Von Bernd Lammert25. November 2021

Amerikanischer Finanzmarkt: So profitierst du vom IPOs-Boom

Dank den Mantelgesellschaften SPACs durchlebt der IPO-Markt seit Längerem eine Blütephase sondergleichen. Ein ETF bündelt die Nutznießer des Aufschwungs am amerikanischen Finanzmarkt.

Das Jahr 2021 ist für Börsenneulinge ein außerordentlich guter Jahrgang. Nach den ersten drei Quartalen war in Deutschland das höchste Emissionsvolumen seit 20 Jahren erreicht worden, wie Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel, berichtet. Auch weltweit, vor allem aber in den USA hat sich demnach eine hohe Dynamik für Börsengänge entwickelt.

Ein baldiges Ende der goldenen IPO-Marktphase erwarten Experten auch nicht. „Das liegt auch daran, dass derzeit im Markt das Risiko geopolitischer Schocks als gering eingeschätzt wird“, wie Martin Steinbach, Partner und Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei der Unternehmensberatung EY jüngst ausführte. Zudem sei nach wie vor ungeheuer viel Liquidität im Markt, die in einem Niedrigzinsumfeld nach attraktiver Anlage suche.

SPACs befeuern Kapitalmarktboom

Mitverantwortlich für den aktuellen Kapitalmarktboom sind die Special Purpose Acquisition Companys, kurz SPACs, erläutert Postbank *-Kapitalmarktstratege Ulrich Stephan. Bei diesen handelt es sich um börsengelistete Mantelgesellschaften, im Grunde leere Hüllen ohne eigenes Geschäft. Ihr einziger Daseinszweck besteht darin, „eingesammeltes Kapital zur Übernahme nichtgelisteter Unternehmen zu verwenden“, so der Postbank-Analyst.

In diesem Jahr habe die Anzahl der SPACs mit mehr als 540 sogar die Anzahl klassischer Börsengänge (rund 360) übertroffen. Profiteure des Kapitalmarktbooms sind nach Einschätzung von Fachmann Stephan nach unter anderem Investmentbanken, die hohe Erträge im Geschäft der Börsengänge generieren könnten. „Vor dem Hintergrund einer zu erwartenden regen Kapitalmarktaktivität, steigender Anleiherenditen und einer sich erholenden Weltwirtschaft erwarte ich für den Finanzsektor weiterhin positive Ertragsaussichten“, sagt Stehpan.

US-Financials mit bestehender Rendite

Es könnte sich für Anlegerinnen und Anleger aus diesen Gründen anbieten, in den amerikanischen Finanzmarkt zu investieren. Statt sich Einzeltitel herauszusuchen – ein ETF reduziert dank seiner breiten Aufstellung Selektionsrisiken – könnte der SPDR S&P U.S. Financials Select Sector UCITS ETF (WKN: A14QB1) einen näheren Blick wert sein. Der Fonds bietet Zugang zu 65 großen Unternehmen aus dem Finanzsektor in den USA, die im S&P 500 Index vertreten sind. 2021 steht hier ein Gewinn von fast 50 Prozent zu Buche. Aktuell sind 566 Mio. Euro in den Fonds investiert. Die Gesamtkostenquote beträgt lediglich 0,15 Prozent.

SPDR S&P U.S. Financials Select Sector UCITS ETF

WKN: A14QB1 ISIN: IE00BWBXM500
Kurs 37,67 €
Kosten (TER) 0,15 %
Fondsvolumen 550 Mio. €
Indexabbildung Physisch
1 Monat -2,16 %
Lfd. Jahr +43,69 %