2021 fordert von Anlegern mehr Mut an der Börse

Die Impfkampagne in Europa und anderen Kontinenten läuft auf vollen Touren, im Brexit-Poker gab es in buchstäblich letzter Minute eine Vereinbarung, und die Börse hat erwartungsvoll ihren Aufwärtstrend fortgesetzt.

Die Möglichkeiten, Vermögen anzulegen, haben sich indes kaum verändert. Der Stress für Kapitalanleger bleibt hoch. Was bedeutet das für die weitere Strategie?

Zinsen

Risikolose Zinseinkünfte sind in den kommenden Jahren nicht zu erwarten. Also wird sich die Flucht in Sachwerte fortsetzen, wahrscheinlich sogar noch zunehmen. Aktien, Edelmetalle und Immobilien stehen schon heute hoch im Kurs.

Aktien und Börse

Die Erwartungen an eine schnelle Wirkung der Impfstoffe zur Bekämpfung des Covid-Virus sind hoch. Das birgt die große Gefahr von Enttäuschungen, die zu zwischenzeitlichen Rückschlägen an den Börsen führen könnten. Dennoch bleiben Aktien die erste Wahl.

Immobilien

Die Preise für Immobilien könnten zumindest vorübergehend unter Druck geraten. Im Einzelhandel droht eine Pleitewelle aufgrund des zweiten Lockdowns. Ebenfalls Corona bedingt ist mit höherer Arbeitslosigkeit zu rechnen. Diese Entwicklungen dürften die Mieten für Handelsobjekte ebenso wie für Wohnimmobilien drücken. Zusätzlich könnten Immobilienbesitzer mit Sonderabgaben zur Kasse gebeten werden, was die Renditen zusätzlich belasten würde.

Tipp der Redaktion: Hier finden Sie Biotech-ETFs. Achten Sie aber immer auf eine breite Streuung. Brachen- und Themen-ETFs sollten bestenfalls der Beimischung dienen. Orientieren Sie sich grundsätzlich an unseren Musterportfolios.

Edelmetalle

Edelmetalle bleiben eine attraktive Beimischung. Gerade im Hinblick auf die Veränderungen in der Automobilbranche hin zu mehr Elektromobilität wird die Nachfrage nach Weißmetallen wie Silber einen weiteren Schub erfahren. Hier bieten sich nachhaltige Chancen, auch wenn die Volatilität etwas ausgeprägter ist als beim Gold.

Inflation

Dass die Inflation in Europa im laufenden Jahr wieder etwas anzieht, dürfte den allermeisten einleuchten. Die Mehrwertsteuer kehrt auf ihr altes Niveau zurück, die Ölpreise sind nach dem Kursschock im März 2020 kontinuierlich angestiegen, und die neue CO2-Bepreisung verteuert die Kraftstoffe an den Tankstellen signifikant.

Damit gilt weiterhin: Wer sich nicht mit Sachwerten anfreundet oder diese verstärkt einsetzt, verliert wohl oder übel einen Teil seiner Kaufkraft. Daran wird sich mit Sicherheit in naher Zukunft nichts ändern.

Für den Anleger bedeutet das, er muss 2021 höhere Risiken eingehen, um einen drohenden Vermögensverlust zu vermeiden und in Zeiten fallender Kurse antizyklisch zugreifen.

Über den Autor: Manfred Rath

Manfred Rath ist Portfoliomanager bei der KSW Vermögensverwaltung AG in Nürnberg.