Soll ich meinen ETF-Sparplan wegen Corona aussetzen?

Der Coronavirus verunsichert auch Privatanleger mit ETF-Sparplan. Wer jetzt tapfer bleibt, kann langfristig belohnt werden.

Ein ETF-Sparplan war in den vergangenen Jahren eine angenehme Sache. Monat für Monat floss Geld in den allgemein recht freundlichen Aktienmarkt. Dieses Anlegeridyll ist seit sein Ende Februar gestört. Der Coronavirus hat sich mächtig auf das Gemüt hiesiger Anleger niedergeschlagen. Wie nahe liegt ist es da, jetzt den ETF-Sparplan vorerst auf Eis zu legen. Auf den ersten Blick mag es vernünftig klingen, das sinkende Schiff zu verlassen, schließlich weiß niemand, ob das Schiff nicht ganz auf Grund läuft. Ein Pausieren bei einem ETF-Sparplan ist technisch ohne Problem möglich. Doch gerade jetzt sollten Anleger stark bleiben und stoisch weitermachen.

ETF-Sparpläne unbedingt fortführen

Bleiben wir beim Schiffsbild: Natürlich ist es nachvollziehbar, ein sinkendes Schiff zu verlassen. Doch beim Aktienmarkt ist das anders, zumindest wenn man nicht gerade an den kompletten Zusammenbruch der Zivilisation glaubt. Denn die großen Unternehmen der Welt haben bisher so einige heftige Krisen überstanden. Menschen brauchen einfach gewisse Produkte und gerade, wenn wieder mehr Stabilität einkehrt, sollte die Konsumfreude wiedereinsetzen. Dafür sprechen auch zwei große Trends. Zum einen steigt der weltweite Wohlstand schon seit Jahrzehnten und auch die Erdbevölkerung wächst. Steigende Nachfrage nach etlichen Gütern dürfte gewiss sein. Profiteure werden die Hersteller dieser Produkte sein. Gerade deshalb raten wir stets, Sparpläne auf die weltweiten Großkonzerne abzuschließen. Gemeint ist damit also etwa ein Sparplan auf den globalen Industrieländerindex MSCI World bzw. FTSE Developed World. In diesem Fall ist ein Totalverlust extrem unwahrscheinlich. Dann dazu müssten alle für die Weltwirtschaft relevanten Unternehmen Konkurs anmelden. Wer noch Schwellenländer hinzunehmen möchte, kann eine kleinere ETF-Position zum MSCI Emerging Markets bzw. FTSE Emerging Markets hinzunehmen.

Bisher ging die Börse immer gestärkt aus Krisen hervor

All dies sollen aber keine sinnlosen Durchhalteparolen sein. Denn die konsequente Fortführung der Sparplanausführungen dürfte Sie langfristig aller Erfahrung nach großzügig entschädigen. Denn Sie dürfen nicht vergessen: Die rapide gesunken Aktienkurse ermöglichen in nächster Zeit günstige Zukäufe. Und bisher waren einige Zeit nach einer Krise die Aktienkurse immer höher als zuvor.

Große Chance für Sparplan-Neulinge

Gerade für Sparplan-Neulinge oder solche, die vorhatten, einen Sparplan abzuschließen, ist der Crash eine Chance. Denn Sie müssen sich nicht grämen, zu spät eingestiegen zu sein und die Party verpasst zu haben. Im Gegenteil, sie „gewinnen“ ein paar Jahre und haben jetzt die Chance, günstig einzusteigen. Das Argument, die Kurse seien für einen Einstieg zu hoch, gilt einfach nicht mehr. Wer also noch Sparplan-Neuling ist, sollte jetzt unbedingt stark bleiben und sich damit trösten, dass ohnehin noch nicht viel investiert wurde und Aktien jetzt im „Sonderangebot“ zu haben sind.

Fazit: Nur wer auf den weltweiten Aktienmarkt setzt, kann relativ sicher von einer Erholung ausgehen. Je spezieller Anleger investieren, desto weniger lassen sich verlässliche Aussagen treffen. Das gilt etwa für Brancheninvestments und noch extremer für Aktiensparpläne auf einzelne Unternehmen. Aber auch, wer nur auf ein Land setzt, geht spezifische Risiken ein. Gerade hier verhalten sich viele Anleger irrational, indem sie nur im eigenen Land investieren. Ganz wichtig: Konzentrieren Sie sich nur auf möglichst breit streuende ETFs. Nutzen Sie hierzu die ETF-Suche und Wählen Sie beim Reiter „Region“ entsprechend „Welt“ aus. Wer daneben noch Schwellenländer wünscht, wählt „Emerging Markets“ aus.

Übrigens: Ein Wechsel macht unter Umständen schon sinn, falls Ihr bisheriger Gebühren nach sich zieht. Nutzen Sie den ETF-Sparplan-Vergleich, um zu sehen, ob Ihr ETF oder ein vergleichbarer bei einem anderen Broker kostenlos besparbar ist.