schriftlich mitteilen, können sich bei VG Wort anmelden. Ähnlich wie Gema, dem musikalischen Pendant, werden Werke erfasst. Online geschieht das über einen Code, im Print über eine jährliche Meldung. Wer seiner Kreativität lieber auf technischer Ebene freien Lauf lassen möchte, kann mit einer App Nutzern und entsprechend auch dem eigenen Girokonto Mehrwert liefern.

Passives Einkommen mit ETFs

Natürlich lässt sich das Thema auch auf ETFs ummünzen. „Der einfachste Weg ist vermutlich, einen Teil seines aktiven Einkommens zu sparen und dann gewinnbringend zu investieren. Hier bieten sich Aktien oder Aktien-ETFs an“, meint Mende und verweist darauf, dass mit ETFs weltweit streuendes Anlegen bereits ab 25 Euro im Monat möglich sei. Geduld und Durchhaltevermögen zahlen sich dabei aus. Nach einigen Jahrzehnten kann ein solcher Haushalt eine Entnahmestrategie entwickeln und so passives Einkommen generieren.

Dividenden als passives Einkommen

In diesem Zusammenhang dürfen Dividenden nicht fehlen. „Dividenden-ETFs, also ETFs, die auf ausschüttungsstarke Unternehmen setzen, können durchaus als passive Einkommensquelle dienen“, erklärt Mende. „Allerdings gilt für Dividenden-ETFs, wie für Einzelaktien auch, dass eine hohe Dividendenrendite alleine noch kein Qualitätsmerkmal ist.“ Kritisch lässt sich hier aber anmerken, dass solche Ausschüttungen auf Kosten der Unternehmenssubstanz gehen können. Ob Dividenden als passives Einkommen betrachtet werden können, ist daher eine Frage der Betrachtungsweise. Bei Privatanlegern sind sie aber gerade in der gegenwärtigen Dividendensaison ein Thema und daher einer Erwähnung würdig.

Worauf sollten Dividenden-Freunde achten?

„Natürlich ist es verlockend, den ETF auszuwählen, bei dem das Verhältnis zwischen Kaufkurs und Dividende, also die Dividendenrendite, am höchsten ist. Allerdings ist beispielsweise die Total Expense Ratio (TER) genauso wichtig“, berichtet der Finanzblogger. Anhänger der Dividende sollten auch eine breite Streuung im Blick haben. Das ist etwa über den Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF (WKN: A1T8FV) möglich, der mehr als 1.400 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern enthält. Die Ausschüttungen der vergangenen Jahre betrugen stets mehr als drei Prozent. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,29 Prozent.

Über noch höhere Ausschüttungen durften sich Anleger mit dem SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF (WKN: A1T8GD) freuen. Im vergangenen Jahr waren es 3,8 Prozent. Allerdings ist der ETF, der eine TER in Höhe von 0,45 Prozent hervorruft, mit nur 96 Unternehmen wesentlich schwächer diversifiziert. Eine breite Streuung ist grundsätzlich vorzuziehen. Beide schütten die angefallenen Dividendenerträge aus und würden sich daher für eine automatisierte Entnahmestrategie im Alter eignen. Passives Einkommen wäre dann die Folge.

Um sich ein passives Einkommen zu verschaffen, ist – abgesehen von einer Erbschaft – zunächst viel Arbeit und Mühe nötig. Am einfachsten dürfte es durch die Vermietung einer Wohnung oder eines kaum genutzten Zimmers in der Wohnung möglich sein. Die Erträge können Sie dann in weltweit streuende ETFs investieren.

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