Jeffrey Gundlach – The New Bond King

Jeffrey Gundlach – The New Bond King

Jeffrey Gundlach (*30.10.1959), Gründer und CEO des global agierenden Asset Management Unternehmens DoubleLine Capital, gilt als „The New Bond King“ (in Anlehnung an „Bondkönig“ Bill Gross) und als einer der einflussreichsten Investoren der Welt. Trotz eines Drogen- und Pornographieskandals verwaltet er heute gemeinsam mit seinem Team über 100 Mrd. Dollar, wobei er stets auf Langfristigkeit und Flexibilität innerhalb seiner Portfolios setzt.

Jeffrey Gundlach Privat

Jeffrey Edward Gundlach stammt gebürtig aus New York, wo er am 30. Oktober 1959 geboren wurde; somit feierte er erst jüngst seinen 57. Geburtstag. Am Dartmouth College in New Hampshire absolvierte er seinen Bachelor in Mathematik und Philosophie. Die Kandidatur für ein Ph.D.-Programm in Mathematik an der Yale Universität brach er ab, da es ihm „zu langweilig“ wurde. Nach einigen sorglos durchlebten Jahren in Los Angeles trat er durch Zufall in die Investment-Welt ein, nachdem er in einem Fernsehprogramm über den „Lifestyle der Reichen und Berühmten“ erfuhr, dass Investmentbanker die Top-Verdiener in den USA seien. Mit 26 Jahren fing er als quantitativer Analyst im Fixed Income-Bereich bei Trust Company of the West (TCW) an, einer führenden Asset Management-Firma mit Sitz in Los Angeles. Nach fast fünf Jahrzehnten Investmenterfahrung verwaltet TCW heute mehr als 197 Mrd. Dollar. Gundlach schaffte es dort, ein eigenes Team für Mortgage Backed Securities einzurichten. Innerhalb kürzester Zeit zeichnete er sich durch Erfolge aus und ihm gelang der Aufstieg zum Head of Fixed Income. 2006 wurde er vom Finanzinformations- und Analyseunternehmen Morningstar zum „Fixed Income Manager of the year“ ernannt. Bald wurde ihm auch eine Kapitalbeteiligung bei TCW angeboten. Nicht zuletzt wegen seines Autismus schätzt er seine analytischen Fähigkeiten sehr hoch ein und sieht es selbst als Gabe, der er vielleicht auch seine Ideen und Investmentstrategien zu verdanken hat.

„The New Bond King“

Trotz seiner Erfolge und nach über 25 Jahren Beschäftigung wurde er durch den CEO Marc Stern Ende 2009 abrupt bei TCW gekündigt. Schließlich gründete er nur wenige Wochen später mit einem Team aus mehr als 40 ehemaligen TCW-Kollegen sein eigenes Asset Management-Unternehmen DoubleLine Capital, das heute über ein verwaltetes Vermögen von über 100 Mrd. Dollar verfügt.

Nach der Kündigung wurde er wegen Entwendung von Handels- und Kontaktdaten von mehreren Tausenden von Kunden angeklagt, was ihm die Gründung seines eigenen Investmentunternehmens erleichtert haben soll. Nur wenige Stunden nach der Entlassung wurden in seinem Büro mehrere Dosen gefüllt mit Marihuana, Drogenzubehör, pornographischen Medien und Sexspielzeugen gefunden. Nach Gundlachs Aussage gehörte all dies einer abgeschlossenen Lebensphase an und wurde von TCW nur als Mittel benutzt, um seinem Ruf zu schädigen. Es herrschten jahrelange Auseinandersetzungen zwischen beiden Parteien. Doch schließlich folgte eine gemeinsame Aussage, dass alle Angelegenheiten untereinander geklärt werden konnten.

Jeffrey Gundlach fungiert bei DoubleLine Capital als Chief Investment Officer sowie als CEO und managt sieben DoubleLine Fonds. Der größte von ihnen ist der „Core Fixed Income Fund“ und umfasst eine Summe von 47 Mrd. Dollar. Mittlerweile kann der Fondsmanager auf zahlreiche Auszeichnungen zurückblicken. So wurde er vom Forbes-Magazine zu einem der „Most Powerful People“ in 2014 ernannt; das Barron’s Magazine titelte mit „The New Bond King“. Jüngst wurde er sogar in den Round Table des renommierten Finanzmagazins aufgenommen.

Auf der nächsten Seite lesen Sie u.a.

  • Investment-Strategie
  • Was bleibt somit für Investoren?
  • Unser Buchtipp zum Thema

Investment-Strategie

Das Erfolgsrezept liegt für ihn an erster Stelle in Flexibilität. Das heißt auch das aktive Management der Portfolios mit laufenden Anpassungen bzgl. der Portfoliozusammensetzung und den Sektoren, in die investiert wird. So hält er nicht an einer starren Investitionsstrategie fest, sondern passt diese stets den Marktentwicklungen an. Trotzdem ist Gundlach kein Fan von high-frequency-trading. Einen längerfristigen Zeithorizont zu haben ist für die „Money Machine“, wie er sich selbst einmal nannte, u. a. einer der Schlüssel zum Erfolg. Dies gelte nicht nur für den Fixed Income-Bereich, sondern beim Investieren im Allgemeinen. Er erreicht mit seinen sehr konservativen
Portfolios hohe Renditen, die er u.a. durch die Auswahl verschiedener Anleihen, insbesondere staatsgarantierter Anleihen, umsetzt, die hohe Erträge zusichern, wobei sich deren Zinsrisiken gegenseitig weitestgehend ausgleichen.

Kritisch steht Gundlach jedoch Municipal Bonds gegenüber. Dies sind Anleihen, die von Städten oder Gemeinden direkt emittiert werden. Er zieht eine Parallele zu Subprime-Hypothekenanleihen: „Munis are the new Subprime“ – Anleger suchen hochbewertete Kredite mit – in der Vergangenheit –sehr geringem Ausfallrisiko.

Was bleibt somit für Investoren?

Gold und Aktien von Minenbetreibern. Damit reiht sich ein weiterer Fürsprecher in die Reihe derer ein, welche in diesen beiden Anlageklassen Chancen sehen.

Skeptisch ist Gundlach auch gegenüber Investitionsstrategien, die auf statistischen Modellen basieren. Modelle, die auf der Vergangenheit beruhen und etwas über die Zukunft vorhersagen sollen, berücksichtigen keine Veränderungen. Und Erfolg beim Investieren beruhe darauf, dass man solche Veränderungen antizipiert und mit einbezieht. Daher denkt er lieber selbst über die Dinge nach, als auf statistische Modelle zu vertrauen.

Außerdem präferiert er Dollar-notierte Wertpapiere in Schwellenländern und verzichtet auf lokale Währungen aufgrund der höheren Volatilität dieser. Aktuell startet er eine neue Strategie mit Rohstoffen, um die Palette der Assetklassen jenseits des Fixed Income zu erweitern. Er diversifiziert seine Portfolios mit ETFs und Aktienfonds, um den immer stärker wachsenden Markt der ETFs gerecht zu werden.

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