Warum Sie ein ETF-Portfolio um Einzelaktien anreichern sollten

Macht es Sinn, ein ETF-Depot mit Einzelaktien zu bestücken? Und wie sieht eine optimale Strategie dafür aus? In diesem Beitrag erfahren Sie die Antworten.

Ob ETFs oder Einzelaktien – es kommt immer darauf an, was Sie mit Ihrer Geldanlage erreichen wollen. Es geht auch beides! In den vergangenen Jahren erfahre ich von immer mehr Anlegern, dass sie ihre ETF-Portfolios um Einzelwerte aufstocken.

In vielen Fällen handelt es sich dabei um die Klassiker wie Apple, Facebook oder Amazon-Aktien. In sämtliche dieser Unternehmen können Sie heute bereits über Aktiensparpläne investieren. Stellt sich noch eine Frage: Wie genau bauen Sie ein Portfolio auf, dass aus ETFs und Aktien besteht? Wie das funktioniert, zeige ich Ihnen in diesem Beitrag.

Warum ETFs?

ETFs ermöglichen zwei Dinge: Zum einen realisieren sie im Vergleich zu Einzelaktien eine kosteneffiziente Diversifikation innerhalb verschiedener Regionen und Branchen. Außerdem reduzieren sie die Komplexität in Ihrem Depot. Mit einem MSCI-World investieren Sie in über 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Um diesen Grad an Diversifikation mit Einzelwerten abzubilden, müssten Sie in viele Unternehmen investieren – das kostet viel Zeit und auch Geld (Transaktionskosten). Der Nachteil an ETFs ist, dass Sie sich die Investments nicht manuell aussuchen können. Diese werden vom Indexanbieter vorgegeben.

Gerade Anleger, die keine Zeit dafür haben, sich mit aufwendigen Unternehmensanalysen zu beschäftigen, sollten in ETFs investieren. Zahlreiche Studien – darunter eine der elitären Wharton Universität (USA) – zeigen, dass passives Investieren in den Markt langfristig die beste Anlagestrategie ist. Der Mehrheit an Fondsmanagern, die über deutlich mehr Informationen als wir verfügen, gelingt es nicht den Markt zu schlagen. Je länger der Anlagezeitraum, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Überperformance.

Wann lohnen sich Einzelaktien?

Die passende Einzelaktie zu finden, ist nicht leicht. Die Bewertung einzelner Unternehmen kostet viel Zeit, kann jedoch dazu führen, dass Sie bestimmte Trends frühzeitig erkennen. Setzt man auf die richtigen Firmen, so können Sie überdurchschnittliche Renditen erzielen. Um am Erfolg einer Aktie zu partizipieren, müssen Sie schnell auf neue Informationen reagieren. Wer das fundamentale Zahlenwerk kennt, sich mit dem Geschäftsmodell und dem Management auseinandergesetzt hat, fährt besser, als diejenigen, die blind nach Empfehlung investieren.

Märkte sind – entgegen der Theorie – nicht effizient. Überdurchschnittliche Renditen sind möglich, die Wahrscheinlichkeit diese als Privatanleger langfristig zu erzielen, ist hingegen relativ gering. Wer trotzdem in Einzelaktien investieren möchte, sollte Zeit für ausführliche Markt- und Unternehmensanalysen mitbringen. Branchenstudien der Big4 (KPGM, PwC, E&Y oder Deloitte) helfen häufig dabei, interessante Branchen zu finden.

Setzen Sie bei Einzelaktien nicht alles auf eine Karte. Geschäftsmodelle haben heutzutage eine erheblich geringere Halbwertszeit, als noch vor einigen Jahren. Was jetzt funktioniert, kann morgen veraltet sein. Denken Sie etwa an den finnischen Mobilfunkkonzern Nokia. Auch die Geschichte der Deutschen Bank zeigt, dass sich ein Unternehmen innerhalb weniger Jahre vom Branchen-Primus zum Verlierer entwickeln kann. Je breiter die Auswahl an Unternehmen in Ihrem Depot, desto geringer das Klumpenrisiko.

Core-Satellite-Strategie als Basis

Die Core-Satellite-Strategie beruht auf der Prämisse, dass Sie Ihrem Anlageportfolio zunächst einmal eine solide Basis verschaffen. Diese kann z.B. aus einem MSCI-World ACWI ETF und einem ETF auf europäische Staatsanleihen (Sicherungskomponente) bestehen. Diese Basis sollte einen Großteil Ihres Depotvolumens ausmachen. Ich nutze dafür eine 85/15-Aufteilung meiner Assets. 85 Prozent meines Vermögens fließen in meine Core-Satellite-Basis, der Rest fließt in spezifische Themen-ETFs und einige Einzelaktien.

Was ist der Vorteile dieser Strategie? Zunächst einmal steht Ihnen ein Modell zur Verfügung, mit dem Sie Ihren Vermögensaufbau systematisch ausrichten können. Die Basis verschafft Ihnen Stabilität – mit den sog. Satelliteninvestments (Einzelaktien) partizipieren Sie am überdurchschnittlichem Renditepotenzial einzelner Firmen. Der Satelliten-Part in Ihrem Portfolio wird aktiv gemanagt, während Sie Ihre ETFs passiv weiterlaufen lassen. Da sich einzelne Unternehmen volatiler entwickeln als ein globaler Marktindex, müssen Sie regelmäßig deren Geschäftstätigkeit beobachten.

Wie Sie Ihr Vermögen auf Core und Satellite verteilen, bleibt Ihnen überlassen. Je höher Ihre Risikofreude, desto höher darf der Satelliten-Anteil sein.

Unsere Aktiensparplan Empfehlungen

Wir empfehlen die folgenden Direktbanken für einen Aktiensparplan.
AnbieterAnzahl Aktienmind. SparrateBruchstücke möglichKosten 
Quelle: extraETF.com
Scalable Capital *1.000ab 25 €Ja0,0 %Mehr Infos *
Trade Republic *1.000ab 10 €Ja0,0 %Mehr Infos *
S Broker679ab 50 €Nein2,50 %Mehr Infos *
ING *483ab 1 €Ja1,75 %Mehr Infos *
Consorsbank *500ab 25 €Ja1,50 %
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Comdirect *387ab 25 €Ja1,50 %Mehr Infos *
Smartbroker89ab 125 €Nein0,20 % (mind. 0,80 €)Mehr Infos *
Targobank *55ab 50 €Nein2,5 % (mind. 1,50 €, max. 3 €)Mehr Infos *
Maxblue101ab 50 €Ja1,25 %Mehr Infos *

Fazit

Sie können beides machen – in Einzelaktien und in ETFs investieren. Beim Aufbau Ihres Portfolios empfehle ich Ihnen, sich an die Core-Satellite-Strategie zu halten, da diese einen bewährten Ansatz bietet, um ein robustes ETF-Portfolio um attraktive Renditebausteine zu erweitern.

Wie hoch dieser Anteil ist, hängt von Ihren Risikopräferenzen ab. Bei der Auswahl der Einzelwerte sollten Sie zudem nicht auf reine Empfehlungen hin kaufen bzw. verkaufen. Sammeln Sie detaillierte Informationen über das Unternehmen, die Region und die Branche in der es tätig ist. Nur dann können Sie eine vernünftige Anlageentscheidung treffen. Bauen Sie sich einmal ein Bewertungssystem auf und wenden Sie das auf zukünftige Unternehmen an.

Tipp: Hier finden Sie eine vielfältige Auswahl von Musterportfolios zum Nachbauen.