Vertragsloser Brexit nach May-Rücktritt wahrscheinlich

Theresa May ist vom Amt der Premierministerin des Vereinigten Königreichs zurückgetreten. Ein vertragsloser Brexit scheint wahrscheinlicher.

Nachdem die britische Premierministerin Theresa May zurückgetreten ist, erscheint ein harter, vertragsloser Brexit noch wahrscheinlicher als vorher. Das meint Ludovic Colin, Leiter flexible Anleihen bei Vontobel Asset Management, in einem Marktkommentar.

Eine erneute Abstimmung über das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) ist ebenfalls weiter in die Ferne gerückt. Diese Schlussfolgerung drängt sich auf, wenn man die Ansichten der in Frage kommenden Nachfolger Revue passieren lässt.

Das Britische Pfund legte unmittelbar nach der Verkündung von Mays Rücktritt gegenüber dem Euro und dem US-Dollar zu. Allerdings wird dieser Trend nicht von Dauer sein, meint Colin. Viel hängt demnach davon ab, wie sich der Ausgang der EU-Wahlen gestaltet und wieviel Stimmenzuwachs die populistischen Parteien verzeichnen werden. Sollten sie deutlich zulegen können, könne sich die Konservative Partei Großbritanniens dazu gezwungen sehen, einen harten Brexit umzusetzen, um die Wählerstimmen, die sie an die populistischen Parteien verloren haben, wieder zurückzugewinnen. In einem solchen Fall, wird nach dem Vontobel-Experten das Britische Pfund wieder fallen. 

Neben dem Pfund werden alle britischen Vermögenswerte in den kommenden Wochen unter Druck geraten, vor allem wenn sich ein harter Brexit abzeichnet. glaubt Colin. Das negative Momentum werde aber hier nicht Halt machen, sondern auch andere risikobehaftete Vermögenswerte erfassen, wie zum Beispiel europäische Aktien und Unternehmensanleihen

Derzeit heißt es für Anleger laut Colin: Finger weg von britischen Anlagen. Auch wenn sich derzeit auf unternehmensspezifischer Ebene gute Gelegenheit bieten könnten, werden Anleger bessere Chancen in der Zukunft wahrnehmen können. 

Wie können Anleger reagieren?

Wer in Europa investieren möchte und dabei nicht in Großbritannien vertreten sein möchte, kann einen ETF wählen, der sich auf die Eurozone bezieht. Das ist etwa mit dem UBS ETF – MSCI EMU UCITS ETF (WKN: 633611) oder dem iShares MSCI EMU UCITS ETF (WKN: A0YEDX) möglich. Der erstgenannte schüttet aus, der andere thesauriert. 

Wer Großbritannien bei seiner Anlageentscheidung ausschließen möchte, kann auch einen Europa-ETF ex UK, also ohne das Vereinigte Königreich, wählen. Je nach Vorlieben bietet sich hier der iShares MSCI Europe ex-UK UCITS ETF (WKN: A0J204) (ausschüttend) oder der Vanguard FTSE Developed Europe ex UK UCITS ETF (WKN: A12CXZ) (thesaurierend) an.